Die Martyriumsdarstellung im posttridentinischen Rom – Motivationsstütze der katholischen Kirche?

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URI: http://hdl.handle.net/10900/87827
http://nbn-resolving.de/urn:nbn:de:bsz:21-dspace-878272
http://dx.doi.org/10.15496/publikation-29212
Dokumentart: Dissertation
Date: 2019-04-18
Language: German
Faculty: 5 Philosophische Fakultät
Department: Kunstgeschichte
Advisor: Michalski, Sergiusz (Prof. Dr.)
Day of Oral Examination: 2018-08-06
DDC Classifikation: 700 - The arts; fine and decorative arts
750 - Painting and paintings
760 - Graphic arts; printmaking and prints
Keywords: Heilige , Martyrium , Konzil
License: Publishing license excluding print on demand
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Inhaltszusammenfassung:

Besonders die Verehrung der Heiligen und allen voran die der Märtyrer, jener Männer und Frauen, die in den ersten christlichen Jahrhunderten als Blutzeugen im Namen Jesus zu Tode kamen, erfuhr in den letzten Jahrzehnten des 16. Jahrhunderts in Rom eine Steigerung und so nie dagewesene Welle der Begeisterung. Denn die Rückwendung auf die ersten Blutzeugen Jesu hatte mit den Glaubenskämpfen einen ganz aktuellen Bezug bekommen. Waren doch die unzähligen Opfer, die während der Mission zu Tode kamen, nichts anderes als neue Märtyrer. Die Verehrung der alten Märtyrer und teilweise bereits die der neuen im ausgehenden 16. und im folgenden 17. Jahrhundert ist demnach auch ein Ergebnis der Wirren der Zeit. Ihre Wiederentdeckung und Erweckung ist vor allem auch unter dem Gesichtspunkt des Märtyrers als nützlichem Instrument und brauchbarer Waffe der kämpferischen „Ecclesia militans“ gegen die Glaubensfeinde zu betrachten. In Rom schlug sich die Begeisterung für die ersten christlichen Blutzeugen im späten 16. Jahrhundert zunächst an der Wand in Form großer Freskenzyklen in den Kirchen der unterschiedlichen Orden nieder – allen voran setzten die Jesuiten die Märtyrer in ihren Bildprogrammen für ihre Zwecke ein. Ebenso fanden sich in Seitenkapellen und Oratorien immer häufiger Bilder der sich für ihren Glauben opfernden Heiligen. Um die Jahrhundertwende erschienen die heiligen Männer und Frauen in ihrer Todesstunde schließlich zuerst vereinzelt und dann immer häufiger auf großformatigen Bildwerken am Altar im römischen Kirchenraum. Eine solch intensive Verehrung ist immer mit einer entsprechenden Ikonographie verbunden, wie bereits Christan Hecht zutreffend bemerkte. Die Martyriumsdarstellung nach dem Trienter Konzil schien vor allem darauf ausgerichtet zu sein, den Märtyrer zum Idealbild für ein christliches und sittsames Lebensmodell zu erheben, an dem sich der Gläubige orientieren sollte und so motiviert wurde, der Kirche Roms und damit dem einzig wahren Glauben bedingungslos zu folgen. Konnte der Kirche Roms das Kunststück erneut gelingen, sich im Sinne Tertullians wie Phoenix aus der Asche zu erheben und sich mithilfe der Blutzeugen Jesu als Katalysator eine neue, an der ruhmreichen Vergangenheit orientierte Identität zu verleihen?

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