Erziehung zur Anpassung? Sozialisationsprozesse im Wandel ; Politik - Forschung - Praxis

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URI: http://nbn-resolving.de/urn:nbn:de:bsz:21-opus-53063
http://hdl.handle.net/10900/47789
Dokumentart: (wissenschaftlicher) Artikel
Date: 1988
Source: Neue Sammlung : Vierteljahres-Zeitschrift für Erziehung und Gesellschaft, 28 (1988), S. 35-48
Language: German
Faculty: 6 Wirtschafts- und Sozialwissenschaftliche Fakultät
Department: Erziehungswissenschaft
DDC Classifikation: 370 - Education
Keywords: Deutschland <DDR> , Bildungswesen , Vorschulerziehung
License: Publishing license excluding print on demand
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Inhaltszusammenfassung:

Erziehung zur Anpassung in der Deutschen Demokratischen Republik? Das Fragezeichen kann man getrost weglassen. Erziehung zur Anpassung in der Bundesrepublik Deutschland? Auch hier braucht es kein Fragezeichen. Erziehung ist Anpassung. "Erziehen heißt", so Jean Piaget, "das Kind an das soziale Milieu des Erwachsenen anzupassen, mit anderen Worten, die psychobiologische Beschaffenheit des Individuums in Abhängigkeit von der Gesamtheit der kollektiven Realitäten, denen die Gemeinschaft Wert beimißt, zu verändern." "Es ist - und gewiß mit Recht - gesagt worden", so Sigmund Freud, "jede Erziehung sei eine parteiisch gerichtete, strebe an, daß sich das Kind der bestehenden Gesellschaftsordnung einordne, ohne Rücksicht darauf, wie wertvoll oder wie haltbar diese an sich sei." Die meisten Leser, auch die Pädagogen, werden solchen Beschreibungen zustimmen: so ist Erziehung. Und nicht nur in der DDR. Um auch noch einen Pädagogen zu Wort kommen zu lassen: "Eine Norm und feste Maxime der Erziehung gibt es nicht und hat es nie gegeben. Was man so nennt, war stets nur die Norm einer Kultur, einer Gesellschaft, einer Kirche, eines Zeitalters, der, wie alle gebundene Regung und Handlung des Geistes, auch die Erziehung hörig war und die sie in ihre Sprache übertrug." Erziehung zur Anpassung ist also eine allgemeine Tatsache.

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