Thatcherismus und die Conservative Party : Ambivalenzen und Widersprüche der parteipolitischen Basis eines neokonservativen Modellfalls

DSpace Repository


Dateien:
Aufrufstatistik

URI: http://nbn-resolving.de/urn:nbn:de:bsz:21-opus-44145
http://hdl.handle.net/10900/47694
Dokumentart: (wissenschaftlicher) Artikel
Date: 1990
Source: Thatcherismus : eine Bilanz nach zehn Jahren
Language: German
Faculty: 6 Wirtschafts- und Sozialwissenschaftliche Fakultät
Department: Politikwissenschaft
DDC Classifikation: 320 - Political science
Keywords: Großbritannien / Regierung , Wirtschaftspolitik
License: Publishing license excluding print on demand
Show full item record

Inhaltszusammenfassung:

Die Regierungswechsel in Großbritannien (1979), in den USA (1980), in der Bundesrepublik Deutschland (1982) und in Frankreich (1986) stellen nicht nur eine Reihe von Wahlerfolgen bürgerlicher Parteien dar; sie markieren zugleich einen tiefgreifenden Bruch mit den etablierten Politikmustern der Nachkriegszeit. In Dahrendorfs (1983; 1979) bekannter Formulierung ist damit das "Ende des sozialdemokratischen Jahrhunderts" eingeleitet worden. Auf das Scheitern der sozialdemokratisch-keynesianischen Krisenregulierung, das sich vor allem an hohen Raten von Arbeitslosigkeit und Inflation sowie an wirtschaftlichen Wachstumsschwächen festmachen läßt, reagieren die meisten der bürgerlichen Parteien in der westlichen Welt mit einer grundlegenden Änderung ihrer politischen Ideologie und Programmatik. Sie versuchen nicht mehr länger, mit einem "socialdemocratic minimum" (Katznelson 1978:86) auszukommen, d.h. mit einem geringeren Ausmaß an staatlichen Interventionen und Ausgaben als ihre sozialdemokratische Konkurrenz und damit als deren modifizierte Variante im Sinne eines "conservative socialism" (Lipset 1971) aufzutreten. Statt dessen erteilen sie an diesem Modell wohlfahrtsstaatlicher Politik eine prinzipielle Absage und entwickeln ein breit angelegtes Gegenprojekt, den sogenannten Neokonservatismus (Dubiel 1985, Fetscher 1983, Crouch 1987). In diesem Zusammenhang kommt neben dem amerikanischen vor allem dem britischen Fall eine modellhafte Rolle zu. Nicht nur wegen seiner frühen Etablierung, sondern auch wegen der Konsequenz und Härte mit der das neokonservative Programm seit nunmehr einem Jahrzehnt exekutiert wird, ist dieser zum Gegenstand einer wahren Literaturflut geworden. Diese konzentriert sich besonders auf den Thatcherismus als das politische Programm einer Regierung, dessen Umsetzungsstrategien und materielle Folgewirkungen. Daneben wird das Phänomen in den historisch-gesellschaftlichen Kontext eingebettet und etwa auf den Niedergang der britischen Ökonomie zurückgeführt (z.B. Gamble 1983,Krieger 1986).

This item appears in the following Collection(s)