Leitsymptom Kopfschmerz in der neurologischen Notfallambulanz – Patientenprofile, Epidemiologie und diagnostische Algorithmen

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dc.contributor.advisor Freilinger, Tobias (Prof. Dr.)
dc.contributor.author Mielke, Teresa Enriqueta Rosa
dc.date.accessioned 2020-02-25T07:58:24Z
dc.date.available 2020-02-25T07:58:24Z
dc.date.issued 2020-02-25
dc.identifier.other 1690913312 de_DE
dc.identifier.uri http://hdl.handle.net/10900/98322
dc.identifier.uri http://nbn-resolving.de/urn:nbn:de:bsz:21-dspace-983229 de_DE
dc.identifier.uri http://dx.doi.org/10.15496/publikation-39703
dc.description.abstract Hintergrund und Zielsetzung: Kopfschmerzen zählen nicht nur im niedergelassenen Bereich, sondern auch in Notfallambulanzen zu den häufigsten Ursachen für ambulante Arztbesuche. Insgesamt gibt es hierzu nur wenige epidemiologische Daten. Insbesondere sind spezifische Analysen über die Charakteristika von akuten Kopfschmerzpatienten im Rahmen einer spezialisiert neurologischen Notfallambulanz rar. Ziel war es daher, Patientencharakteristika und diagnostische Mittel der neurologischen Ambulanz abzubilden. Methoden: Die Arbeit wurde in der Neurologischen Poliklinik der Universität Tübingen durchgeführt. Mittels einer retrospektiven Analyse wurden über eine Dauer von sechs Monaten alle Patienten identifiziert, die sich notfallmäßig mit dem Leitsymptom Kopfschmerz vorstellten. Dabei wurden Parameter der Patienten- und Kopfschmerzcharakteristik, der Diagnostik und der Diagnose erfasst. Ergebnisse: Es wurden insgesamt n = 345 Patienten in die retrospektive Studie eingeschlossen, was 24,5 % aller notfallmäßig vorstelligen Patienten in der neurologischen Ambulanz entspricht. Dies waren im Schnitt zwei Patienten am Tag. 65,8% waren weiblich. Der Altersdurchschnitt betrug 41,1 Jahre. Der Vorstellungszeitpunkt nach dem Einsetzen der Beschwerden war in hohem Maß heterogen. Meist wurde das zur Vorstellung führende Kopfschmerzereignis als erstmalig angegeben. Am häufigsten wurde als Kopfschmerzcharakter „dumpf“ oder „drückend“ angegeben. N = 161 gaben explizit an, bei der aktuellen Kopfschmerzepisode bereits vor der Vorstellung in der neurologischen Ambulanz Medikamente eingenommen zu haben. In der neurologischen Untersuchung zeigten 71% keine Auffälligkeiten. Die Kopfschmerzen ließen sich in der Mehrzahl der Fälle von den Patienten und/oder Vorbehandlern im Vorfeld nicht näher zuordnen. 36,8 % aller Patienten erhielten eine primäre Kopfschmerzdiagnose, 34,2 % eine sekundäre Kopfschmerzdiagnose und 29,0 % erhielten keine näher benennbare Diagnose. N = 1 erhielt die Diagnose einer Subarachnoidalblutung. In 43,5 % der Fälle war eine stationäre Aufnahme medizinisch angezeigt. N = 11 gaben einen plötzlich einsetzenden Kopfschmerz von heftigster Intensität an. Diese wurden als Subgruppe der Donnerschlagpatienten gezielt analysiert. Der Altersdurchschnitt lag hier bei 38,3 Jahren. Signifikante Zusammenhänge konnten analysiert werden: Für eine primäre Kopfschmerzdiagnose sprachen eine bekannte Kopfschmerzerkrankung, wiederkehrende Episoden gleicher Qualität, eine klopfend/pochend/pulsierend/hämmernde Charakteristik. Eine primäre Diagnose führte häufiger zu einer intravenösen Schmerztherapie. Sekundäre Diagnosen wurden häufiger bei bereits ärztlich erfolgten Vorstellungen, einer erstmaligen Episode, erhöhten D-Dimeren im Blut und einem älteren Patienten (> 55 Jahre) gestellt. Der Vorstellungszeitpunkt war abhängig von der erfolgten Selbstmedikation sowie einer bekannten Kopfschmerzerkrankung. Ausblick: In einer universitären spezialisierten neurologischen Notfallambulanz zählt das Leitsymptom Kopfschmerz zu einem der häufigsten Vorstellungsgründe. „Übereinstimmend mit der Literatur ist eine Diagnosestellung nach den IHS-Kriterien oft anspruchsvoll (Friedman et al., 2007; Sahai-Srivastava et al., 2008)“ (Simperl et al., 2017). Die Frage nach bekannten Kopfschmerzerkrankungen und der Dauer der Beschwerden stellt eine Schlüsselfrage in der Anamnese für den behandelnden Arzt dar und kann gut als Einstiegsfrage verwendet werden. Kriterien der Red Flags sollten beachtet werden. Patienten, die früh vorstellig waren, sollten einen Therapieversuch mit intravenösen NSARs bei Verdacht auf eine primäre Kopfschmerzentität erhalten. Bei therapieresistenten Patienten sollte die Ursachenfindung im Mittelpunkt stehen. Eine in der Dissertation angefertigte Übersichtsgrafik bildet gewisse prädiktive Faktoren für eine primäre oder sekundäre Kopfschmerzdiagnose ab. Zukünftige Studien sollten sich die subjektive Beschwerdelinderung in Form eines Follow-ups näher anschauen, um Therapieerfolge feststellen zu können. de_DE
dc.language.iso de de_DE
dc.publisher Universität Tübingen de_DE
dc.rights ubt-podno de_DE
dc.rights.uri http://tobias-lib.uni-tuebingen.de/doku/lic_ohne_pod.php?la=de de_DE
dc.rights.uri http://tobias-lib.uni-tuebingen.de/doku/lic_ohne_pod.php?la=en en
dc.subject.classification Kopfschmerz , Ambulanz , Leitsymptom de_DE
dc.subject.ddc 610 de_DE
dc.title Leitsymptom Kopfschmerz in der neurologischen Notfallambulanz – Patientenprofile, Epidemiologie und diagnostische Algorithmen de_DE
dc.type PhDThesis de_DE
dcterms.dateAccepted 2020-01-23
utue.publikation.fachbereich Medizin de_DE
utue.publikation.fakultaet 4 Medizinische Fakultät de_DE

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