Inhaltszusammenfassung:
In dem Aufsatz wird ein sozialpsychologisch-interaktionistisches Konzept für Weiterentwicklung und Abbruch krimineller Karrieren vorgestellt und für die Auswertung von Materialien aus einem Aktionsforschungs-Projekt in einer offenen Übergangs-Anstalt für mehrfach vorbestrafte erwachsene Straftäter operationalisiert. Entdeckung, Bewertung und Sanktionierung von abweichenden Verhaltensweisen der Gefangenen durch das Personal wird als ein Vorgang beschrieben, an dessen Ergebnis der Gefangene selbst nicht unwesentlich beteiligt ist. Seine „Persönlichkeit" spielt dabei eine doppelte Rolle: als amtsbekannte Person für Stereotypisierung, retrospektive Identifikation, verschärfte Kontrolle etc.; als Person mit einer bestimmten Vorgeschichte und bestimmten Vorerfahrungen für die Fähigkeit, sich am Bewertungsprozeß in einer für ihn mehr oder weniger erfolgreichen Weise zu beteiligen.