Antikörperprofile früher CMV Primärinfektionen in der Schwangerschaft

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URI: http://hdl.handle.net/10900/95207
http://nbn-resolving.de/urn:nbn:de:bsz:21-dspace-952077
http://dx.doi.org/10.15496/publikation-36590
Dokumentart: Dissertation
Date: 2019-11-28
Language: German
Faculty: 4 Medizinische Fakultät
Department: Zahnmedizin
Advisor: Hamprecht, Klaus (Prof. Dr. Dr.)
Day of Oral Examination: 2019-09-30
DDC Classifikation: 610 - Medicine and health
Keywords: Cytomegalie-Virus
License: Publishing license excluding print on demand
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Inhaltszusammenfassung:

Die intrauterine CMV-Infektion ist die häufigste aller viralen Infektionen in der Schwangerschaft. Etwa 0,5% - 4% der Schwangeren durchlaufen eine Primärinfektion (PI) mit dem Zytomegalievirus, der Großteil dieser bleibt jedoch aufgrund eines symptomlosen Verlaufs unerkannt. Wird das Virus auf den Feten übertragen, kann es zu diversen Symptomen kommen, welche sowohl das Zentralnervensystem betreffen, als auch extrazerebral, im retikuloendothelialen System (RES) nachweisbar sein können. Ein CMV Antikörperscreening in der Schwangerschaft ist trotz der Möglichkeit zur frühen Identifizierung von Risikoschwangeren nach aktueller Konsensus-Leitlinie nicht empfohlen (Rawlinson et al. 2017), weshalb in Deutschland die Identifizierung schwangerer Frauen mit einer CMV PI rein zufällig ist und das Risiko für ZNS- Schädigungen bei Neugeborenen erhöht ist. Im Rahmen der vorliegenden Arbeit wurde das CMV-Monitoring von insgesamt 90 Schwangeren mit CMV-PI hinsichtlich ihres Serostatus bei der Erstdiagnose ausgewertet. 40 dieser Frauen wurden zusätzlich als Studienkollektiv gesondert mit CMV-spezifischem HIG behandelt. Kriterien dieser Auswahl war ein GA ≤ 14,857 Wochen bei der Erstdiagnose und das Einverständnis zur Durchführung einer Amniozentese in der 21. SSW zum Ausschluss einer maternofetalen CMV-Transmission. Kohorte I umfasst neben den 40 Patientinnen des HIG-Studienkollektivs 27 weitere Frauen mit GA ≤ 14,857 Wochen. 33 Frauen mit GA ≥ 15 Wochen wurden als Kohorte II zusammengefasst. Zur Bestimmung des CMV IgG/IgM und der IgG Avidität dienten die Enzymimmunoassays (EIAs) ECLIA und CMIA. Der rekombinante Immunblot wurde zur Bestätigung der Primärinfektion durchgeführt. Um die Ergebnisse von ECLIA und CMIA bezüglich der CMV Avidität als richtig oder falsch einordnen zu können, wurde der rekombinante Aviditätsimmunblot als Referenzstandard herangezogen. Die Datenevaluierung zeigt signifikante Unterschiede zwischen den EIAs ECLIA und CMIA für alle drei Studienkohorten für das CMV IgG und zusätzlich beim HIG Studienkollektiv und der Kohorte I für die IgG Avidität. Die Ermittlung der CMV IgG Antikörperkonzentrationen zeigte sich signifikant different zwischen ECLIA und CMIA (p < 0,0001 für alle drei Studienkollektive). Deren Mediane für ECLIA-IgG liegen bei 6,6 U/ml, 5,95 U/ml und 4,74 U/ml, während deren Mittelwerte bei 11,98 Uml, 12, 65 U/ml und 13,83 U/ml bestimmt wurden. Mit CMIA ergeben sich signifikant höhere Mediane von 102 AU/ml, 98,95 AU/ml und 82,6 AU/ml mit Mittelwerten von 129,22 AU/ml, 117,26 AU/ml und 88,69 AU/ml. Jedoch gibt es für das CMV IgG noch keinen WHO - Standard, was dazu führt, dass verschiedene Einheiten für ECLIA und CMIA vorliegen und diese nicht direkt miteinander vergleichbar sind. Virologisches Einschlusskriterium für die HIG-Studienkohorte war das Fehlen der anti-gB2-IgG-Serokonversion sowie niedrige IgG Aviditäten im Immunblot und ECLIA, was das Vorliegen einer CMV Primärinfektion bestätigt. Erwähnenswert ist die Reaktivität aller Sera der Kohorte I und des HIG Studienkollektivs gegen das p65 Tegumentprotein im recomLine IgG Test neben dem konstitutiven Nachweis von anti-CMV pp150 IgG. Die Gegenüberstellung des CMV IgG und der CMV IgG Avidität in Streudiagrammen zeigt, dass ECLIA bei niedrigem CMV IgG auch niedere Aviditäten und bei hohem CMV IgG hohe Aviditäten ermittelt. Hohe IgG Konzentrationen korrelieren bei CMIA mit niederen und hohen IgG Aviditäten sowie hohe IgG Aviditäten mit niedrigen und hohen IgG Konzentrationen. CMIA ermittelt in 7/40 Fällen (17,5%) des HIG-Studienkollektivs, in 8/53 Fällen (15,1%) der Kohorte I (4/57 nicht auswertbar) und in 3/33 Fällen (9,1%) der Kohorte II falsch hohe IgG Aviditäten, was einer latenten CMV-Infektion und nicht einer CMV Primärinfektion entspricht und damit zu Fehldiagnosen führen kann. Es zeigt sich, dass die EIAs ECLIA und CMIA nicht isoliert zur Diagnostik einer CMV PI in der Schwangerschaft genutzt werden können. Es ist notwendig verschiedene Testsysteme in Kombination zu verwenden, um eine sichere Diagnose zu stellen. Diese Untersuchungen bieten Evidenz dafür, dass sowohl der quantitative CMIA IgG Test als auch der CMV IgG Aviditätstest im Kontext der CMV-Primärinfektion in der Schwangerschaft im Vergleich zum ECLIA Test signifikante Divergenzen aufweist, was dazu führen kann eine CMV PI zu übersehen.

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