Klinisches Bild, Entwicklungsparameter und Kernspintomographie des Gehirns bei Globoidzellleukodystrophie

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URI: http://hdl.handle.net/10900/113875
http://nbn-resolving.de/urn:nbn:de:bsz:21-dspace-1138753
http://dx.doi.org/10.15496/publikation-55251
Dokumentart: Dissertation
Date: 2021-03-30
Language: German
Faculty: 4 Medizinische Fakultät
Department: Medizin
Advisor: Krägeloh-Mann, Ingeborg (Prof. Dr.)
Day of Oral Examination: 2021-02-11
DDC Classifikation: 610 - Medicine and health
Keywords: Leukodystrophie
Other Keywords: MRT-Pattern
Krankheitsverlauf
License: Publishing license excluding print on demand
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Inhaltszusammenfassung:

Bei Morbus Krabbe bzw. Globoidzellleukodystrophie handelt es sich um eine seltene lysosomale Speichererkrankung, die durch einen genetisch bedingten Mangel des Enzyms β-Galactocerebrosidase hervorgerufen wird. Bisher war vor allem die klassische infantile Form beschrieben und bekannt. Es wurde davon ausgegangen, dass diese über 90 Prozent der Krabbe-Erkrankung ausmacht. Neuere Arbeiten wiesen darauf hin, dass andere Formen mit späterem Beginn dadurch vermutlich unterschätzt werden. Für Deutschland gab es bisher keine systematische Untersuchung klinischer und kernspintomographischer Daten über das gesamte Spektrum der Krankheitsformen in dieser Größenordnung. Daher war eine Fragestellung dieser Arbeit wie sich die Häufigkeiten der verschiedenen Krankheitsformen tatsächlich darstellen. Durch diese Arbeit mit einem für die seltene Erkrankung verhältnismäßig großen Kollektiv von knapp 40 Patienten konnte gezeigt werden, dass die späten Krankheitsformen mit einem Onset nach dem ersten Lebensjahr über 20 Prozent ausmachen und bisher in ihrer Häufigkeit unterschätzt wurden. Insgesamt 38 Fragebögen zu klinischen Daten gingen in die Auswertung dieser Arbeit ein. Außerdem lagen von 27 dieser Patienten insgesamt 38 MRTs vor. Da von einigen der Patienten mehrere Verlaufs-MRT-Bilder vorlagen, konnten damit auch Aussagen zu den MRT-Veränderungen im Krankheitsverlauf getroffen werden und Strukturen, die früh bzw. spät im Krankheitsverlauf betroffen sind, identifiziert werden. Sowohl die Erstsymptome, der Krankheitsverlauf, vor allem auch die Geschwindigkeit der Progredienz, als auch das kernspintomographische Pattern variieren je nach Alter bei Onset und definieren damit die Krankheitsform. Während die infantile Form vor allem Irritabilität, Unruhe und Reizbarkeit sowie Entwicklungsrückschritte als Erstsymptome aufweist, zeigte diese Arbeit, dass alle späteren Formen mit Auffälligkeiten in der Grobmotorik, in der Regel einer Gangstörung beginnen. Gerade zu Beginn der Erkrankung bzw. in der Diagnostik kommt dem MRT eine wichtige Bedeutung zu (infantil: diffuse Beteiligung der weißen Substanz und spezifisch cerebellärer Strukturen, later onset: parieto-occipitale weiße Substanz und Splenium, adult: motorische Bahnen). Vor allem wenn die Erkrankung noch nicht weit fortgeschritten ist und die Symptome noch relativ unspezifisch sind, kann die Erkennung des MRT-Patterns entscheidend für die Prognose des Patienten sein, da eine frühe Diagnosestellung bei den Krankheitsformen mit späterem Onset die Therapie einer HSZT ermöglichen kann. Für die Patienten mit infantiler Krankheitsform konnte bisher keine Evidenz für eine Empfehlung der HSZT gefunden werden. Da es entscheidend ist, frühzeitig den Verdacht auf diese Erkrankung zu stellen, ist es wichtig, dass die zu Beginn konsultierten Ärzte diese Diagnose bei relativ unspezifischen Erstsymptomen dennoch in Betracht ziehen und schnell in entsprechende Zentren zur Diagnosestellung überweisen. Damit diese Erkrankung in Betracht gezogen wird, ist es wichtig die Ärzte entsprechend zu sensibilisieren und die unterschiedlichen Gesichter des Morbus Krabbe verstärkt zu thematisieren.

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