Rauchen versus postoperative Komplikationen und verzögerte Frakturheilung - Gibt es einen prädiktiven Immunzellmarker bei der Blutentnahme?

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URI: http://hdl.handle.net/10900/98408
http://nbn-resolving.de/urn:nbn:de:bsz:21-dspace-984089
http://dx.doi.org/10.15496/publikation-39789
Dokumentart: Dissertation
Date: 2020-02-28
Language: German
Faculty: 4 Medizinische Fakultät
Department: Medizin
Advisor: Nüssler, Andreas (Prof. Dr.)
Day of Oral Examination: 2020-01-14
DDC Classifikation: 610 - Medicine and health
Keywords: Nicotin , Rauchen , Tabakkonsum , Frakturheilung , Unfallchirurgie
Other Keywords: Operative Komplikationen
Risikopatient
Risikoscore
License: Publishing license excluding print on demand
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Inhaltszusammenfassung:

Postoperative Komplikationen bei unfallchirurgischen Patienten sind häufig und mit enorm hohem Aufwand und Kosten für das Gesundheitssystem verbunden. Insbesondere bei Patienten mit Tabakkonsum scheinen vorrangig postoperative Komplikationen aufzutreten. Gegenstand dieser Arbeit ist daher die Evaluation möglicher Risikofaktoren, die mit dem gehäuften Auftreten von Komplikationen einhergehen. Das Hauptziel besteht darin, Immunzellmarker im Patientenblut, vor allem im präoperativen Blutbild von Rauchern, zu identifizieren, die der Früherkennung von Hochrisikopatienten in der Unfallchirurgie dienen könnten. Nahezu jeder dritte, für die statistischen Auswertungen dieser Arbeit herangezogene, stationär in die Berufsgenossenschaftliche Unfallklinik Tübingen (BG) aufgenommene Patient, entwickelt nach einem unfallchirurgischen Eingriff Komplikationen. Diese können sich beispielsweise in Form von Infektion, Wundheilungsstörung oder Thrombose zeigen und möglicherweise letal enden. Insbesondere chronischer Zigarettenkonsum kann zu verzögerter Frakturheilung, zum gehäuften Auftreten von Pseudarthrosen, sowie zu Wundheilungsstörungen führen, was bereits in einigen vorangegangenen Studien gezeigt werden konnte. Der Konsum von Tabak kann in dieser Arbeit als wichtiger Risikofaktor für das Auftreten von postoperativen Komplikationen, insbesondere einer verzögerten Heilung von Frakturen, gesehen werden. Laut Weltgesundheitsorganisation (WHO) nehmen die Raucherraten in den letzten Jahren nur unzureichend ab, sodass der Konsum von Tabak und seine gesundheitsschädigenden Folgen auch in den nächsten Jahren von großer Bedeutung sein werden. Auch die zunehmende Lebenserwartung und der demographische Wandel lassen die Komplikationsproblematik in Bezug auf die Knochenheilung aktueller denn je erscheinen. Diesbezüglich spielen beispielsweise Komorbiditäten wie Malnutrition, Osteoporose und ein geschwächtes Immunsystem eine große Rolle in der Frakturheilung. In dieser Arbeit konnte gezeigt werden, dass mit Hilfe des routinemäßig präoperativ abgenommenen Blutbildes bestimmte Laborkonstellationen auf das postoperative Auftreten von Komplikationen hinweisen können. So kann beispielsweise eine bereits präoperativ bestehende Anämie, die sich durch niedrige Hämoglobin- und Hämatokritwerte äußert, gehäuft bei starken Rauchern oder älteren Patienten mit Komplikationen gefunden werden. Auch erhöhte Entzündungsparameter wie beispielweise erhöhte Leukozyten im präoperativen Blutbild rauchender Patienten, können mit dem häufigeren Eintreten von Komplikationen assoziiert sein. Inwieweit die in dieser Arbeit identifizierten Risikokonstellationen zwischen Blutbild und weiteren patientenassoziierten Risikofaktoren jedoch für die Prävention von postoperativen Komplikationen eine Rolle spielen können, muss in weiterführenden randomisierten, klinischen Studien gezeigt werden. Beispielsweise könnte die präoperative Verabreichung von Eisen, Erythropoetin (EPO), Antibiotika oder eine Ernährungsumstellung in Zukunft einen höheren Stellenwert erlangen, um Morbidität und Mortalität zu senken, und um die zusätzlichen Kosten für das Gesundheitssystem auf ein Minimum zu reduzieren.

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