Der postpartal steigende Sauerstoffpartialdruck hemmt myeloide Supressorzellen (MDSC) und reguliert die Immunadaptation des Neugeborenen

DSpace Repository


Dateien:

URI: http://hdl.handle.net/10900/95057
http://nbn-resolving.de/urn:nbn:de:bsz:21-dspace-950577
http://dx.doi.org/10.15496/publikation-36441
Dokumentart: Dissertation
Date: 2019-11-21
Language: German
Faculty: 4 Medizinische Fakultät
Department: Medizin
Advisor: Gille, Christian (PD Dr.)
Day of Oral Examination: 2018-11-14
DDC Classifikation: 610 - Medicine and health
Keywords: Myeloide Suppressorzelle
License: Publishing license including print on demand
Order a printed copy: Print-on-Demand
Show full item record

Inhaltszusammenfassung:

Die fetale Inflammationsreaktion intrauterin unterscheidet sich von der des Neugeborenen postpartal. Zu Gunsten des Schwangerschaftserhaltes sind proinflammatorische Prozesse abgeschwächt. Die geringere proinflammatorische Potenz des fetalen Immunsystems wird als „physiologische Unreife“ des Immunsystems zum Schutz vor einer Abstoßungsreaktion gegenüber des semiallogenen mütterlichen Organismus gesehen. Die zugrunde liegenden Mechanismen, die diese „Dämpfung“ des fetalen Immunsystems bedingen, sind jedoch weitestgehend unklar, ebenso sind die Mechanismen, welche eine fetomaternale Toleranz ermöglichen noch nicht vollständig verstanden. Gr-MDSC wurden bisher vor Allem in Tumorgewebe untersucht. Die in dieser Arbeit vorgestellten Ergebnisse zeigen jedoch, dass Gr-MDSC auch im Nabelschnurblut vermehrt vorliegen. In der vorgelegten Arbeit ging es weiterhin darum, ob Hypoxie einen Einfluss auf die durch sie ausgelöste Immunmodulation hat. Mittels Durchflusszytometrie konnte gezeigt werden, dass die Gr-MDSC aus Nabelschnurblut unter hypoxischen Bedingungen mehr Arginase-1 exprimieren als unter normoxischen Bedingungen. Dadurch könnten Sie Einfluss auf die Immunantwort nehmen, indem die T-Zell-Proliferation gehemmt wird. In den durchgeführten Versuchen zur T-Zell-Proliferation konnte zwar eine eindeutige Hemmung nachgewiesen werden, diese zeigte sich aber unter hypoxischen Bedingungen schwächer als unter normoxischen Bedingungen. Dies kann daran liegen, dass die Hypoxie und die Arginase-1 Expression nicht alleine für die Immunmodulation verantwortlich sind. Hier ergibt sich die Fragestellung ob die Immunantwort allein durch Gr-MDSC gehemmt werden kann und welche Rolle die Verzahnung des adaptiven und des angeborenen Immunsystems im Rahmen der fetomaternalen Toleranz spielt, für zukünftige Forschungsansätze. In einer anderen Arbeit der Gruppe konnte gezeigt werden, dass Gr-MDSC auch im Blut von Schwangeren erhöht sind. Auch die Frage, ob ein Vorkommen von mütterlichen und fetalen Gr-MDSC zusammen und nicht nur die fetalen Gr-MDSC allein die Immunantwort modulieren, sollte in weiteren Versuchen untersucht werden, da die postnatale Adaptation nicht nur durch den ansteigenden Sauerstoffpartialdruck, sondern eventuell auch durch den Wegfall der mütterlichen Gr-MDSC getriggert sein könnte. Das Vorhandensein und die Funktion fetaler und neonataler Gr-MDSC scheint durch Hypoxie beeinflussbar zu sein. Der Wechsel zwischen pränataler Hypoxie zu postnataler Normoxie scheint nach den vorliegenden Ergebnissen jedoch nicht allein für die immunsuppressive Wirkung der Gr-MDSC verantwortlich.

This item appears in the following Collection(s)