Die alltägliche Erfindung von Kriminalitätsgeschichten

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dc.contributor.author Stehr, Johannes de_DE
dc.date.accessioned 2026-05-19T06:50:23Z
dc.date.available 2026-05-19T06:50:23Z
dc.date.issued 1999 de_DE
dc.identifier.uri http://hdl.handle.net/10900/179703
dc.identifier.uri http://nbn-resolving.org/urn:nbn:de:bsz:21-dspace-1797038 de_DE
dc.identifier.uri http://dx.doi.org/10.15496/publikation-121027
dc.description.abstract Das gesellschaftliche Wissen über Kriminalität ist in Geschichten eingebunden und wird über das Erzählen von Geschichten verbreitet. Kriminalitätsgeschichten werden nicht nur wegen der in ihnen enthaltenen Informationen gelesen und erzählt, sondern weil sie eine Moral enthalten, die im Prozeß der Rezeption lebenspraktisch gemacht werden kann. Vorgestellt wird ein von der Kriminologie bislang nicht zur Kenntnis genommenes alltägliches Geschichten-Genre, das sich der symbolischen Ressourcen des massenmedialen Diskurses bedient. Die modernen Sagen oder Wandersagen bieten dem Publikum Gelegenheit, die moralischen Bedeutungen der Medienbotschaften über„ exemplarische Geschichten" alltagsnah zu„ bebildern" und zugleich das Risiko des Moralisierens in der Erzählsituation niedrig zu halten: Analog der Situation des Klatschs reden zwei Personen über eine abwesende dritte, die hier als Anlaßperson scheinspezifisch gehalten wird, tatsächlich aber unbekannt und typisiert ist. Durch das Erfinden von Kriminalitätsgeschichten versorgt sich das Publikum nicht nur mit spektakulären Ereignissen, die das eigene Erfahrungsspektrum nicht zu bieten hat, es beteiligt sich auch auf eigensinnige Weise am hegemonialen Moral-Diskurs. Zutage treten zwei verschiedene Bedeutungen (und auch Formen) von Kriminalitätsgeschichten: Sie benennen soziale Gefahren und votieren für ihre Vermeidung, und sie bearbeiten die eigene unsichere Position in der sozialen Struktur über die Diskreditierung von Naivität, Inkompetenz und Lebensuntüchtigkeit. de_DE
dc.description.abstract The social knowledge about crime is mainly circulating as narratives. Crime stories are told and read because they contain a moral tale, that can be used to work out everyday problems. Presented here is a genre of narratives that are invented through the use of symbolic resources from the media-discourse. The everyday invention of crime stories in the form of urban or contemporary legends - as folklore studies call them - creates a genre, that gives people the opportunity to bring the public moral "back home" in order to exemplify its meaning in concrete situations. Through this process the audience participates in the dominant moral-discourse in its own special way: lt creates crime stories with two different forms and meanings: They identify social dangers and show ways of avoiding them, and they laugh at naivity, incompetence and the inability to cope with the everyday problems of life. en
dc.language.iso de
dc.publisher Universität Tübingen de_DE
dc.title Die alltägliche Erfindung von Kriminalitätsgeschichten de_DE
dc.type Article de_DE
utue.personen.pnd Stehr, Johannes/291722814 de_DE
utue.publikation.seiten Seite 2-20 de_DE
utue.personen.roh Stehr, Johannes de_DE
utue.publikation.buchdesbeitrags Kriminologisches Journal - Weinheim : Beltz Juventa, 1969 de_DE
utue.titel.verfasserangabe Johannes Stehr de_DE
utue.publikation.fakultaet Kriminologisches Repository de_DE
utue.publikation.noppn yes de_DE
utue.artikel.ppn 1662300352 de_DE

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