Verlauf nach Darmtransplantation - Der Zusammenhang von Transporterbesatz im Darm, Elektrolytresorption und Nierenfunktion

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URI: http://hdl.handle.net/10900/77196
http://nbn-resolving.de/urn:nbn:de:bsz:21-dspace-771960
http://dx.doi.org/10.15496/publikation-18597
Dokumentart: Dissertation
Date: 2017-07-20
Source: erschienen in: Transplant Proc, Band 48 (2), 2016, S. 499-506
Language: German
Faculty: 4 Medizinische Fakultät
Department: Medizin
Advisor: Lamprecht, Hans-Georg (Prof. Dr.)
Day of Oral Examination: 2017-06-16
DDC Classifikation: 610 - Medicine and health
Keywords: Darm , Niereninsuffizienz
License: Publishing license including print on demand
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Inhaltszusammenfassung:

Die Darmtransplantation ist eine Therapieoption in der Behandlung des Kurzdarmsyndroms/Darmversagens. Die Langzeitprognose nach Transplantation ist immer noch vergleichsweise schlecht. Eine häufige Komplikation stellt die chronische Niereninsuffizienz dar, die im Vergleich mit anderen Organtransplantationen bei der Darmtransplantation besonders häufig auftritt. Eine Ursache dafür sind hohe Serum-Spiegel an nephrotoxischen Calcineurin-Inhibitoren. Unklar ist immer noch, welche anderen Faktoren beitragen. Im Darm werden Wasser und Elektrolyte aufgenommen, aber es ist noch nicht untersucht, ob die Wasser- und NaCl-Aufnahmefähigkeit im Dünndarm nach Transplantation verändert ist. Um dies zu beurteilen, wurde hier die RNA-Expression der wichtigsten Transporter, welche die elektroneutrale Natriumchloridresorption vermitteln, untersucht. Die RNA-Expression von NHE3, DRA und CFTR im transplantierten Ileum war im hier vorliegenden Patientenkollektiv vermindert. Vor allem unmittelbar nach Transplantation schwankten die Expressionslevel stark und auf niedrigem Niveau. Mit der Zeit schien sich die Expression zu erholen und auf 56,8 % bis 67,3% erniedrigte Werte im Vergleich zu gesunden Kontrollen zu stabilisieren. Dieser zeitliche Verlauf korrelierte mit dem Verlauf der Nierenfunktion: Direkt nach Transplantation fiel die glomeruläre Filtrationsrate stark ab und stabilisierte sich dann auf niedrige Werte. Ebenfalls parallel dazu wurden die Tacrolimus-Talspiegel nach klinischen Kriterien auf niedrigere Werte reduziert. Diese zeitlich parallel verlaufenden Veränderungen in der Nierenfunktion sind wahrscheinlich zum großen Teil der Tacrolimus-vermittelten Nephrotoxizität zuzuschreiben. Außerdem erscheint eine Beeinflussung der Nierenfunktion durch eine verminderte Wasser- und Elektrolytresorption des transplantierten Dünndarms im Sinne einer zusätzlichen prärenalen Komponente wahrscheinlich. Ungeklärt bleibt das Ausmaß funktioneller Transportveränderungen in der Mukosa des transplantierten Darmes und deren quantitativer Anteil an der eingeschränkten Nierenfunktion durch gestörten Wasser-Elektrolythaushalt.

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