Assoziation des vestibulo-okulären Reflexes und dessen Suppression mit Sturzrisiko bei älteren Personen und neurodegenerativ erkrankten Personen

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URI: http://hdl.handle.net/10900/97723
http://nbn-resolving.de/urn:nbn:de:bsz:21-dspace-977237
http://dx.doi.org/10.15496/publikation-39106
Dokumentart: Dissertation
Date: 2020-02-07
Language: German
Faculty: 4 Medizinische Fakultät
Department: Medizin
Advisor: Maetzler, Walter (Prof. Dr. med.)
Day of Oral Examination: 2019-12-16
DDC Classifikation: 610 - Medicine and health
Keywords: Steele-Richardson-Olszewski-Syndrom
Other Keywords: VOR
Sturzrisiko
Parkinson
PSP
VOR-Suppression
Eyetracking
License: Publishing license excluding print on demand
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Inhaltszusammenfassung:

Die hier vorgelegte Studie thematisiert den Zusammenhang zwischen Augenreflexen und prospektiven Stürzen. Insbesondere wurde untersucht, ob die Funktion des VOR und der VOR-Suppression Risikofaktoren für Stürze sind. Hierfür wurde sowohl bei gesunden älteren Probanden als auch bei Patienten mit PD und PSP der VOR und die VOR-Suppression mittels Eyetracking gemessen. Anschließend wurden die Probanden 12 Monate lang regelmäßig zu Stürzen befragt. Anhand der so erhobenen Daten zeigte sich eine intakte VOR-Funktion aller Probandengruppen. Dass der VOR trotz Alterung und neurodegenerativen Erkrankungen so stabil erhalten bleibt, zeigt, welche entscheidende Rolle der VOR für die Koordination in der Umwelt ausübt. Die VOR-Suppression hingegen war sowohl bei den PD-Patienten als auch bei den PSP-Patienten signifikant beeinträchtigt. Diese Reduktion der VOR-Suppressionsfähigkeit war in vertikaler Richtung stärker ausgeprägt als in horizontaler Richtung. Die alte Kontrollgruppe zeigte gegenüber der jungen Kontrollgruppe keinen Unterschied in der VOR-Suppression. Bezüglich der VOR-Suppression bei PD gibt es in der Literatur kontroverse Beobachtungen. Naheliegend scheint jedoch, wie in der hier vorgestellten Studie festgestellt, dass die reduzierte VOR-Suppressionsfähigkeit aufgrund der beeinträchtigten glatten Blickfolgebewegung bei PD zu erklären ist. In Bezug auf die PSP begründen sich die charakteristischen Veränderungen der Okulomotorik vor allem durch neurodegenerative Prozesse in genau jenen Gehirnbereichen, die für die Steuerung der vertikalen Augenbewegungen essentiell sind. Auch die reduzierte VOR-Suppressionsfähigkeit ist ein Ausdruck davon. In den weiteren Analysen konnten Korrelationen zwischen der VOR-Suppressionsfähigkeit und klinischen Merkmalen festgestellt werden: Bei den PD-Patienten korrelierte die reduzierte VOR-Suppression mit der Schwere der motorischen Beeinträchtigung. Dies kann dahingehend interpretiert werden, dass mit fortschreitender Erkrankung auch zunehmend die Okulomotorik beeinflusst wird. Bei den PSP-Patienten fiel eine Korrelation zwischen der VOR-Suppression und der kognitiven Leistungsfähigkeit auf. Diesbezüglich war die ältere Kontrollgruppe unauffällig. Im Hinblick auf die prospektiv erhobene Sturzanzahl zeigte sich eine signifikant höhere Sturzhäufigkeit unter den PD-Patienten mit schlechter VOR-Suppressionsfähigkeit. Dies war in der Literatur bisher noch nicht vorbeschrieben. Es könnte bedeuten, dass eine Beteiligung der Okulomotorik bei PD ein erhöhtes Sturzrisiko mitbedingt. Bei den PSP-Patienten war die Tendenz ebenfalls festzustellen, jedoch nicht in signifikantem Ausmaß. Hier sind Stürze eher als ein Bestandteil der Erkrankung zu werten, als eine Folge von verschiedenen Risikofaktoren.

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