Biomarkeranalyse zur Prädiktion des reversen linksventrikulären Remodelings und klinischer Ereignisse bei Patienten mit perkutaner Mitralklappenrekonstruktion

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URI: http://hdl.handle.net/10900/87537
http://nbn-resolving.de/urn:nbn:de:bsz:21-dspace-875370
http://dx.doi.org/10.15496/publikation-28923
Dokumentart: PhDThesis
Date: 2019-04-04
Source: erschienen in: Int J Cardiol. 2018 Apr 7. pii: S0167-5273(17)37154-1
Language: German
Faculty: 4 Medizinische Fakultät
Department: Medizin
Advisor: Meyer-Zürn, C.S. (Prof. Dr.)
Day of Oral Examination: 2019-02-20
DDC Classifikation: 610 - Medicine and health
Keywords: Mitralklappe , Herzinsuffizienz , Biomarker , Kardiologie , Remodeling
License: http://tobias-lib.uni-tuebingen.de/doku/lic_mit_pod.php?la=de http://tobias-lib.uni-tuebingen.de/doku/lic_mit_pod.php?la=en
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Inhaltszusammenfassung:

Die Mitralinsuffizienz ist eine häufige Erkrankung in einer alternden Bevölkerung und weist eine vielfältige Genese auf. Therapeutisch stehen verschiedene Ansätze, von medikamentös bis operativ, zur Verfügung. Eine Möglichkeit ist die minimalinvasive Therapie der Mitralinsuffizienz mit Hilfe des MitraClip Verfahrens. Dieses Verfahren kommt insbesondere für Patienten in Frage, die für eine operative Versorgung, beispielsweise durch ihren allgemeinen Gesundheitszustand, nicht infrage kommen. Die perkutane Mitralklappenrekonstruktion ist seit dem Jahr 2008 im Einsatz und erlebte seitdem eine rasche Verbreitung. In unserer Studie haben wir prospektiv 44 konsekutive Patienten betrachtet, die sich einer perkutanen Mitralklappenrekonstruktion mittels MitraClip in unserer Klinik unterzogen haben. Wir bestimmten aus Blutproben vor der Intervention und im Mittel nach drei Monaten die Biomarker Galectin-3, Galectin-3BP und GDF-15. Wir untersuchten die Fragestellung, ob wir durch Biomarkeranalyse herausfinden können, welche Patienten nach perkutaner Mitralklappenrekonstruktion ein „reverse“ linksventrikuläres „remodeling“ erfahren beziehungsweise klinische Ereignisse aufweisen. Das „reverse“ linksventrikuläre „remodeling“ definierten wir durch eine mindestens 10%ige Verbesserung des „global longitudinal strain“. Nach im Mittel zwei Jahren führten wir eine telefonische Nachverfolgung durch, um die Endpunkte Rehospitalisierung aufgrund einer dekompensierten Herzinsuffizienz, Schlaganfall, Myokardinfarkt oder Tod zu erfassen. Standardmäßig wurden weitere klinische, echokardiografische und hämodynamische Parameter vor und nach der Intervention erfasst. Wir teilten das Studienkollektiv nach dem Auftreten eines „reverse remodeling“ des linken Ventrikels auf. Es zeigte sich, dass Patienten, bei denen ein „reverse remodeling“ nach Intervention auftrat, im Schnitt gesünder waren. Sie litten seltener an einer Niereninsuffizienz und wiesen geringere präinterventionelle Galectin-3 Werte auf. Zum anderen teilten wir die Studienpopulation nach der präinterventionellen Galectin-3 Konzentration (< und ≥ 10 ng/ml) auf. Hier zeigte sich, dass die Patienten mit einer initial niedrigeren Konzentration dieses Biomarkers, die gesündere Gruppe darstellen (bessere Nierenfunktion, weniger CRT) und sich von dem Eingriff und der vorausgegangenen Mitralinsuffizienz hinsichtlich eines „reverse remodeling“ besser erholen. Es konnte dargelegt werden, dass eine niedrige präinterventionelle Galection-3 Konzentration (von < 10 ng/ml) einen unabhängigen Prädiktor für das „reverse remodeling“ drei Monate nach MitraClip Implantation darstellt. Außerdem erlitten Patienten mit erhöhtem Galectin-3 Spiegel signifikant häufiger den klinischen kombinierten Endpunkt im Nachverfolgungszeitraum. Als Prädiktoren für den kombinierten Endpunkt konnten wir in der univariaten Analyse das Vorliegen eines Diabetes mellitus, den STS (morbidity/mortality) Score und eine erhöhte Konzentration von GDF-15 identifizieren. Die Ergebnisse unserer Arbeit bedürfen selbstverständlich einer Überprüfung in weiteren Studien mit einer größeren Patientenpopulation. Dennoch kann festgehalten werden, dass wir Galectin-3 als einen vielversprechenden Biomarker identifizieren konnten, der sich zur Risikostratifizierung von Patienten, die sich einer perkutanen Mitralklappenrekonstruktion mittels MitraClip unterziehen, eignen könnte.

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