Computerunterstützte kognitive Stimulation der Ideenproduktion beim Brainstorming

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URI: http://nbn-resolving.de/urn:nbn:de:bsz:21-opus-31856
http://hdl.handle.net/10900/49122
Dokumentart: Dissertation
Date: 2007
Language: German
Faculty: 7 Mathematisch-Naturwissenschaftliche Fakultät
Department: Psychologie
Advisor: Diehl, Michael (Prof.)
Day of Oral Examination: 2007-11-07
DDC Classifikation: 150 - Psychology
Keywords: Brainstorming
Other Keywords: kognitive Stimulation , Ideenproduktion
cognitive stimulation , brainstorming , idea-generation
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Inhaltszusammenfassung:

Forschungsergebnisse zum Brainstorming in Gruppen und zum kollaborativen Erinnern zeigen, dass soziale Einflüsse auf die dabei angewendeten kognitiven Strategien hemmende Effekte haben. Dieses Ergebnis zeigt sich beim Vergleich zwischen kollaborierenden Gruppen und Nominalgruppen und ist zum einen auf Produktionsblockierung und zum anderen auf die Unterbrechung von Abrufstrategien zurückzuführen. Die Frage, ob unter Bedingungen, in denen diese beiden störenden Prozesse nicht wirksam sind, eigene Ideen vom Ende eines individuellen Gedankengangs oder fremde Ideen auf die Leistung beim Brainstorming kognitiv anregend wirken, wurde in zwei Experimenten untersucht. Diese Experimente wurden in einem computerunterstützten Setting durchgeführt, wodurch sowohl die Produktionsblockierung als auch die Unterbrechung von Abrufstrategien vermieden werden konnte. Die Ergebnisse des ersten Experiments zeigen, dass eigene Ideen vom Ende eines Gedankengangs die individuelle Ideenproduktion durch kognitive Stimulation verbessern kann. Dieses Resultat wurde in einem zweiten Experiment repliziert und kontrastiert mit den Effekten, die durch kognitive Stimulation mit Ideen von anderen Personen erzielten wurden. Das Ergebnis dieses Experiments zeigte, dass die Versuchsteilnehmer in der Bedingung mit kognitiver Stimulation durch fremde Ideen nicht signifikant mehr Ideen produzierten als die der Kontrollbedingung ohne kognitive Stimulation. Die Versuchsteilnehmer in der Bedingung mit eigenen Ideen produzierten jedoch signifikant mehr Ideen als die der beiden anderen Bedingungen. Insgesamt bestätigen die Ergebnisse des zweiten Experiments die Hypothesen zu den nicht vorhandenen Leistungssteigerungen durch interpersonelle Stimulation: Fremde Ideen vom Clusterende können nicht effektiv zur Generierung neuer eigener Ideen eingesetzt werden, da sie im eigenen Gedächtnis nicht als effektive Suchreiz wirken. Die Resultate der beiden Experimente sind konform mit der Annahme der individuellen Abrufstrategien beim Produzieren von Ideen. Kognitive Anregung mit eigenen Ideen vom Ende eines individuellen Gedankengangs können diese Abrufstrategien optimal unterstützen und dadurch die individuelle Leistung steigern. Anregung mit fremden Ideen ist jedoch auch unter optimalen Bedingungen nicht zu einem verbesserten Ideenabruf geeignet. Dies lässt sich damit erklären, dass fremde Ideen nicht geeignet sind, bei anderen Personen deren individuell strukturiertes Wissen zu aktivieren, zugänglich zu machen und dadurch die Produktion neuer Ideen anzuregen.

Abstract:

Group brainstorming and collaborative remembering are two research lines studying social influence on cognitive processes of knowledge retrieval. Both show that coacting others impairs performance due to production blocking and/or retrieval strategy disruption. There is no evidence indicating performance enhancing effects of being cued. In two experiments it was investigated whether retrieval cues under conditions that avoid production blocking and retrieval strategy disruption might enhance brainstorming performance. Results of the first study show that using the last ideas out of one’s own retrieval clusters as self-cues improved individual idea generation. This result was replicated in the second study and contrasted with the effects of cross-cuing. Whereas participants in the cross-cuing condition did not produce significantly more ideas than people in the control condition without cuing, participants in the self-cuing condition outperformed those of both other conditions. These results are in line with a retrieval strategy interpretation: although cuing usually disrupts retrieval strategies and thus reduces performance, self-cuing can optimize retrieval strategies and thus enhance performance. Cross-cuing, however, can at best be ineffective.

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