Die nächtliche Atemfrequenz zur frühzeitigen Risikostratifizierung bei Patienten mit akutem Koronarsyndrom

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URI: http://hdl.handle.net/10900/82834
http://nbn-resolving.de/urn:nbn:de:bsz:21-dspace-828345
http://dx.doi.org/10.15496/publikation-24225
Dokumentart: Dissertation
Date: 2018-06-26
Language: German
Faculty: 4 Medizinische Fakultät
Department: Medizin
Advisor: Meyer-Zürn, Christine (Prof. Dr.)
Day of Oral Examination: 2016-01-10
DDC Classifikation: 610 - Medicine and health
Keywords: Herzinfarkt , Atemfrequenz , Herzfrequenzvariabilität , Sterblichkeit , Ambulanz , Akutes Koronarsyndrom , Elektrokardiogramm
Other Keywords: nächtliche Atemfrequenz
GRACE-Score
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Inhaltszusammenfassung:

Das akute Koronarsyndrom (Acute Coronary Syndrome, ACS) gehört auch heute noch zu den häufigsten Todesursachen weltweit. Um Hochrisikopatienten frühzeitig zu identifizieren, Therapie und Überwachungsdauer anzupassen und dadurch potentiell die Mortalität zu senken, sind Methoden der Risikostratifizierung nötig. Obwohl bereits sehr gute Risikoprädiktoren und -scores bekannt sind, werden diese in der Praxis immer noch nicht routinemäßig angewendet. Wir haben in dieser Studie daher einen neuen Risikoprädiktor untersucht: Die nächtliche Atemfrequenz. Der Vorteil der nächtlichen Atemfrequenz ist, dass sie vollständig automatisch, d. h. ohne zusätzlichen zeitlichen und personellen Aufwand, aus nächtlichen EKG-Aufzeichnungen berechnet werden kann. Das Ziel dieser Arbeit war die nächtliche Atemfrequenz als frühzeitigen Risikofaktor für die intrahospitale Mortalität bei ACS-Patienten zu untersuchen. Dafür werden alle ACS-Patienten eingeschlossen, die in den Jahren 2010 bis 2012 in die medizinische Notaufnahme der Universitätsklinik Tübingen kamen. Für die Berechnung der nächtlichen Atemfrequenz wurden EKG-Aufzeichnungen von handelsüblichen Überwachungsmonitoren zwischen 0:00 Uhr und 6:00 Uhr verwendet, so dass Artefakte durch verschiedene Schlafphasen und Bewegungen keinen relevanten Einfluss auf das Ergebnis hatten. In unserer Studie zeigte sich dabei, dass eine erhöhte nächtliche Atemfrequenz ein unabhängiger Risikofaktor für die intrahospitale Mortalität ist. Die C-Statistik betrug 0,806. Des Weiteren konnte gezeigt werden, dass die nächtliche Atemfrequenz die Vorhersagekraft des bekannten GRACE-Risikoscores (Global Registry of Acute Coronary Events, Globale Registrierung akuter koronarer Ereignisse) signifikant verbessern kann. Die nächtliche Atemfrequenz lieferte somit in unserer Studie eine gute frühzeitige Risikoprädiktion. Als vollständig automatisch erhebbarer und unabhängiger Risikofaktor ist sie ein interessanter neuer Forschungsansatz; insbesondere für ACS-Patienten, die leitliniengerecht ohnehin meist 24 - 48 Stunden am Monitor überwacht werden. Da unsere Studie bislang erst die zweite Studie ist, die die nächtliche Atemfrequenz untersucht und dabei die erste ist, die alle ACS-Patienten mit einbezieht, die Kurzzeitmortalität untersucht und die EKG-Aufzeichnungen handelsüblicher Überwachungsmonitore verwendet, sind für die Zukunft weitere Validierungsstudien wünschenswert.

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