Die prognostische Relevanz einer CMV-Infektion nach allogener hämatopoetischer Stammzelltransplantation

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URI: http://hdl.handle.net/10900/87678
http://nbn-resolving.de/urn:nbn:de:bsz:21-dspace-876784
http://dx.doi.org/10.15496/publikation-29064
Dokumentart: Dissertation
Date: 2019-04-10
Language: German
Faculty: 4 Medizinische Fakultät
Department: Medizin
Advisor: Bethge, Wolfgang (Prof. Dr.)
Day of Oral Examination: 2019-03-20
DDC Classifikation: 610 - Medicine and health
Keywords: Cytomegalie-Virus
Other Keywords: Stammzelltransplantation
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Inhaltszusammenfassung:

Virale Infektionen sind trotz großer Fortschritte in deren Diagnostik und Therapie ernstzunehmende und potenziell lebensbedrohliche Komplikationen nach Stammzell-transplantation. Das Cytomegalievirus zählt zu den opportunistischen Pathogenen, die besonders bei immungeschwächten Personen eine symptomatische CMV-Infektion hervorrufen kann, die mit einer gesteigerten Morbidität und Mortalität einhergeht. In der vorliegenden Arbeit wurden 546 Individuen, die sich erstmalig einer allogenen Stammzelltransplantation an der Universitätsklinik Tübingen unterzogen, retrospektiv hinsichtlich des Vorliegens einer CMV-Infektion und dessen Auswirkung auf das Überleben, die Non-Relapse-Mortalität und die leukämische Rezidivrate analysiert. Ferner wurden weitere Aspekte mit Einfluss auf die klinischen Endpunkte untersucht. Dazu gehören der Disease Risk Index, das Konditionierungsschema, das Alter der Empfänger und Spender, sowie die GvHD-Erkrankung. Besonderes Augenmerk wurde auf die CMV-Diagnostik gelegt, deren Manifestation, die Kinetik einer CMV-Infektion und deren Therapieverlauf. Der Nachweis einer CMV-Infektion wurde bei 235 Patienten nach durchgeführter Stammzelltransplantation erzielt. Mithilfe des Cox-Regressionsmodell ließ sich ermitteln, dass das Kollektiv der Patienten, die keinen CMV-Nachweis nach Stammzelltransplantation vorwiesen, im Vergleich zu Personen, die das Virus reaktivierten, ein nahezu 2-fach erhöhtes Sterberisiko hat (HR: 1,98; KI [1,01 ; 3,89] p= 0,047). Ferner wurde das Risiko, ein Rezidiv zu erleiden, mittels der Cox-Regressionsanalyse untersucht. Diese ergab, dass das Rezidivrisiko mit dem Ausbleiben einer CMV-Reaktivierung bzw. -(Neu)Infektion um das 4,6-Fache steigt (HR: 4,621; KI [2,16 ; 9,87] p< 0,001). Als unabhängiger Einflussfaktor auf das Gesamtüberleben stellte sich in der Kaplan-Meier-Analyse der Zeitpunkt der CMV-Reaktivierung, d.h. eine Reaktivierung vor oder nach dem 30. Tag nach Transplantation, heraus. Mittels Log-Rank-Test konnte ein signifikanter Überlebensvorteil für Patienten mit CMV-Reaktivierung nach Tag 30 post transplantationem (n=176) (5-Jahres-Überlebensrate: 57% vs. 36 % vs. 51%; p=0,013) verglichen mit Patienten, die vor Tag 30 reaktivierten (n=54) und Patienten, bei denen kein CMV-Nachweis (n=311) erfolgte, nachgewiesen werden. Der einzige nachweisbare Einflussfaktor auf die Reaktivierung bzw. Neuinfektion mit dem CMV war laut Cox-Regressionsanalyse die Verwendung von einem dosisreduzierten Konditionierungsmodell (HR: 1,320, KI: (1,011 - 1,724) p=0,042). Die gemessene CMV-Kopienzahl hatte einen signifikanten Einfluss auf das Überleben (p=0,020). Patienten mit einer CMV-Last von über 10.000 Kopien/ml (n=127) und unter 100.000 Kopien/ml wiesen die besten Überlebensraten im Vergleich zu über 10.000 Kopien/ml und über 100.000 Kopien/ml auf. Patienten, die nicht nachweislich reaktivierten (aber seropositiv waren; n=90), hatten die schlechtesten Überlebensraten mit 42% (vs. 54% vs. 53%) 5-Jahres-Überlebensrate, verglichen mit CMV-seronegativen Patienten (n=221) und Patienten, die reaktivierten bzw. sich neu infizierten ((n=235) p=0,02). Zudem zeigte die vorliegende Arbeit, dass Patienten abhängig von ihren zytogenetischen Voraussetzungen und dem Remissionsstatus (zusammengefasst ermittelt durch den Disease Risk Index) von einer CMV-infektion hinsichtlich ihres Überlebens und des Rezidivrisikos profitieren können. Diese Ergebnisse zeigen, dass sich der CMV-Nachweis günstig auf das Überleben auswirkt und das Nicht-Reaktivieren einer latenten Infektion das Rezidivrisiko steigert. Besonders förderlich erwies sich eine zwischenzeitlich gemessene Viruslast zwischen 10.000 und 100.000 Kopien/ml sowie eine Reaktivierung nach 30 Tag post transplantationem.

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