Effektivität einer selektiven digestiven Dekontamination in hämato-onkologisch erkrankten, neutropenen Patienten

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URI: http://hdl.handle.net/10900/94096
http://nbn-resolving.de/urn:nbn:de:bsz:21-dspace-940963
http://dx.doi.org/10.15496/publikation-35480
Dokumentart: Dissertation
Date: 2019-10-31
Language: German
Faculty: 4 Medizinische Fakultät
Department: Medizin
Advisor: Tacconelli, Evelina (Prof. Dr.)
Day of Oral Examination: 2019-07-18
DDC Classifikation: 610 - Medicine and health
Keywords: Extended-Spectrum Beta-Lactamase
License: Publishing license including print on demand
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Inhaltszusammenfassung:

Eine selektive digestive Dekontamination (SDD) wird derzeit empfohlen, um das Risiko von nosokomialen Infektionen in Intensivpatienten zu reduzieren. Die Effektivität der SDD in anderen Situationen ist bislang kaum bekannt. Ziel der Arbeit ist es, die Wirksamkeit einer SDD bezogen auf die Reduktion der Inzidenz von Bakteriämien, verursacht durch ESBL-Enterobakterien in hämato-onkologisch erkrankten, neutropenen Patienten, zu bestimmen. In der vorliegenden Studie wurden dazu vier verschiedene Themengebiete anhand eines systematischen Reviews behandelt. Um die Dynamik von ESBL-Enterobakterien auf hämato-onkologischen Stationen zu erfassen, wurde ein stochastisches Simulationsmodell (Markov-Chain-Monte-Carlo-Verfahren) erstellt, welches eine Population generiert und den jeweiligen Status der Patienten dieser Population (kolonisiert/infiziert) während des Krankenhaus-aufenthaltes ermittelt. Die Patientenpopulation besteht aus hämato-onkologisch erkrankten Patienten, welche für den ersten Chemotherapie-Zyklus auf eine onkologische Station aufgenommen werden. Die Wahrscheinlichkeit dieser Patienten ESBL-positiv zu sein, entspricht den Prävalenzzahlen der Allgemein-bevölkerung (geringe Wahrscheinlichkeit 7%, mittlere Wahrscheinlichkeit 18%, hohe Wahrscheinlichkeit 29%). Die Patienten werden in dem Modell randomisiert der SDD-Gruppe oder der Kontroll-Gruppe (erhalten keine SDD) zugeteilt. Patienten der SDD-Gruppe erhalten die SDD-Therapie für insgesamt zehn Tage. Der Beginn dieser Therapie wird auf einen Tag, sieben Tage oder 28 Tage vor Chemotherapie-Beginn festgelegt. Das Simulationsmodell zeigt, dass eine SDD, welche vor der Chemotherapie begonnen wird, die Inzidenz von ESBL-Bakteriämien in hämato-onkologisch erkrankten, neutropenen Patienten innerhalb einer 30-tägigen Krankenhaus-liegedauer signifikant reduziert. Der größte Nutzen einer SDD konnte bei Patienten mit einer hohen ESBL-Prävalenz bei Krankenhausaufnahme gezeigt werden (p<0.01); hier scheinen neutropene Patienten von einer SDD-Therapie zu profitieren, unabhängig davon, wann die SDD-Therapie vor der Chemo-therapie begonnen wird. Um eine finale Aussage über die Effektivität einer SDD-Therapie in hämato-onkologisch erkrankten, neutropenen Patienten treffen zu können, wird die Durchführung einer randomisiert kontrollierten Studie empfohlen.

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