Geografische Herkunftsangaben als kulturelles Eigentum : Praktiken der Propertisierung und Inwertsetzung von europäischen Käsespezialitäten

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URI: http://hdl.handle.net/10900/75023
http://nbn-resolving.de/urn:nbn:de:bsz:21-dspace-750233
http://dx.doi.org/10.15496/publikation-16425
Dokumentart: Dissertation
Date: 2017
Source: http://univerlag.uni-goettingen.de/handle/3/isbn-978-3-86395-289-1
Language: German
Faculty: 6 Wirtschafts- und Sozialwissenschaftliche Fakultät
Department: Empirische Kulturwissenschaft
Advisor: Tschofen, Bernhard (Prof. Dr.)
Day of Oral Examination: 2016-11-25
DDC Classifikation: 000 - Computer science, information and general works
300 - Social sciences, sociology and anthropology
320 - Political science
330 - Economics
340 - Law
350 - Public administration and military science
380 - Commerce, communications and transportation
390 - Customs, etiquette and folklore
630 - Agriculture and related technologies
670 - Manufacturing
Keywords: Kulturerbe , Käse , Europäische Union , Kulturanthropologie , Delikatesse
Other Keywords: Geografische Herkunftsangaben
Kulinarik
Spezialitäten
Regionale Ethnografie
EU
Kulturanthropologie
Geographical Indications
Cultural Property
License: Publishing license excluding print on demand
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Inhaltszusammenfassung:

 
Namen wie „Allgäuer Emmentaler“, „Dresdner Christstollen“ oder „Bayerisches Bier“ bezeichnen nicht nur kulinarische Produkte, sondern verorten diese in bestimmten Regionen, verknüpfen sie mit Erinnerungen und Assoziationen, suggerieren dadurch nicht allein räumliche, sondern auch historisch-tradierte Gebundenheit. Naheliegend, dass solche Namen einen Reiz darstellen – für die Kunden, die zwischen ähnlichen Produkten wählen, für die Hersteller, involviert in einen internationalen Wettbewerb, und nicht zuletzt für die Politik, interessiert an Schutz und Förderung der eigenen Wirtschaft. Entsprechend etablierte die Europäische Union ein Rechtsinstrument, das den Umgang mit geografischen Herkunftsangaben Bündnisweit reguliert. Es fußt auf der Annahme, dass Regionen über klimatische, geo- und biologische, doch auch kulturhistorische Charakteristika verfügen. Am Beispiel der geschützten Ursprungsbezeichnung und vier exemplarisch gewählten Spezialitäten (Allgäuer Emmentaler, Odenwälder Frühstückskäse, Piave und Parmigiano Reggiano) erarbeitet die Autorin eine ethnografisch dichte, international vergleichende Beschreibung lokaler wie transnationaler Praktiken im europäischen Geoschutzsystem. Sie verbindet Interessensfelder der Wirtschafts- und Rechtswissenschaft und macht diese zu einem kulturwissenschaftlichen Gegenstand, wenn sie das Spannungsfeld von regionaler (kulinarischer) Kultur und wirtschaftlicher Inwertsetzung beleuchtet und auf Interessen, Strategien und Konflikte fokussiert, die die Transformation von präsumiert regional tradierten Produkten in rechtlich geschütztes kollektives Eigentum begleiten.
 
Auch im Verlag erschienen unter dem Titel: "Ausgezeichnet! Zur Konstituierung kulturellen Eigentums durch geografische Herkunftsangaben" ISBN 978-3-86395-289-1 (http://univerlag.uni-goettingen.de/handle/3/isbn-978-3-86395-289-1)
 

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