Inhaltszusammenfassung:
Es werden eine Vielzahl verschiedener CPAP-Systeme zur nicht-invasiven
Behandlung respiratorischer Insuffizienz von Früh- und Neugeborenen
eingesetzt. Ein Versagen der CPAP-Atemunterstützung ist vermutlich nicht
selten auf eine respiratorische Erschöpfung des Kindes zurückzuführen. Eine
wichtige Rolle könnte dabei die durch das CPAP-Gerät verursachte zusätzliche
Atemarbeit (imposed work of breathing, iWOB) spielen.
Ziel dieser Studie war es, die inspiratorische iWOB (iWOBinsp) verschiedener, in
der Neonatologie üblicher CPAP-Systeme bei zwei verschiedenen simulierten
Patienten (Frühgeborenes und Neugeborenes) und zwei verschiedenen PEEP
Niveaus (5 und 10 cmH2O) in in-vitro Versuchen zu ermitteln.
Hierzu wurden unter Verwendung eines neonatalen Lungenmodells, 3D
gedruckter Dummys von Simulationspatienten und geräte- und patiententypischer Schlauchsysteme und Interfaces 14 CPAP-Geräte bzgl. der iWOBinsp
mittels zweifaktorieller ANOVA und Interaction-Plots unter Berücksichtigung des
Konnektierens und Diskonnektierens als Störeffekte statistisch ausgewertet und
verglichen.
Während insgesamt 8100 Atemzügen wurde bei den Geräten Benveniste®,
NeoBreathe® und Eve® die geringste und bei dem Gerät Perivent® die höchste
iWOBinsp nachgewiesen. Zudem beeinflusste der Mechanismus zur
Generierung des PEEP sowohl die absolute Höhe als auch die Korrelation der
iWOBinsp mit dem PEEP-Niveau.
Damit ermöglichen die vorliegenden Daten einen umfassenden Vergleich der
iWOBinsp verschiedener in der Neonatologie eingesetzter CPAP-Geräte unter
Simulation eines Früh- und eines Neugeborenen bei zwei PEEP-Niveaus.
Kenntnis der iWOBinsp kann bei der Wahl der CPAP-Geräte helfen und könnte
möglicherweise durch eine Reduktion der respiratorischen Belastung der
Patienten das klinische Outcome verbessern.