Diagnostik von Depressivität: Validierung des Inventars depressiver Symptome (IDS)

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URI: http://hdl.handle.net/10900/87535
http://nbn-resolving.de/urn:nbn:de:bsz:21-dspace-875352
http://dx.doi.org/10.15496/publikation-28921
Dokumentart: Dissertation
Date: 2019-04-04
Language: German
Faculty: 7 Mathematisch-Naturwissenschaftliche Fakultät
Department: Psychologie
Advisor: Hautzinger, Martin (Prof. Dr.)
Day of Oral Examination: 2018-12-17
DDC Classifikation: 150 - Psychology
Keywords: Depression , Diagnostik , Depressivität , Strukturiertes Interview , Validierung , Psychometrie
License: Publishing license excluding print on demand
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Inhaltszusammenfassung:

Mit dieser Arbeit wird eine bislang fehlende umfassende und systematische Überprüfung der psychometrischen Eigenschaften der deutschsprachigen Version des Inventars depressiver Symptome (IDS; Rush et al., 1986) vorgelegt. Dieses aus dem Englischen übertragene und seit rund zwei Jahrzehnten im deutschen Sprachraum genutzte Instrument zur Messung von Depressivität liegt als Fremdbeurteilungsinstrument (IDS-CR) und korrespondierendes Selbsteinschätzungsinstrument (IDS-SR) vor. Zudem gibt es für beide Varianten eine Kurzfassung (QIDS-CR sowie QIDS-SR). Die Instrumentvarianten des IDS können in der klinischen Forschung, aber auch in der angewandten Praxis eingesetzt werden und dienen der Erfassung depressiver Symptome, der Schätzung des Schweregrades bzw. Ausmaßes der Symptombelastung und können als Screening- und Verlaufsmessungsinstrument eingesetzt werden. Untersucht wurde die psychometrische Qualität des IDS und seiner Varianten an neun klinischen Stichproben und einer Stichprobe Gesunder; vier dieser Stichproben wurden dabei neu für die vorliegende Arbeit erhoben. Zur umfassenden Validierung wurden zentrale Aspekte von Objektivität (Durchführungs-, Auswertungs- und Interpretationsobjektivität), Reliabilität (interne Konsistenz und Trennschärfe, Retestreliabilität sowie Interraterreliabilität) und Validität (Inhaltsvalidität, Interkorrelationen der Instrumentvarianten, konvergente Validität, Sensitivität und Spezifizität/Differenzierungsfähigkeit, Veränderungssensitivität und faktorielle Validität) sowie Zusammenhänge mit Personenmerkmalen untersucht. Ein besonderes Augenmerk wurde auf der Basis entsprechender Ausführungen in der Originalliteratur auf fünf Charakteristika des Instruments gelegt. So konnte im Sinne einer hohen inhaltlichen Validität bestätigt werden, dass die in ICD-10 und DSM-5 genannten Symptombereiche im IDS aufgenommen sind. Zweitens wurden eine hohe Korrespondenz bei der Verwendung der IDS-Selbsteinschätzung (IDS-SR/QIDS-SR) sowie IDS-Fremdbeurteilung (IDS-CR/QIDS-CR) gefunden, was einen flexiblen Einsatz von Fremd- und Selbstbericht je nach diagnostischem Anlass sowie nach Rahmenbedingung rechtfertigt. Drittens fand sich auch zwischen Lang- und Kurzform eine hohe Übereinstimmung, wenngleich die Kurzformen erwartungsgemäß deskriptiv durch etwas niedriger ausfallende internen Konsistenz und Korrelationen mit Außenkriterien gekennzeichnet war. Insgesamt fiel das Muster der Assoziationen für die Lang- und Kurzformen jedoch sehr ähnlich aus. Viertens konnten im Rahmen einer ausführlichen Prüfung der Sensitivität und Spezifizität des Verfahrens empirische Belege für die vorgeschlagenen Grenzwerte gefunden werden. Fünftens konnten in der vorliegenden Arbeit weitere Belege für die Veränderungssensitivität des Instruments erbracht werden, indem die Verläufe im QIDS-CR mit der Veränderung in klinischen Urteilen per SKID-I über die Zeit in Zusammenhang gebracht wurden. Zusammengefasst konnte somit gezeigt werden, dass das IDS und seine Instrumentvarianten eine hohe psychometrische Qualität aufweisen und für den Einsatz in der klinischen Forschung und Praxis empfohlen werden können.

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