Quantifizierung der Gesichtsasymmetrie bei Kindern mit lagebedingter Plagiozephalie

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URI: http://hdl.handle.net/10900/78335
http://nbn-resolving.de/urn:nbn:de:bsz:21-dspace-783355
http://dx.doi.org/10.15496/publikation-19733
Dokumentart: Dissertation
Date: 2017
Language: German
Faculty: 4 Medizinische Fakultät
Department: Zahnmedizin
Advisor: Krimmel, Michael (Prof. Dr. Dr.)
Day of Oral Examination: 2017-09-26
DDC Classifikation: 610 - Medicine and health
Keywords: Asymmetrie , Gesicht , Quantifizierung , 3D-Technologie
Other Keywords: Plagiozephalie
Helmtherapie
Gesichtsasymmetrie
3D-Fotografie
facial asymmetry
3D photography
plagiocephaly
helmet therapy
quantification
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Inhaltszusammenfassung:

Die Argenta-Klassifikation der lagebedingten Plagiozephalie beschreibt eine Gesichtsasymmetrie bei stärkerer Plagiozephalie, beziehungsweise wird eine Gesichtsasymmetrie sogar erst ab Argenta-Klasse IV als charakteristisch ausgewiesen. Die Quantifizierung derselben ist bisher allerdings nur unzureichend untersucht worden. Die vorgelegte Arbeit untersucht das Ausmaß der Gesichtsbeteiligung und die Auswirkung der Helmtherapie auf die Asymmetrie. Analysiert wurden 3D-Datensätze von 100 im Rahmen der Helmsprechstunde der Universitätsklinik Tübingen mit Helm behandelten Kindern. Diese wurden in eine CAD-Software (Rhinoceros 5®) eingebunden. Grundlage der Vermessung und der Auswertung war die Differenzbildung von maximal 27 (theoretisch) möglichen Punktkoordinaten. Zunächst wurden die Köpfe mit lagestabilen Landmarken des Gesichts in einem zugrunde gelegten Koordinatensystem ausgerichtet und für alle Raumrichtungen je drei Schnittebenen festgelegt. Durch die alternierende Kombination der Schnittebenen konnten im Durchschnitt vor Helmtherapie 21,8 Schnittpunkte und nach der Behandlung noch 21,6 Schnittpunkte ausgewertet werden. Die Koordinaten der Schnittpunkte von Gesichtsoberfläche und Schnittebenen rechts und links definierten die Punktepaare. Die Quantifizierung der Asymmetrie erfolgte durch Betrachtung der Differenzen der Koordinaten jedes vollständigen Punktepaares sowohl im intraindividuellen Seitenvergleich, als auch prä- und posttherapeutisch. Der intraindividuelle Vergleich konnte anhand absoluter Werte in Millimeter-Skalierung erfolgen und damit eine direkte Quantifizierung der Asymmetrie durchgeführt werden. Zum Vergleich der Asymmetrie vor und nach Helmtherapie bestand die Notwendigkeit die enorme Größenzunahme des Gesichtsschädels der Säuglinge zu berücksichtigen. Diese Herausforderung konnte mithilfe der Definition relativer Differenzen bewältigt und eine Auswertung der Helmtherapie auf das Mittelgesicht ermöglicht werden. Die prätherapeutischen intraindividuellen Abweichungen der Gesichtshälften betrugen bei den Punktepaaren in transversaler Richtung zwischen 1,22 mm und 3,59 mm, in vertikaler Richtung zwischen 0,00 mm und 2,92 mm sowie in sagittaler Richtung zwischen 1,40 mm und 3,51 mm bei reiner Betrachtung des Median. Diese Angaben schließen Punkte aus, die zwar eine Asymmetrie klar beschreiben, aber methodisch bedingt eine Quantifizierung nicht erlauben (Asymptoten-Problem) beziehungsweise unmöglich machen. Die meisten Punkte wiesen eine signifikante (p<0,05) Reduktion (0,38% - 2,93%) der intraindividuellen relativen Differenzen nach Helmtherapie auf, sodass ein Rückgang der prätherapeutisch vorhandenen Asymmetrie unter Helmtherapie geschlussfolgert werden kann. Insofern kann ebenso abgeleitet beziehungsweise vermutet werden, dass die initial ermittelte Asymmetrie der Gesichtsweichteile nicht allein einer natürlichen, normalen Asymmetrie geschuldet, sondern eher durch die Plagiozephalie begründet ist. CVAI und Gesichtsasymmetrie korrelierten dabei kaum bis schwach positiv (Spearman-Korrelationskoeffizient -0,088 bis +0,445). Das vorgestellte Verfahren erlaubt eine Quantifizierung der Gesichtsbeteiligung bei Plagiozephalie. Nahezu alle Regionen des Gesichtes sind von einer gewissen Asymmetrie betroffen. Die Korrelation zum CVAI ist lediglich schwach, so dass eine zunehmende Gesichtsbeteiligung mit zunehmender Plagiozephalie, wie in der Argenta-Klassifikation postuliert, nicht zwingend angenommen werden kann. Die Asymmetrie wurde durch Helmtherapie zwar verbessert, gänzlich aufgehoben werden konnte sie allerdings nicht.

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