Prävalenz der Spondyloarthritis bei Patienten mit chronisch-entzündlichen Darmerkrankungen

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URI: http://hdl.handle.net/10900/85918
http://nbn-resolving.de/urn:nbn:de:bsz:21-dspace-859189
http://dx.doi.org/10.15496/publikation-27307
Dokumentart: Dissertation
Date: 2019-01-29
Language: German
Faculty: 4 Medizinische Fakultät
Department: Medizin
Advisor: Henes, Jörg (Prof. Dr.)
Day of Oral Examination: 2018-11-23
DDC Classifikation: 610 - Medicine and health
Keywords: Crohn-Krankheit , Colitis ulcerosa , Arthritis
Other Keywords: enteropathische Arthritis
Spondyloarthritis
Chronisch entzündliche Darmerkrankung
Morbus Croh
Sakroiliitis
ulcerative colitis
sacroiliitis
inflammatory bowel disease
Crohn disease
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Inhaltszusammenfassung:

Chronisch entzündliche Darmerkrankungen (CED) sind häufige Krankheitsbilder in gastroenterologischen Praxen und Kliniken. Eine der häufigsten extraintestinalen Manifestationen der CED stellt die enteropathische Arthritis (eA) dar. Über die Prävalenz dieser Erkrankung gibt es bis heute sehr widersprüchliche Daten. Die eA gehört zur Gruppe der Spondyloarthritiden (SpA) und kann sich in Form von Entzündungen peripherer Gelenke, der Wirbelsäule und den Sakroiliakalgelenken, sowie mit Enthesitiden äußern. Die Erkrankung verläuft teils schwer und kann bleibende Gelenkschäden hinterlassen. Daher ist eine frühzeitige Diagnose und Therapie unerlässlich und kann die Lebensqualität der Betroffenen verbessern. Die enge Zusammenarbeit zwischen Gastroenterologen und Rheumatologen ist enorm wichtig. Bisher finden nur wenige Betroffene den Weg zum Rheumatologen. Mithilfe der vorliegenden Studie sollte in enger Zusammenarbeit zwischen Gastroenterologen und Rheumatologen die Prävalenz von SpA und Sakroiliitis (SI) in Süd-Württemberg ermittelt werden. Sie ist die erste, die sowohl Patienten mit gesicherter CED aus Praxen niedergelassener Gastroenterologen (n = 209), sowie aus dem klinischen Bereich (n = 191) mit einbezieht. Die Patienten wurden gebeten, einen Fragebogen, der an den zur Frühdiagnostik von Patienten mit PsA entwickelten GEPARD [92] zu Gelenk- und Rückenschmerzen angelehnt ist, auszufüllen. Aus der Patientenkohorte mit mindestens vier positiv beantworteten Fragen wurden 111 Patienten anschließend klinisch-rheumatologisch untersucht. Um eine bestmögliche Diagnosesicherheit zu erlangen, wurde die Untersuchung immer von demselben Rheumatologen und anhand der ASAS-Kriterien für SpA [8, 9] durchgeführt. Neben Laboruntersuchungen fanden, angepasst an die klinischen Symptome der Patienten, Röntgenuntersuchungen, Arthrosonographie und MRT Anwendung. Vierundvierzig Patienten waren zum Zeitpunkt der Datenerhebung bereits in rheumatologischer Behandlung. Sie wurden angehalten, einen zweiten Fragebogen auszufüllen. Wir ermittelten für die eA eine Gesamtprävalenz von 20,3 %. Bei 8,0 % war diese vorbekannt. Bei 12,3 % wurde die Diagnose im Rahmen der Studie neu gestellt. Bei je 32,7 % der klinisch evaluierten Patienten lag eine rein axiale, bzw. periphere Gelenkbeteiligung vor, bei 34,7 % eine gemischt axiale und periphere Gelenkbeteiligung. Für die SI ergab sich eine Prävalenz von 18,0 %. 22,1 % der Patienten mit Morbus Crohn und 16,1 % der Patienten mit Colitis ulcerosa litten unter einer eA. Dieses Ergebnis war nicht signifikant. Mit 25,7 % lag die Prävalenz der eA bei Patienten der Gastroenterologie des Universitätsklinikums Tübingen deutlich über der Prävalenz der Patienten aus dem niedergelassenen Bereich (15,3 %). Es ergab sich ein Signifikanzniveau von p = 0.010. Der GEPARD-Fragebogen dient zur Vorselektion von Patienten mit Gelenkbeschwerden unter Psoriasis-Patienten [92]. Er kann dadurch eine frühzeitige Diagnostik und Einbeziehung eines Rheumatologen ermöglichen. Der Fragebogen erfragt alle, auch für die eA typischen Symptome. Bei zwei Dritteln falsch positiv selektierten Patienten, befanden wir ihn jedoch als für die eA nicht optimal geeignet. Generell wurden ausdrücklich alle CED-Patienten, ob mit oder ohne Gelenkbeschwerden, gebeten den Fragebogen auszufüllen. Nichts desto trotz ließ sich nicht vermeiden, dass Patienten mit Arthralgien dieser Bitte vermutlich etwas häufiger nachkamen, weshalb sie in der vorliegenden Studie leicht überrepräsentiert sein könnten. Mit einer Gesamtprävalenz von 20,3 % für die eA, liegt unsere Studie innerhalb der Prävalenzspanne, die sich aus bisherigen Studien ergibt (13,6 – 45,7 %) [39-43]. Eine italienisch-niederländische Kooperationsstudie von Salvarani et al. (18,1 %) [41] und eine norwegische Studie von Palm et al. (22 %) [42] stützen unser Ergebnis. Abschließend lässt sich sagen, dass die eA, obwohl sich zahlreiche Studien mit dem Thema beschäftigen, bis heute nicht ausreichend erforscht ist. Ziel weiterer Studien sollte daher sein, klare Diagnosekriterien zu entwickeln. Dies würde einheitlichere Studienergebnisse ermöglichen und den Weg dafür ebnen, dass in Zukunft eine frühzeitige Diagnostik erfolgen und die entsprechende Therapie eingeleitet werden kann.

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