Schlafabhängige Konsolidierung emotionaler und prozeduraler Gedächtnisinhalte bei Kindern mit Autismusspektrumstörung

DSpace Repository


Dateien:

URI: http://hdl.handle.net/10900/108807
http://nbn-resolving.de/urn:nbn:de:bsz:21-dspace-1088072
http://dx.doi.org/10.15496/publikation-50184
Dokumentart: Dissertation
Date: 2020-10-30
Language: German
Faculty: 4 Medizinische Fakultät
Department: Medizin
Advisor: Renner, Tobias (Prof. Dr.)
Day of Oral Examination: 2020-10-01
DDC Classifikation: 610 - Medicine and health
Keywords: Autismus , Gedächtnis , Schlafverhalten
Other Keywords:
Autism spectrum disorder
procedural memory
emotional memory
memory consolidation
sleep
License: Publishing license excluding print on demand
Show full item record

Inhaltszusammenfassung:

Bei Kindern mit Autismusspektrumstörung (ASD) ist neben charakteristischen Merkmalen wie Auffälligkeiten in sozialer Kommunikation und Interaktion sowie stereotypen Verhaltensweisen häufig die Schlafqualität beeinträchtigt. Dabei zeigten mehrere Untersuchungen den positiven Effekt von Schlaf auf die Gedächtniskonsolidierung. Zielsetzung der vorliegenden Arbeit war es, die schlafabhängige Gedächtniskonsolidierung von emotionalen und prozeduralen Inhalten bei Kindern mit ASD zu untersuchen, um eine mögliche Beeinträchtigung der Gedächtniskonsolidierung von Kindern mit ASD im Zusammenhang mit Schlafproblemen nachzuweisen. In der prospektiven Studie wurden 21 männliche Autisten und 20 männliche Kontrollkinder zwischen 9 und 12 Jahren eingeschlossen. Kontroll- und klinische Gruppen wurden dabei nach Alter und Intelligenzquotienten gematcht. Beide Gruppen absolvierten jeweils in einer Schlaf- (mit nächtlichem Schlafintervall zwischen Encoding und Recall) und Wachbedingung (tagsüber, kein Schlafintervall zwischen Encoding und Recall) verschiedene Gedächtnisaufgaben am Computer. In vorliegender Arbeit wurden zwei der durchgeführten Gedächtnisaufgaben ausgewertet: Emo Memo Task (emotionale Gedächtniskonsolidierung) und Button Box Task (prozedurale Gedächtniskonsolidierung). Im Emo Memo Task zeigten die Kinder der klinischen Gruppe insgesamt signifikant schlechtere Ergebnisse beim Wiederkennen von emotionalen Bildinhalten. Es ergab sich in beiden Gruppen eine höhere Wiedererkennungsrate für negative Bildhinhalte. Beide Gruppen profitierten vom Schlaf zwischen Encoding und Recall, jedoch zeigten sich diesbezüglich keine Unterschiede zwischen der klinischen Gruppe und der Kontrollgruppe. Im Button Box Task erzielten beide Gruppen ähnliche Reaktionszeiten und Fehlerraten. In der freien Wiedergabe der Reihenfolge zeigten Kinder mit ASD tendenziell schlechtere Ergebnisse. Für beide Gruppen ließ sich im Button Box Task keine signifikante Beeinflussung der Ergebnisse durch das Schlafintervall nachweisen. Zusammenfassend lässt sich sagen, dass trotz insgesamt schlechterer Leistung der klinischen Gruppe die Fähigkeit zur schlafabhängigen Gedächtniskonsolidierung bei Kindern mit ASD grundsätzlich vorhanden ist. Abweichungen in der Ausbildung von Repräsentationen im Langzeitgedächtnis bei ASD könnten somit möglicherweise weniger als Folge von Problemen im Konsolidierungsprozess an sich, sondern durch Unterschiede in vorgeschalteten Verarbeitungsprozessen (Encoding) erklärt werden.

This item appears in the following Collection(s)