Die Wirksamkeit einer weichen, ressourcenorientierten Behandlungstechnik im Vergleich zur klassischen Massagetherapie bei Frauen mit chronischen Schmerzen in der Lendenwirbelsäule -Ergebnisse einer randomisierten kontrollierten Pilotstudie-

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URI: http://hdl.handle.net/10900/87236
http://nbn-resolving.de/urn:nbn:de:bsz:21-dspace-872366
http://dx.doi.org/10.15496/publikation-28622
Dokumentart: Dissertation
Date: 2019-03-25
Language: German
Faculty: 4 Medizinische Fakultät
Department: Medizin
Advisor: Giel, Katrin (Prof. Dr.)
Day of Oral Examination: 2019-02-12
DDC Classifikation: 610 - Medicine and health
Keywords: Rückenschmerz
License: Publishing license including print on demand
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Inhaltszusammenfassung:

Der chronic low back pain (CLBP) ist aus gesellschaftlicher Sicht von großer Bedeutung, da er die Lebensqualität der Erkrankten einschränkt und hohe Kosten verursacht. Es stehen mittlerweile eine Vielzahl von physiotherapeutischen Behandlungsoptionen (z.B. klassische Massage) zur Verfügung, die jedoch allesamt keine eindeutig überlegene Wirksamkeit aufweisen. Das biopsychosoziale Schmerzmodell hat in den vergangenen Jahren immer mehr an Aufmerksamkeit gewonnen. Weiche, ressourcenorientierte Techniken, die einen multimodalen Ansatz verfolgen, stellen daher eine vielversprechende Therapieform dar. Hierzu zählt u.a. die Ortho-Bionomy®. Es fehlen jedoch bisher wissenschaftliche Studien, die ihren Nutzen belegen. Ein wesentliches Ziel dieser Studie bestand darin, die Machbarkeit des Interventionsdesigns anhand verschiedenster Aspekte zu überprüfen. Darauf aufbauend wurde die analgetische und psychosomatische Wirksamkeit der Ortho-Bionomy® und klassischen Massagetherapie untersucht. Im Rahmen eines randomisierten kontrollierten Designs wurden insgesamt 41 Frauen mit CLBP in die Studie eingeschlossen. Jede der Teilnehmerinnen erhielt dabei 5 Behandlungen, die über einen Zeitraum von 5 Wochen hinweg stattfinden sollten und eine einmalige Anleitung zur täglichen Selbstbehandlung beinhalteten. Die Prä-Post-Messungen bezogen sich auf folgende Parameter: Zwei-Punkte-Diskriminationsschwelle, Wärmewahrnehmungs- und Hitzeschmerzschwelle, Selbstwirksamkeitserwartung, Lebensqualität und Schmerzintensität. Einmalig nach der letzten Behandlung wurde zudem das subjektive Erleben der Therapie und die therapeutische Beziehung aus Sicht der Probandinnen ermittelt. Die beiden Nachuntersuchungen erfolgten 4 Wochen und 1 Jahr nach Therapie-Ende. Die Prüfung der Umsetzbarkeit fiel insgesamt positiv aus. Die Ortho-Bionomy® und klassische Massagetherapie bewirkten in gleichem Maße eine signifikante Reduktion der maximalen Schmerzintensität und Steigerung des körperlichen Gesundheitszustandes. Die therapeutische Beziehung wurde in der Ortho-Bionomy®-Gruppe besser bewertet. Ein Großteil der durchgeführten Messungen ging jedoch ohne signifikante Veränderungen über die Zeit einher. Dies betraf die Zwei-Punkte-Diskrimination, thermischen Schwellen, aktuelle Schmerzintensität, Selbstwirksamkeitserwartung und psychische Gesundheit. Das vorliegende Design eignet sich als Grundlage für spätere Studien, in denen vor allem alternative Sensibilitätstests zum Einsatz kommen sollten. Zudem empfiehlt es sich, die Teilnehmerzahl deutlich zu erhöhen. Folgestudien könnten neue Erkenntnisse bringen, indem die spezifischen Grifftechniken der beiden Behandlungsmethoden miteinander verglichen werden. Perspektivisch gesehen sind aufgrund der hohen Rezidivgefahr vor allem langfristig wirksame Therapiekonzepte notwendig. Darüber hinaus lieferten die Untersuchungen erstmals einen Hinweis auf die Wirksamkeit der Ortho-Bionomy® bei chronischen Rückenschmerzen.

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