Schlaf bei Patienten mit schweren Bewusstseinsstörungen

DSpace Repository


Dateien:
Aufrufstatistik

URI: http://hdl.handle.net/10900/91844
http://nbn-resolving.de/urn:nbn:de:bsz:21-dspace-918440
http://dx.doi.org/10.15496/publikation-33225
Dokumentart: Dissertation
Date: 2021-08-21
Language: German
Faculty: 7 Mathematisch-Naturwissenschaftliche Fakultät
Department: Psychologie
Advisor: Hautzinger, Martin (Prof. Dr.)
Day of Oral Examination: 2019-07-04
DDC Classifikation: 150 - Psychology
610 - Medicine and health
Keywords: Schlafprofil , Elektroencephalographie , Apallisches Syndrom
Other Keywords: Vegetativer Zustand
Syndrom des minimalen Bewusstseins
Polysomnographie
Schlafverteilung
EEG
Schlafspindel
Elektroenzephalografie
PSG
Wachkoma
Zustand der reaktionslosen Wachheit
Disorders of Consciousness
License: Publishing license excluding print on demand
Show full item record

Inhaltszusammenfassung:

 
Dissertation ist gesperrt bis 04. Juli 2021 !
 
Die Diagnosestellung bei Patienten mit schweren Bewusstseinsstörung erfordert eine Einschätzung ihres Bewusstseinszustandes. Diese Einschätzung ist aber schwer zu treffen und sehr fehleranfällig. Gleichzeitig hat die diagnostische Einschätzung des Patientenzustandes weitreichende Folgen für den Patienten selbst und dessen Umfeld. Ziel der vorliegenden Studie war es anhand von Auswertekriterien, die auf Patienten mit schweren Bewusstseinsstörungen (Zustand der reaktionslosen Wachheit (UWS), Syndrom des minimalen Bewusstseins (MCS)) angepasst sind, die Schlafverteilung in dieser Patientenpopulation über den 24h- Zyklus zu untersuchen und mit einer klinischen Kontrollgruppe (CC) zu vergleichen. Zudem sollten Zusammenhänge zwischen dem Bewusstseinszustand der Patienten und ihrer Schlafaktivität untersucht werden. Zur Erforschung der Fragestellung wurde in der Stichprobe (UWS = 16, MCS = 16, CC = 10) Schlaf auf behavioraler (i.e. Anzahl der Augen- zu Momente, Wechsel zwischen Augen-zu und Augen-auf) und auf elektrophysiologischer Ebene (i.e. Schlafstadien, Schlafspindeln) untersucht. Es wurden dabei bei fast allen untersuchten Patienten Anzeichen von Schlaf gefunden und es zeigte sich ein positiver Zusammenhang zwischen der behavioralen und der elektrophysiologischen Gesamtschlafmenge. Zudem wurden Auffälligkeiten in der Verteilung von Schlafphasen bei Patienten mit schweren Bewusstseinsstörungen deutlich. So zeigten UWS Patienten keinen Unterschied zwischen Tag und Nacht in Bezug auf die Menge ihres behavioralen oder elektrophysiologischen Schlafes. Über den gesamten Aufzeichnungszeitraum (24 h) betrachtet unterschieden sich UWS Patienten von den anderen beiden Patientengruppen, indem sie weniger Zeit im Schlafstadium S1 als MCS Patienten verbrachten und weniger Zeit im Schlafstadium REM verbrachten als CC Patienten. Außerdem zeigten sich zwischen den Patientengruppen Unterschiede in Bezug auf Schlafspindelcharakteristika, indem weniger UWS Patienten Schlafspindeln zeigten und bei diesen eine niedrigere Schlafspindeldichte und eine niedrigere mittlere Amplitude zu beobachten war als dies bei CC Patienten der Fall war. Es ist anzunehmen, dass über Schlafuntersuchungen die Diagnosestellung verbessert werden kann, indem zum einen die Verteilung von Schlaf- und Wachphasen über günstige Zeitfenster für aufgabengebundene Messungen informiert und zum anderen polysomnographische Aktivität als unabhängiger Marker für den Bewusstseinszustand dienen könnte.
 

This item appears in the following Collection(s)