Untersuchung des Zusammenhangs zwischen kapillarmikroskopischen Veränderungen und der Nierenbeteiligung bei Systemischer Sklerose

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URI: http://hdl.handle.net/10900/99434
http://nbn-resolving.de/urn:nbn:de:bsz:21-dspace-994342
http://dx.doi.org/10.15496/publikation-40815
Dokumentart: Dissertation
Date: 2020-03-31
Language: German
Faculty: 4 Medizinische Fakultät
Department: Medizin
Advisor: Kötter, Ina (Prof. Dr. med.)
Day of Oral Examination: 2020-03-02
DDC Classifikation: 610 - Medicine and health
Keywords: Rheumatologie , Sklerodermie , Kapillarmikroskopie , Niereninsuffizienz
Other Keywords: Resistance Index
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Inhaltszusammenfassung:

Einleitung: Die systemische Sklerose (SSc) ist eine seltene Erkrankung des Bindegewebes und der kleinen Gefäße. In der Pathogenese spielen autoimmune Prozesse eine wichtige Rolle. Eingeteilt wird sie in eine limitiertkutane und eine diffus-kutane Form, nebst weiteren selteneren Untergruppen. Eine progrediente Fibrose der Haut und der inneren Organe sowie vaskulopathische Veränderungen stehen im Vordergrund der Klinik. Wesentliches Mittel der Diagnosestellung ist die Kapillarmikroskopie. Unter dem Mikroskop sind häufig charakteristische Veränderung der Kapillaren am Nagelfalz zu erkennen. Der Befund lässt sich nach Cutolo in drei Gruppen (früh, aktiv, spät) und nach Carpentier in vier Stadien klassifizieren. Organbeteiligungen können neben der Haut unter anderem das Herz, die Lunge, den Gastrointestinaltrakt und die Niere betreffen. Neben der akuten Form der renalen Beteiligung, der renalen Krise, fand man bei 60-80 % der Patienten chronisch progrediente Nierenfunktionseinschränkungen. Dies verläuft meist asymptomatisch. In der Diagnostik ist regelmäßiges Überprüfen standardisierter Organparameter wichtig zur Früherkennung und Verlaufsbeurteilung. Im Fall der Niere umfasst das Blutdruckmessungen, die Bestimmung des Serumkreatinins und einer Proteinurie-Diagnostik. Primäres Ziel dieser Arbeit ist es den Wert der Kapillarmikroskopie für die renale Beteiligung zu bestimmen. Sekundäre Fragestellungen sind darüber hinaus die Assoziation unserer zwei Hauptparameter (die Kapillarmikroskopie und die renale Beteiligung) mit weiteren Organbeteiligungen, i.e. einer pulmonalen, kardialen, gastro-intestinalen und dermalen Beteiligung. Material und Methoden: In dieser prospektiven, nicht verblindeten Kohortenstudie schlossen wir insgesamt 95 Patienten ein. Ausgeschlossen wurden Patienten mit Nierenfunktionsstörungen anderer Genese. Als renale Parameter wurden laborchemisch die Kreatinin GFR nach der CKD-EPI- Formel, die Cystatin C GFR und eine quantifizierte Proteinurie bestimmt. Sonographisch erhoben wir den Resistance Index der Nieren. Außerdem wurde eine Kapillarmikroskopie durchgeführt. Der Befund wurde nach Cutolo und nach Carpentier klassifiziert. Zusätzlich bestimmten wird den capillaroscopic skin ulcer risk index (CSURI). Als Nebenparameter erhoben wir unter anderem den modifizierten Rodnan Skin Score (mRSS) und als kardialen Marker wurde das Brain Natriuretic Peptide (BNP) bestimmt. Für den Antikörperstatus wurde das Antinukleäre Antikörper (ANA)-Muster und die SCL70-Antikörper analysiert. Ergebnisse: Von den 95 Patienten (68 Frauen und 27 Männer) hatten 72 Patienten eine limitiert kutane SSc, 15 Patienten eine diffus kutane SSc, 5 Patienten eine SSc sine Skleroderma und 3 Patienten ein Overlap- Syndrom. Das mediane Alter lag bei 59 Jahren (19-82). Die mittlere Kreatinin-basierte GFR nach der CKD-EPI-Formel lag bei 85 ml/min und die mittlere, berechnete Cystatin-GFR bei 73 ml/min. Wir konnten einen signifikanten Zusammenhang der Kapillarmuster nach Cutolo sowie der Stadien nach Carpentier mit der Kreatinin-GFR zeigen (0,009 bzw. 0,016). Auch für den RI ergab sich sowohl mit den Kapillarmustern nach Cutolo als auch mit den Stadien nach Carpentier ein signifikanter Zusammenhang mit jeweils einem p- Wert von unter 0,001. Einen multiple Regressionsanalyse identifizierte das Alter und die Kapillarmuster nach Cutolo als signifikante, unabhängige Prädikatoren. Keinen signifikanten Zusammenhang fanden wir zwischen der Kapillarmikroskopie und der Cystatin C GFR. Interessanterweise war ein Vorliegen gastrointestinaler Symptome mit einem signifikant fortgeschrittenerem Kapillarmuster assoziiert. Diskussion: Wir konnten zeigen, dass kapillarmikroskopische Veränderungen mit einer Nierenbeteiligung in der SSc assoziiert sind. Eine wichtige Limitierung ist die teilweise subjektive und fließende Einteilung der Kapillarmuster bzw. Stadien. Weitere Studien könnten den prädiktiven Wert der Kapillarmikroskopie für renale Komplikationen im Zeitverlauf untersuchen. Unsere Ergebnisse bestätigen, dass Patienten mit spätem Kapillarmuster signifikant schlechtere Nierenparameter aufweisen. Regelmäßige Untersuchungen der Niere scheinen bei diesen Patienten besonders sinnvoll.

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