Governance von Erwachsenenbildung im internationalen Vergleich - Theoretische Zugänge und empirische Befunde am Beispiel von Politiken der Grundbildung

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URI: http://hdl.handle.net/10900/81775
http://nbn-resolving.de/urn:nbn:de:bsz:21-dspace-817754
http://dx.doi.org/10.15496/publikation-23169
Dokumentart: Dissertation
Date: 2017-12
Language: German
Faculty: 6 Wirtschafts- und Sozialwissenschaftliche Fakultät
Department: Erziehungswissenschaft
Advisor: Schrader, Josef (Prof. Dr.)
Day of Oral Examination: 2018-03-23
DDC Classifikation: 300 - Social sciences, sociology and anthropology
320 - Political science
370 - Education
Keywords: Weiterbildung , England , Dänemark , Österreich , Niederlande , Türkei , Alphabetisierung , Politik
Other Keywords: Grundbildung
internationaler Vergleich
Experteninterviews
qualitativer Ländervergleich
Bildungspolitik
Governance
interviews
education policy
international comparison
adult basic education
License: Publishing license including print on demand
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Inhaltszusammenfassung:

Verschiedenste, auch international-vergleichende empirische Studien zeigen immer wieder Probleme der Leistungsfähigkeit moderner Bildungssysteme auf. Solche Forschungsergebnisse werden häufig herangezogen, um bildungspolitische Reaktionen und Maßnahmen zu legitimieren. Ein aktuelles Beispiel hierfür sind unterschiedliche Grundbildungspolitiken, die in verschiedenen Ländern vor dem Hintergrund der PIAAC-Befunde verfolgt werden. Um aber festzustellen, wie genau nationale Bildungsregime bisher auf Erkenntnisse der empirischen Bildungsforschung reagieren und welche politischen Strategien entwickelt wurden, bedarf es internationaler Vergleiche von Ländern. Bei einer solchen vergleichenden Analyse ist, gerade im subsidiären und plural organisierten Feld der Erwachsenenbildung, mit einem komplexen Gefüge von interdependenten staatlichen und zivilgesellschaftlichen Akteuren, Interaktionsmustern und institutionalisierten Regelsystemen zu rechnen. Eine Forschungsperspektive, mit der diese Komplexität erfasst werden kann, ist die Governance-Perspektive. Die vorliegende kumulative Dissertation rückt daher Governance von Erwachsenenbildung im internationalen Vergleich in den Mittelpunkt. Sie zeigt für die Verwendung der Governance-Perspektive in der international-vergleichenden Erwachsenenbildungsforschung spezifische theoretische Zugänge auf und wendet zwei dieser theoretischen Zugänge in international-vergleichenden, empirischen Beiträgen auf den Bereich Grundbildungspolitik an. Die Arbeit bietet eine erste theoretische Vergewisserung sowie die Bereitstellung erster empirischer Forschungsergebnisse zum internationalen Vergleich von Grundbildungspolitiken. In einem theoretischen Teil wendet sich die Arbeit der Frage zu, welche Theorien und Ansätze sich für governance-bezogene Forschungsthemen und Fragestellungen der international-vergleichenden Erwachsenenbildung eignen und bewähren. Diese erste Fragestellung wird mit einem umfassenden Literatur-Review adressiert, welches Theorien und Ansätze der vergleichenden Politikwissenschaft, insbesondere der Policy-Analyse, berücksichtigt: die Wohlfahrtsstaatentheorie, den Varieties-of-Capitalism-Ansatz, die Parteiendifferenztheorie, die Globalisierung und Europäisierung, die Pfadabhängigkeit sowie den Akteurzentrierten Institutionalismus. Der Review skizziert sowohl die verwendeten theoretischen Zugänge und Ansätze als auch die darauf basierenden Forschungsergebnisse. Es werden Anknüpfungsmöglichkeiten, Erträge und Einschränkungen dieser Theorien und Ansätze für die international-vergleichende Erwachsenenbildungsforschung sowie das Themenfeld der Erwachsenenbildungspolitik aufgezeigt. In einem empirischen Teil wendet die vorliegende Arbeit die Wohlfahrtsstaatentheorie und den Akteurzentrierten Institutionalismus bei einer international-vergleichenden empirischen Untersuchung von Grundbildungspolitiken an. Die Daten, die in diesem empirischen Teil der Arbeit analysiert werden, stammen aus dem Forschungsprojekt EU-Alpha, welches 2014-2016 am Deutschen Institut für Erwachsenenbildung e.V. im Auftrag des BMBF durchgeführt wurde. Methodisch wurden die Daten mit einem qualitativen Zugang in Form von Experteninterviews und Dokumentenanalysen erhoben. Für die Analysen wurden Daten der Länder Dänemark, England, Niederlande, Österreich und Türkei berücksichtigt. Die Governance von Grundbildung wird unter verschiedener inhaltlicher Schwerpunksetzung analysiert und über die Länder hinweg verglichen. Zum einen wird Grundbildungspolitik als Teil wohlfahrtsstaatlicher Politik betrachtet und untersucht, ob sich Merkmale von Wohlfahrtsstaatsregimen (insbesondere in Bezug auf Dekommodifizierung) auch in der Grundbildungspolitik unterschiedlicher Staaten zeigen. Zum anderen wird der Akteurzentrierte Institutionalismus genutzt, um zu analysieren, welche Akteure mit welchen Handlungsressourcen auf die inhaltliche, prozessuale Dimension von Grundbildungspolitik einwirken und wie die institutionelle Dimension von Grundbildungspolitik ausgestaltet ist. Die Anwendung der jeweiligen theoretischen Zugänge wird darüber hinaus dahingehend diskutiert, ob sich die Wohlfahrtsstaatentheorie und der Akteurzentrierte Institutionalismus eignen, um nationenspezifisches Governance in der Grundbildung erfassen und vergleichen zu können.

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