In vitro Evaluation donorspezifischer Transplantattoleranz

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URI: http://hdl.handle.net/10900/75733
http://nbn-resolving.de/urn:nbn:de:bsz:21-dspace-757335
http://dx.doi.org/10.15496/publikation-17135
Dokumentart: Dissertation
Date: 2017-04
Language: German
Faculty: 4 Medizinische Fakultät
Department: Medizin
Advisor: Schenk, Martin (PD Dr.)
Day of Oral Examination: 2017-03-14
DDC Classifikation: 610 - Medicine and health
Keywords: Toleranz , Cytokine , Lebertransplantation
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Inhaltszusammenfassung:

Die lebenslängliche immunsuppressive Therapie nach Organtransplantationen geht oft mit erheblichen Nebenwirkungen einher und steigert die Morbidität und Mortaliltät. In der Transplantationsmedizin ist es daher von großem Interesse tolerante Patienten zu identifizieren, um sie risikoarm von der Immunsuppression zu entwöhnen oder Toleranzinduktionsschemata kontrollieren zu können. Diese Studie verfolgt einen donorspezifischen Ansatz zur Toleranzmessung, bei dem in einer gemischten Leukozytenkultur aus peripheren Blutzellen (PBMC) des lebertransplantierten Empfängers und kryokonservierten Spendermilzzellen (MLC-t) die Zytotoxizität und Reaktivität anhand lebender und vitaler Zellen und anhand der Zytokinkonzentrationen über sechs Tage gemessen werden. Als Vergleich dienen autologe Kulturen (MLC-a) ausschließlich aus spendereigenen Zellen und Kulturen aus Spenderblutzellen und Milzzellen eines völlig fremden Spenders (MLC-3). Es wurde ein Zytotoxizitätsassay etabliert, bei dem mittels FACS-Messung Patienten mit hoher Responsivität auf die Spendermilzzellen und hohem Risiko für eine Abstoßung durch erhöhte PBMC-Zahlen in der MLC-t identifiziert werden können. Außerdem fielen Patienten mit klinisch stattgehabter Abstoßung durch aussagekräftige Zytokinprofile auf. Klassische, abstoßungsassoziierte Zytokine wie TNF-α, TNF-β und IFN-γ fanden sich in erhöhten Konzentrationen in der MLC-3 und bei Abstoßern. Interessanterweise wies die MLC-a eine signifikant höhere IL-8-Konzentration als die MLC-t und die MLC-3 auf, was neue Fragen und Aspekte dieses bisher inflammatorisch assoziierten Zytokins aufwirft. Auch der Einfluss der immunsuppressiven Therapie mit Calcineurininhibitoren (CNI) war in den Kulturen trotz fünftägiger Inkubation noch messbar. Die MLCs der Patienten mit CNI-Medikation wiesen signifikant niedrigere Konnzentrationen von TNF-α , TNF-β, IFN-γ, IL-2, IL-10 und IL-5 auf. Patienten mit einem hohen Risiko für eine Abstoßung können anhand dieser Untersuchungen identifiziert werden und auch für Niedrig-Risiko-Patienten gibt es Hinweise in den Zytokinprofilen. Stellt sich klinisch die Frage einer Reduktion der Immunsuppressiva muss im Einzelfall aber weiterhin zwischen Transplantatüberleben und Morbidität abgewogen werden.

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