Kibbutzerziehung : Zu Bruno Bettelheim: The Children of the Dream

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URI: http://nbn-resolving.de/urn:nbn:de:bsz:21-opus-44499
http://hdl.handle.net/10900/47708
Dokumentart: (wissenschaftlicher) Artikel
Date: 1970
Source: Ztschr. f. Pädagogik, 16. Jg.(1970), Nr. 2
Language: German
Faculty: 6 Wirtschafts- und Sozialwissenschaftliche Fakultät
Department: Erziehungswissenschaft
DDC Classifikation: 370 - Education
Keywords: Kibbuz , Erziehung
License: Publishing license excluding print on demand
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Inhaltszusammenfassung:

Nach M. E. SPIROS „Children of the Kibbutz" ( 1 9 5 8 ) , A. I. RABINS „Growing Up in the Kibbutz" ( 1 9 6 5 ) und P. B. NEUBAUERS Sammelband „Children in Collectives: Childrearing Aims and Practices in the Kibbutz" ( 1 9 6 5 ) ist das hier zu besprechende Buch das vierte umfangreiche Werk, das von dem Interesse der amerikanischen Psychologie und Erziehungswissenschaft an der Kibbutzerziehung Zeugnis ablegt. Die Auseinandersetzung mit der Kibbutzerziehung, die sich nicht nur in den erwähnten Büchern, sondern in zahlreichen Aufsätzen in wissenschaftlichen Zeitschriften — u. a. in „The American Journal of Orthopsychiatry" und „Human Relations" — und in Stellungnahmen so renommierter Wissenschaftler wie KARDINER und BOWLBY dokumentiert, gewinnt ihre Tragweite dadurch, daß das gelungene „Experiment" der Kibbutzerziehung ein weithin anerkanntes Dogma der Wissenschaft von der Entwicklung der Persönlichkeit in Frage stellt. Dieses Dogma, das von KARDINER und BOWLBY, und bis zu einem gewissen Grad auch von SPIRO nach einer mehr oder minder zuverlässigen Prüfung von mehr oder minder repräsentativen Daten über die Kibbutzerziehung verteidigt wurde, läßt sich vereinfachend folgendermaßen zusammenfassen: Eine „normale" und vollwertige Entwicklung der Persönlichkeit kann nur garantiert werden, wenn das Kind in den ersten Lebensjahren die Liebe und Pflege einer einzigen „Muttergestalt" erfährt und durch die „Identifizierung" mit ihr jene „emotionale Sicherheit" und jenes „fundamentale Vertrauen" gewinnt, die als Grundlagen der Soziabilität des Menschen gelten können. Die Familie erhält gemäß diesem Dogma eine geradezu ausschließliche Bedeutung für die frühkindliche Erziehung, während die Einbeziehung des Kindes in den ersten Lebensjahren in „Institutionen" der Gesellschaft und frühe Gruppenerziehung als notwendigerweise schädlich für die Entwicklung der Persönlichkeit gelten.

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