Entwicklung eines multivalenten Trainingssimulators für die Proktologie und proktologische Endoskopie

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URI: http://hdl.handle.net/10900/97721
http://nbn-resolving.de/urn:nbn:de:bsz:21-dspace-977210
http://dx.doi.org/10.15496/publikation-39104
Dokumentart: Dissertation
Date: 2020-02-07
Language: German
Faculty: 4 Medizinische Fakultät
Department: Medizin
Advisor: Grund, Karl-Ernst (Prof. Dr.)
Day of Oral Examination: 2020-01-14
DDC Classifikation: 600 - Technology
610 - Medicine and health
Keywords: Proktologie , Simulator
License: Publishing license including print on demand
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Inhaltszusammenfassung:

In der ärztlichen Ausbildung wird die Proktologie als Stiefkind zwischen den verschiedenen Fachdisziplinen vernachlässigt. Dem gegenüber sind proktologische Krankheitsbilder ein Volksleiden und die sichere Beherrschung der Untersuchungstechniken unabdingbar. Gleichzeitig ist das Erlernen praktischer Fähigkeiten am Patienten, in einem so sensiblen Bereich wie der Proktologie, ethisch und moralisch nicht zu vertreten. Es besteht eine Art „circulus vitiosus“, der durch den zusätzlich noch vorherrschenden Mangel an künstlichen Trainingsmodellen, verstärkt wird. Vorhandene Trainingsmodelle, sowohl Kunststoffmodelle wie auch die häufig in Kursen verwendeten Tierpräparate, entsprechen in Optik, Haptik, Anatomie, Physiologie und Intervenierbarkeit nur ansatzweise den Anforderungen. Basierend auf den etablierten Tübinger Phantomen für flexible Endoskopie, erfolgte eine konsequente Weiterentwicklung zu einem neuartigen Hands-on-Phantom für die Kolo – Proktologie. Dabei wurde die komplexe Anatomie weitgehend realistisch mit Nates, externen Genitalia, voll funktionsfähigem Sphinkter, Knochentastpunkten, verschiedenen Uteri/Prostatae und Darstellung der Schleimhautoberflächen umgesetzt. Der hier entwickelte Simulator ermöglicht damit erstmals eine vollständige dynamische proktologische Untersuchung: Inspektion, bimanuelle digitale rektale Untersuchung, weiterführende Endoskopie, mittels flexibler und starrer Instrumente, sowie auch Interventionen können im patientenanalogen Setting erfolgen. Durch den tiermaterialfreien Aufbau ist der Simulator hygienisch unbedenklich, sämtliche Untersuchungen sind beliebig oft und vollständig reproduzierbar durchführbar, verschiedene pathologische Befunde verbessern dabei den Lerneffekt. In einer Evaluation mit verschiedenen Experten und Trainees konnten einzelne Schwächen identifiziert, und Verbesserungen weiter in Richtung künstlicher Patient und Kleinserienfertigung vorgenommen werden. Zusammenfassend ermöglicht der neue Simulator somit eine sehr effektive ärztliche Ausbildung in der Proktologie und kann einen bedeutsamen Beitrag zur Patientensicherheit leisten.

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