Retrospektive Analyse von Komplikationsraten und prädisponierenden Faktoren bei PEG-Anlage

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URI: http://hdl.handle.net/10900/81597
http://nbn-resolving.de/urn:nbn:de:bsz:21-dspace-815970
http://dx.doi.org/10.15496/publikation-22991
Dokumentart: Dissertation
Date: 2018
Language: German
Faculty: 4 Medizinische Fakultät
Department: Medizin
Advisor: Zoller, W. (Prof. Dr. Dr. h.c.)
Day of Oral Examination: 2018-01-16
DDC Classifikation: 610 - Medicine and health
Keywords: Analyse , Perkutane Gastrostomie , Studie
Other Keywords: Komplikationsrate
Retrospektive Analyse
PEG-Anlage
Komplikationen
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Inhaltszusammenfassung:

Grundsätzlich gilt die PEG-Anlage mit Hilfe der Fadendurchzugsmethode als sicheres Standardverfahren. Trotzdem kommt es in der klinischen Anwendung zu einer Vielzahl an leichten und schweren Komplikationen. Die vorliegende Arbeit untersucht im Rahmen eines Beitrags zur Versorgungsforschung in einer Klinik der Maximalversorgung anhand eines Patientenkollektivs von 717 Patienten, 14 verschiedene Gruppen von potentiellen Risikofaktoren für das Auftreten von Komplikationen bei oder nach einer PEG-Anlage. Der Untersuchungszeitraum für die retrospektive Datenerhebung mittels der in der Klinik vorhandenen Dokumentation erstreckt sich von 2008 – 2012. Die aufgetretenen Komplikationen wurden zeitlich in Sofort-, Früh- und Spätkomplikationen unterteilt erfasst. Die potentiell prädisponierenden Faktoren wurden mithilfe des exakten Tests nach Fischer auf ihre statistische Signifikanz überprüft. Als Ergebnis der Auswertung der vorliegenden Daten konnte eine Vielzahl der untersuchten prädisponierenden Faktoren als statistisch signifikant gezeigt werden. Als potentiellen Risikofaktoren für Sofortkomplikationen wurden die folgenden Faktoren ermittelt: die ‚Innere Abteilung’ als zuweisende Klinik, die Analgosedierung, Antibiotikum zum Zeitpunkt der PEG-Anlage, nephrologische Begleiterkrankungen und der Quick Wert. Für Frühkomplikationen waren die folgenden Risikofaktoren statistisch signifikant: Alkoholabusus, die Anzahl der Begleiterkrankungen, nephorologische Begleiterkrankungen, Unter- und Normalgewicht, die Radioonkologie als zuweisende Klinik sowie die PEGIndikationen neurologisch und onkologisch. Für Spätkomplikationen waren Alkoholabusus, nephrologische Begleiterkrankungen, Untergewicht, die zuweisenden Kliniken Chirurgie und Radioonkologie sowie die PEG-Indikation statistisch signifikant. Als Zusammenfassung des Diskussionsergebnisses unter Berücksichtigung der Literatur bleibt festzuhalten, dass nur wenige Studien die in dieser Arbeit vorgenommene Einteilung der Komplikationen nach dem Zeitpunkt des Auftretens vornehmen. Ein Vorteil dieses Studiendesigns ist sicherlich, dass somit unmittelbar mit dem Eingriff assoziierte Komplikationen besser erfasst werden konnten. Gebräuchlicher ist jedoch eine Einteilung gemäß des Schweregrades in minor und major. Die in dieser Arbeit ermittelte Gesamtkomplikationsrate von 34,78% lässt sich gut in das Mittelfeld der in der Literatur angegebenen Werte (2% -75%) einordnen. Zu beachten ist, dass ein Vergleich aufgrund der unterschiedlichen und nicht einheitlichen Definitionen der Komplikationen schwierig ist. Schmerzen und Wundinfekte sind die am häufigsten beobachten Komplikationen. Als wichtiges Ergebnis ist festzuhalten, dass in dieser Arbeit keine statistisch signifikante Abhängigkeit zwischen der Antikoagulation und dem Auftreten von Komplikationen festgestellt werden konnte. Als Schlussfolgerung könnte also die Antikoagulation bei Risikopatienten ohne Unterbrechung, wie sie die Leitlinien empfehlen, fortgeführt werden. Weiterhin kann in der vorliegenden Studie kein Einfluss einer Antibiose auf das Auftreten von Wundinfekten gezeigt werden. Dies widerspricht der vorherrschenden Meinung in der Literatur und den aktuellen Leitlinien. Diese Arbeit zeigt einen signifikanten Zusammenhang zwischen Alkoholabusus und Komplikationen. Dies wurde in der untersuchten Literatur bisher nur ein Mal ebenfalls beschrieben und legt weitere Untersuchen nahe. Die Annahme, dass die Komplikationsrate mit zunehmender Anzahl von Begleiterkrankungen signifikant ansteigen würde, konnte nicht bestätigt werden. Grundsätzlich wurden viele der hier untersuchten potentiell prädisponierenden Faktoren in der Literatur nur spärlich berücksichtigt. Es bietet sich an, in weiteren Untersuchungen insbesondere das gemeinsame Auftreten von potentiellen Risikofaktoren in Kombination genauer zu betrachten, um somit eventuell zu neuen Empfehlungen zu gelangen.

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