Evaluation einer ambulanten multimodalen Gruppentherapie bei Adipositas in Kombination mit einer Binge-Eating-Störung - eine randomisierte kontrollierte Therapiestudie

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URI: http://nbn-resolving.de/urn:nbn:de:bsz:21-opus-45944
http://hdl.handle.net/10900/49388
Dokumentart: Dissertation
Date: 2009
Language: German
Faculty: 7 Mathematisch-Naturwissenschaftliche Fakultät
Department: Psychologie
Advisor: Hautzinger, Martin (Prof. Dr.)
Day of Oral Examination: 2010-01-13
DDC Classifikation: 150 - Psychology
Keywords: Binge-eating Disorder , Gewichtsabnahme , Übergewicht
Other Keywords: Adipositas , Randomisierte Therapiestudie , Ambulante Gruppentherapie, Gewichtsreduktion , Kognitive Verhaltenstherapie
Obesity , Randomized comparison , Behavioral weight loss treatment , Cognitive-behavioral therapy
License: Publishing license including print on demand
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Inhaltszusammenfassung:

Fragestellung Ein Drittel der adipösen Patienten, die eine Behandlung zur Gewichtsreduktion aufsuchen, leiden zusätzlich unter Symptomen einer Binge-Eating-Störung (Störung mit Essanfällen) und profitieren in Bezug auf eine Gewichtsreduktion weder von Gewichtsreduktionsprogrammen noch von spezifischen Programmen zur Behandlung der Binge-Eating-Störung. Verschiedene Untersuchungen zeigen, dass sich diese Personengruppe deutlich von anderen Übergewichtigen unterscheidet und ein spezielles Behandlungsangebot benötigt, das im medizinischen Versorgungssystem bisher wenig Berücksichtigung findet. Ziel der Studie war die Entwicklung und Überprüfung der Wirksamkeit einer ambulanten multimodalen Gruppentherapie (Kombination von kognitiv-verhaltenstherapeutischen Interventionen zur Behandlung der Binge-Eating-Störung mit Elementen aus einem Gewichtsreduktionsprogramm) für diese spezielle Patientengruppe. Methodik 29 adipöse Patienten, die eine zusätzliche Binge-Eating-Störung hatten, wurden randomisiert einer Interventions- oder Wartekontroll-Gruppe zugeteilt. Die Teilnehmer der Interventionsgruppe nahmen über einen Zeitraum von 5 Monaten wöchentlich an einer multimodalen kognitiv-verhaltenstherapeutischen Gruppentherapie teil. Zu drei Messzeitpunkten (Interventionsbeginn, Interventionsende, 1 Jahres-Katamnese) wurden für beide Gruppen die essstörungsspezifische und allgemeine Psychopathologie sowie regelmäßige Gewichtsdaten erfasst. Zusätzlich wurden die Verläufe von Patienten, die vorzeitig aus dem Programm ausgeschieden sind oder nur unregelmäßig teilnahmen, weiter verfolgt. Die Auswertung der Verlaufsdaten erfolgte über eine multivariate Varianzanalyse mit Messwiederholung nach dem Allgemeinen Linearen Modell (ALM) sowie mittels Mann-Whitney U-Test, Wilcoxon-Test und T-Test für Einzelvergleiche. Ergebnisse Die Binge-Eating-Symptomatik sowie die Ausprägung der komorbiden psychischen Diagnosen kann mit dem entwickelten Behandlungsmanual – auch über den Katamnesezeitraum von einem Jahr - positiv beeinflusst werden. In der (unbehandelten) Wartegruppe zeigen sich diese Effekte nicht. Allerdings verbessern sich auch bei der Wartegruppe schon einzelne essstörungsspezifische und allgemein-psychopathologische Variablen. Es scheint somit in der Wartezeit ein erster positiver Effekt eingetreten zu sein. Eine zufriedenstellende Beeinflussung des Gewichts kann mit dem Therapieprogramm aber nicht erreicht werden. Hier zeigt sich lediglich ein erster Trend bzgl. einer klinisch relevanten Gewichtsreduktion. Die Patienten nehmen nach Interventionsende aber auch nicht wieder zu und können den leichten Gewichtsverlust über einen Zeitraum von einem Jahr beibehalten. Der Verlauf von Patienten, die vorzeitig aus dem Programm ausgeschieden sind oder nur sehr unregelmäßig am Therapieprogramm teilnahmen, unterscheidet sich nicht wesentlich von Patienten, die regelmäßig (mindestens 10 von 15 Sitzungen) anwesend waren.

Abstract:

Objective: One third of obese patients, who participate in weight loss programmes, have a binge eating disorder (BED). In these patients neither weight loss treatment itself nor specific (cognitive-behavioural) therapy for binge eating disorder seems to result in weight loss. Research findings have shown that this subgroup differs considerably from other obese patients and needs a special treatment, which has been rather disregarded within the health care system up to now. The aim of the study was to develop and evaluate a multimodal therapy programme combining cognitive-behavioural therapy and behavioural weight loss treatment for obese patients with BED. Method: 29 obese patients meeting criteria of BED were randomly assigned to treatment or waiting list control condition (the latter was followed by treatment). Subjects in the intervention group participated in a multimodal cognitive-behavioural group therapy programme on a weekly basis over 5 months. Binge eating, eating disorder symptomatology, general psychopathology and weight were assessed before, during, after treatment and at 12-month follow-up. Further, the course of patients who dropped out of treatment or participated irregularly was observed. The statistical analysis was conducted using repeated measures of ANOVA, Mann-Whitney U test and Wilcoxon test. Results: In the therapy group, both binge eating disorder and current psychiatric comorbidity had improved by the end of treatment and at 12-month follow-up. In the waiting list condition this was not the case, but several eating related symptoms and general psychopathology improved. Thus, the waiting period seemed to have a certain positive effect on outcome. The treatment did not result in a sufficient weight loss. There was only a trend towards weight loss, but at least patients stopped gaining weight in the following time and could maintain the slight weight loss over a year. No significant differences in outcome were found between patients who completed treatment (at least 10 of 15 sessions) and those who dropped out earlier.

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