Komplette und inkomplette Kawasaki-Syndrome: Welche klinischen und laborchemischen Parameter helfen bei Diagnose und Therapieentscheidung?

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URI: http://hdl.handle.net/10900/143724
http://nbn-resolving.de/urn:nbn:de:bsz:21-dspace-1437240
http://dx.doi.org/10.15496/publikation-85068
Dokumentart: PhDThesis
Date: 2023-07-31
Language: German
Faculty: 4 Medizinische Fakultät
Department: Medizin
Advisor: Rieber, Nikolaus (Prof. Dr.)
Day of Oral Examination: 2023-06-29
DDC Classifikation: 610 - Medicine and health
Keywords: Kinderheilkunde , Rheumatologie , Vaskulitis
Other Keywords: Vaskulitis
Koronararterienaneurysma
Pädiatrie
Kawasaki
Kawasaki-Syndrom
Immunglobuline
Kawasaki disease
License: http://tobias-lib.uni-tuebingen.de/doku/lic_mit_pod.php?la=de http://tobias-lib.uni-tuebingen.de/doku/lic_mit_pod.php?la=en
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Inhaltszusammenfassung:

Hintergrund: Die Diagnosestellung des Kawasaki-Syndroms (KS) stellt für Pädiater*innen eine große Herausforderung dar. In Kombination mit der Relevanz einer frühzeitigen Therapie zur Verhinderung von Langzeitfolgeschäden, insbesondere kardialer Genese, ergibt sich die Fragestellung dieser Arbeit. Die Studie verfolgt das Ziel, zusätzliche diagnostische Parameter beim Kawasaki-Syndrom zu bewerten und die Gemeinsamkeiten und Unterschiede zwischen dem kompletten und dem inkompletten Verlauf eines KS herauszustellen. Methoden: In der vorliegenden retrospektiven Studie wurden Daten von Patienten erhoben, bei denen ein komplettes oder inkomplettes Kawasaki-Syndrom diagnostiziert wurde und die zwischen Januar 2015 und März 2019 in der Kinderklinik München Schwabing oder München Harlaching behandelt wurden. Die Informationen umfassten klinische Auffälligkeiten, Befunde im Ultraschall (Abdomen und Echokardiographie), Labordiagnostik und durchgeführte Therapien. Ergebnisse: Von den 65 Patienten hatten 31 (47,7 %) ein komplettes und 34 (52,3 %) eine inkomplettes KS. Die vorherrschende Altersgruppe lag zwischen 0-5 Jahren, mit einigen Ausnahmen bis zu 17 Jahren. Verglichen mit der Gruppe mit einem komplettem KS waren unsere Patienten mit inkomplettem Verlauf tendenziell jünger und wiesen höhere Entzündungsparameter auf. Kinder mit inkomplettem KS hatten zudem eine signifikant höhere Anzahl von Blutplättchen, erhielten die Therapie später (signifikant) und zeigten häufiger klinische Zeichen in atypischen Organsystemen. Im Gegensatz dazu war der ALT-Wert in der Gruppe mit kompletten KS signifikant höher. Auffällige Laborbefunde in der gesamten Studienpopulation waren: hohe Entzündungsmarker (insbesondere CRP, BSG und Leukozyten), Thrombozytose, Anämie, niedriger Serumnatriumspiegel, Hypoalbuminämie, erhöhte ALT, AST und GGT. Insgesamt 53,8 % der Patienten waren von Symptomen in atypischen Organsystemen betroffen. Besonders häufig waren die Lunge und das Magen-Darm-System betroffen, auch Pleuraergüsse und Aszites traten auf. Schlussfolgerung: Das Vorhandensein von mindestens 4 Hauptkriterien zusätzlich zum Fieber ist nicht immer zwingend erforderlich, um die Diagnose KS zu stellen. Auch klinische Zeichen in atypischen Organsystemen können Teil der Erkrankung sein und sollten die Diagnose nicht ausschließen. Kinder mit inkomplettem KS sind tendenziell jünger und zeigen häufiger Symptome in atypischen Organsystemen als Patienten mit komplettem KS. Daher sind diese Kinder besonders schwer zu erkennen. Um die Verdachtsdiagnose eines KS zu erhärten, kann eine umfassende Laboruntersuchung zusätzlich zur detaillierten klinischen Untersuchung wichtig sein, um weitere Hinweise zu sammeln.

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