Behaviorale und neuronale Korrelate der adulten Aufmerksamkeitsdefizit-/Hyperaktivitätsstörung (ADHS) - und deren Implikationen für den diagnostischen Prozess

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URI: http://hdl.handle.net/10900/109128
http://nbn-resolving.de/urn:nbn:de:bsz:21-dspace-1091282
http://dx.doi.org/10.15496/publikation-50505
Dokumentart: Dissertation
Date: 2020-11-03
Language: German
Faculty: 7 Mathematisch-Naturwissenschaftliche Fakultät
Department: Psychologie
Advisor: Schönenberg, Michael (apl. Prof. Dr.)
Day of Oral Examination: 2020-09-17
DDC Classifikation: 150 - Psychology
Keywords: Aufmerksamkeitsdefizit-Syndrom
License: Publishing license excluding print on demand
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Inhaltszusammenfassung:

Erwachsene mit einer Aufmerksamkeitsdefizit-/Hyperaktivitätsstörung leiden aufgrund des persistierenden Aufmerksamkeitsdefizites unter einer erhöhten Ablenkbarkeit, die zu Beeinträchtigungen in unterschiedlichen Funktionsbereichen, z. B. in beruflichen oder sozialen Kontexten, führen. Ätiologisch gesehen, können diese Defizite auf exekutive Dysfunktionen (behaviorales Korrelat) zurückgeführt werden. Allerdings ist die Befundlage hierzu gemischt. Es gibt keine eindeutigen Aussagen zu Unterschieden in neuropsychologischen Verhaltens- und Reaktionsaufgaben zwischen gesunden Erwachsenen und denen mit einer ADHS. Als ein weiteres potenzielles behaviorales Korrelat wurde die visuelle Aufmerksamkeit mit Hilfe des Paradigmas der Binokularen Rivalität (BR) untersucht. Vorherige Studien mit Kindern bzw. Jugendlichen mit ADHS konnten Defizite in diesem Bereich zeigen. Untersuchungen an betroffenen Erwachsenen wurden bisher nicht durchgeführt. Im Bereich der neuronalen Veränderungen findet man ebenfalls keine eindeutigen Aussagen. Untersuchungen mit einem Elektroenzephalogramm (EEG) zeigen unterschiedliche Ergebnisse. Die vorliegende Arbeit hatte zum Ziel, behaviorale und neuronale Korrelate der adulten ADHS an einer großen Stichprobe zu untersuchen, um somit einen Beitrag zur bisherigen Datenlage zu liefern. Hierbei wurde zudem auch das Forschungsfeld der subsyndromalen ADHS betrachtet. In einem zweiten Schritt wurden Implikationen der ADHS-spezifischen Korrelate zur Verwendung als objektive Marker für den diagnostischen Prozess erörtert. Ein hauptsächlicher Befund war das Vorhandensein exekutiver Dysfunktionen sowie auf einer basalen Ebene vorhandenes Inhibitionsdefizit. Diese neuropsychologischen Beeinträchtigungen gelten als ein behaviorales Korrelat und können somit als ein objektiver Marker zur Unterstützung im diagnostischen Prozess angesehen werden. Bei der Erfassung von elektrophysiologischen Veränderungen konnten keine signifikanten Unterschiede festgestellt werden und somit auch in einem weiteren Schritt nicht zu diagnostischen Zwecken empfohlen werden.

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