"Auswirkung einer Beckenringfraktur auf die Erwerbsfähigkeit" - eine retrospektive Studie

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URI: http://hdl.handle.net/10900/125313
http://nbn-resolving.de/urn:nbn:de:bsz:21-dspace-1253136
http://dx.doi.org/10.15496/publikation-66676
Dokumentart: Dissertation
Date: 2022-03-09
Language: German
Faculty: 4 Medizinische Fakultät
Department: Medizin
Advisor: Stuby, Fabian (Prof. Dr.)
Day of Oral Examination: 2022-01-12
DDC Classifikation: 610 - Medicine and health
Other Keywords: Beckenringfraktur
Beckenring
Begleitverletzung
Erwerbsminderung
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Inhaltszusammenfassung:

Die vorliegende Studie wurde angelegt, um zu untersuchen, ob die Erwerbsminderung mit der Komplexität der Beckenringfraktur zunimmt. Dazu wurden Daten verwendet, die in der BG Unfallklinik Tübingen von 2003 bis 2011 gesammelt wurden. Von 67 Patienten erlitten 8 eine Typ-A-, 13 eine Typ-B- und 44 eine Typ-C- Verletzung. In der Dauer der Arbeitsunfähigkeit spiegelt sich der Grad der Instabilität der Fraktur wider, wie sie auch in der Einteilung der AO-Klassifikation zu finden ist. Jedoch mehr als die Frakturklassifikation selbst haben Begleitverletzungen Einfluss auf die Dauer der Arbeitsunfähigkeit. Während bei Typ-C-Frakturen auch kurze Heilungsverläufe möglich sind, fällt bei vorhandenen pelvinen Begleitverletzungen auf, dass es zu einer Arbeitsunfähigkeit von mindestens 8 Monaten kommt. Die gleiche Tendenz ist bei der Frage nach der Wiedererlangung der Arbeitsfähigkeit zu sehen. Der prozentuale Anteil derer, die nicht in die zuvor ausgeübte Tätigkeit zurückkehren konnten, steigt mit dem Grad der Instabilität der Beckenringfrakturen an. Die Einzelfallanalyse zeigt jedoch, dass darüber v.a. zwei Parameter entscheiden: das Alter (bei dem auch psychosoziale Gründe eine Rolle spielen) und die Begleitverletzungen. Im Hinblick auf neurologische Begleitverletzungen konnte die Arbeitsgruppe Becken bereits eine Korrelation zur Beckenringinstabilität nachweisen. Unsere Studie zeigt in erster Linie den Zusammenhang zwischen urologischen Begleitverletzungen und Frakturen des vorderen Beckenrings bzw. Symphysensprengungen (v.a. B1- Frakturen). Die Minderung der Erwerbsfähigkeit korreliert nicht mit der Komplexität der Fraktur. Die B1-Fraktur nimmt (wie bei den Begleitverletzungen) eine Sonderrolle ein und ist so maßgeblich an der hohen durchschnittlichen MdE für die B-Frakturen beteiligt. Das ist auf die häufigen urologischen Begleitverletzungen zurück zu führen welche durch die anatomische Nähe des vorderen Beckenrings und der Symphyse zum Urogenitaltrakt verursacht werden. Die Studie zeigt die erheblichen Auswirkungen v.a. von (partiell) instabilen Beckenringfrakturen auf die Erwerbsfähigkeit.

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