Wahrnehmung und Expression von Emotionen durch Mimik: Eine Untersuchung über emotionale Ansteckung bei Gesunden und Patienten mit Schizophrenie

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URI: http://nbn-resolving.de/urn:nbn:de:bsz:21-opus-22307
http://hdl.handle.net/10900/44796
Dokumentart: Dissertation
Date: 2005
Language: German
Faculty: 4 Medizinische Fakultät
Department: Sonstige
Advisor: Wild, Barbara
Day of Oral Examination: 2004-05-05
DDC Classifikation: 610 - Medicine and health
Keywords: Affektausdruck , Soziale Wahrnehmung , Bahnung , Nichtverbale Kommunikation , Interaktion
Other Keywords: Nonverbale Kommunikation , Soziale Interaktion , Soziale Kognition , Emotionaler Gesichtsausdruck
Social interaction , Nonverbal communication , Facial expression , Facilitation , Social cognition
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Inhaltszusammenfassung:

Emotionale Ansteckung ist ein häufiges Phänomen innerhalb der verbalen und nonverbalen Kommunikation zwischen Individuen. Besondere Bedeutung besitzt hierbei der mimische Ausdruck. Patienten mit Schizophrenie weisen oftmals Schwierigkeiten beim Erkennen von und angemessenen Reagieren auf emotionale Stimuli auf. Jeweils 17 Schizophreniepatienten und gesunde Kontrollen bekamen eine digitalisierte Version der "Pictures of facial affect" (Ekman & Friesen, 1976) präsentiert und wurden mittels gleichzeitig dargebotener Pfeile dazu aufgefordert, ihre Mundwinkel nach oben bzw. unten zu ziehen (einem fröhlichen oder traurigen Gesichtsausdruck entsprechend). Bei Gesunden erfolgt hierbei eine Bahnung kongruenter Bewegungen (z.B. Mundwinkel nach oben ziehen bei Wahrnehmung eines freudigen Gesichtes). Diese verwendeten wir als Maß für emotionale Ansteckung, da sie mit positiven Gefühlen und einer Aktivierung limbischer Strukturen im fMRT korreliert (Wild et al., 2001). Die Reaktionszeiten wurden mittels Videoaufnahmen gemessen. Zusätzlich wurden der Aufmerksamkeitsbelastungstest d2 und Tests zum Erkennen und Benennen von Emotionen, zur Emotionalen Ansteckbarkeit und momentanen Affektivität (PANAS) durchgeführt. Im Gegensatz zu den Gesunden wurde bei den Patienten das Heraufziehen der Mundwinkel durch die Wahrnehmung eines traurigen Gesichtsausdrucks nicht gehemmt, und das Herunterziehen der Mundwinkel bei Darbietung eines traurigen Gesichtes nicht gebahnt. Diese Effekte waren umso ausgeprägter, je höher die Werte für Allgemeine Psychopathologie in der PANSS, je kränker also die Patienten waren. In der Selbsteinschätzung der emotionalen Ansteckbarkeit und im PANAS unterschieden sich Patienten und Kontrollen nicht. Die Tendenz der Patienten zu positiven Reaktionen selbst bei negativen Stimuli kann als eine Art Strategie angesehen werden, um sich durch das sozial erwünschte und günstige Lächeln vor unangenehmen oder zu starken emotionalen Reizen zu schützen (Walker et al., 1980) . Die in der Selbstbeurteilung gegenüber den Gesunden unveränderte Affektivität und emotionale Ansteckbarkeit zeigt dabei, dass insbesondere nicht von mangelndem emotionalem Erleben ausgegangen werden kann.

Abstract:

INTRODUCTION: Emotional Contagion is a common phenomenon in verbal and nonverbal communication between individuals. Perception of facial movements plays an important role in this process. Several studies have demonstrated impaired facial expression recognition in patients with schizophrenia but so far, none examined Emotional Contagion. METHODS: 17 schizophrenic patients and healthy controls were presented with digital versions of happy, sad and neutral faces from the "Pictures of facial affect" (Ekman & Friesen, 1976) and were asked to pull their lip corners up or down (like in smiling or showing a sad face) according to the direction of two arrows that were presented simultaneously. This condition induces facilitation of congruous movements (i.e. pulling the lip corners up when seeing a happy face) and inhibition of dissonant movements in healthy subjects. The facilitating reaction was used as an indicator of Emotional Contagion. RESULTS: Unlike in healthy subjects, pulling up the lip corners was not inhibited and pulling down was not facilitated by the perception of a sad expression in schizophrenics. We found a positive correlation between these effects and the PANSS-Scores for General Psychopathology. DISCUSSION: Patients' tendency towards positive reactions even when a negative stimulus was presented could serve them as a protection against overwhelming emotional impressions.

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