Untersuchung des Grundumsatzes von Kindern und Jugendlichen unter Wachstumshormontherapie bei Kleinwuchs und unter Lebensstilintervention bei Adipositas

DSpace Repository


Dateien:

URI: http://hdl.handle.net/10900/86525
http://nbn-resolving.de/urn:nbn:de:bsz:21-dspace-865255
http://dx.doi.org/10.15496/publikation-27913
Dokumentart: Dissertation
Date: 2019-02-22
Language: German
Faculty: 4 Medizinische Fakultät
Department: Medizin
Advisor: Binder, Gerhard (Prof. Dr.)
Day of Oral Examination: 2019-02-08
DDC Classifikation: 610 - Medicine and health
Keywords: Grundumsatz , Minderwuchs , Fettsucht
Other Keywords: Körperzusammensetzung
Wachstumshormontherapie
Lebensstilintervention
Ullrich-Turner-Syndrom
SGA
Wachstumshormonmangel
License: Publishing license including print on demand
Order a printed copy: Print-on-Demand
Show full item record

Inhaltszusammenfassung:

Bislang war in der Forschung wenig über den Grundumsatz und seine Determinanten im Kindes- und Jugendalter bekannt. Dies betraf v.a. pädiatrische Patienten mit Normabweichungen im Metabolismus und der Körperzusammensetzung. Diesem Forschungsdesiderat begegnete die Arbeit durch systematische Analyse des Grundumsatzes kleinwüchsiger sowie adipöser Kinder und Jugendlicher basal vor Interventionsbeginn und unter Intervention im Sinne einer rhGH-Therapie bei Kleinwuchs bzw. Lebensstilintervention bei Adipositas. Es handelte sich um eine klinisch retrospektive Longitudinalstudie mit teils prospektiven Untersuchungen aus der endokrinologischen Ambulanz der Universitätsklinik für Kinder- und Jugendmedizin Tübingen. Retrospektiv wurden n = 252 kleinwüchsige Patienten mit den Diagnosen GHD, pGHD, SGA und UTS sowie n = 318 Patienten mit multifaktoriell bedingter primärer Adipositas von 1999–2013 in die Studie eingeschlossen. Prospektiv wurde eine Referenzgruppe (N = 20) von 2015–2016 untersucht. Der Grundumsatz wurde mittels indirekter Kalorimetrie mit Haube gemessen und die Körperzusammensetzung mittels DXA und BIA erfasst. Vor Interventionsbeginn fiel der Grundumsatz im Median bei Kleinwuchs kleiner aus als bei Adipositas und größer verglichen mit der Referenzgruppe. Bei den Jungen war dieser höher und bei GHD sowie SGA niedriger. Der Grundumsatz korrelierte basal positiv mit: Alter, Körperhöhe, lean body mass und BMI. Unter rhGH-Therapie war bei Kleinwuchs im Median nach 6 Monaten eine Grundumsatz-Zunahme um 12% und nach 12 Monaten um 6% zu verzeichnen. Bei Adipositas nahm der mediane Grundumsatz in den ersten 4–12 Monaten unter Lebensstilintervention um 5% zu und nach 12–38 Monaten um 3% ab. Diese Ergebnisse sind im 1. Intervall bei beiden Patientengruppen als Effekt und Erfolg der rhGH-Therapie bzw. Lebensstilintervention zu werten. Im Rahmen der gruppenspezifischen Zusatzuntersuchungen bei GHD und pGHD stellte sich der Grundumsatz als ein Indikator des Wachstumshormonmangel-Schweregrades heraus: Je höher dieser, desto kleiner der basale Grundumsatz bzw. desto größer die Grundumsatz-Zunahme. Bei UTS war der basale Grundumsatz signifikant größer als bei den anderen kleinwüchsigen Mädchen und der Referenzgruppe. Der Grundumsatz-Anstieg fiel jedoch nach 6-monatiger rhGH-Gabe am geringsten aus, was durch ihre im Verlauf evtl. reduzierte Ängstlichkeit bedingt sein kann. Die am besten zur Grundumsatz-Berechnung geeigneten Formeln lauteten bei den adipösen Jungen: Müller et al. (1) bzw. Tverskaya et al. und bei den Mädchen: FAO/WHO/UNU (2) bzw. Müller et al. (2). Sie sind valide und besser geeignet als die Harris-Benedict-Gleichung. Die erstellten Grundumsatz-Perzentilenkurven bei Adipositas erlauben eine Grundumsatz-Einschätzung basal und unter Lebensstilintervention. Kurzum ermöglichen die Ergebnisse eine zuverlässig feste Integration des Grundumsatzes als non-invasiven Kontrollparameter in die Behandlung kleinwüchsiger und adipöser Patienten.

This item appears in the following Collection(s)