Effektivität von Methotrexat in der Behandlung von juveniler idiopathischer Psoriasisarthritis und Enthesitis-assoziierter juveniler idiopathischer Arthritis

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URI: http://hdl.handle.net/10900/85903
http://nbn-resolving.de/urn:nbn:de:bsz:21-dspace-859032
http://dx.doi.org/10.15496/publikation-27292
Dokumentart: Dissertation
Date: 2019-01-24
Language: German
Faculty: 4 Medizinische Fakultät
Department: Medizin
Advisor: Kötter, Ina (Prof. Dr.)
Day of Oral Examination: 2018-12-19
DDC Classifikation: 610 - Medicine and health
Keywords: Methotrexat
License: Publishing license including print on demand
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Inhaltszusammenfassung:

Das Ziel der vorliegenden Arbeit war es, die Effektivität von Methotrexat auf die peripheren Gelenke und Enthesitis bei psorJIA und EAA zu untersuchen. Sowohl die EAA als auch die psorJIA sind Subgruppen der juvenilen idiopathischen Arthritis, auf die die Leitlinien der JIA bisher nicht zufriedenstellend abgestimmt sind. Es gibt nur wenige Studien, die sich speziell mit diesen beiden Subgruppen beschäftigen und dadurch nur wenige Daten, die beweisen, welche Medikamente bei der EAA und der psorJIA am wirksamsten sind. Retrospektiv zusammengetragene Daten von Patienten mit EAA und psorJIA machten es in dieser Auswertung möglich, den peripheren Gelenkbefall und die Enthesitis im Laufe von jeweils neun Monaten zu dokumentieren und so eine statistisch relevante Auswertung zu erhalten. Insgesamt konnten 73 Patienten mit EAA und 23 Patienten mit psorJIA in die Auswertung eingeschlossen werden. Ausgewertet wurden die aktiven, eingeschränkt beweglichen, schmerzhaften und geschwollenen Gelenke. Zudem die Enthesitisstellen, der Physician Global Assessment, der CHAQ, PAIN und VAS. Aus einem Teil dieser Werte errechnete sich der ACR-Wert. Eine untergeordnete Rolle spielten in dieser Studie der CRP, BSG, der modifizierte Schobertest und die Mundöffnung, allerdings wurden diese Parameter ebenfalls mit aufgezeichnet. 24,66% der untersuchten EAA-Patienten litten unter einer Enthesitisstelle, 32,88% der Patienten unter mindestens zwei Enthesitisstellen. In der psorJIA-Gruppe litten 4,35% der Patienten unter einer Enthesitisstelle und 17,39% unter mindestens zwei Enthesitisstellen. Eine Verbesserung der Enthesitis zeigte sich nur bei den Patienten der EAA-Gruppe. In der vorliegenden Arbeit litten 10,9% der EAA-Patienten und 47,8% der psorJIA-Patienten unter einer Daktylitis. In beiden Untersuchungsgruppen konnte keine Verbesserung der Daktylitis mit MTX erzielt werden. 8,22% der EAA-Patienten leiden unter einer Uveitis anterior, in der psorJIA-Gruppe wurde bei 8,69% der Patienten eine Uveitis anterior diagnostiziert. Jeweils ein Patient pro Untersuchungsgruppe litt am Ende der Auswertung weiterhin unter einer Uveitis anterior. Insgesamt zeigte sich in dieser Auswertung MTX als effektive Medikation für den peripheren Gelenkbefall bei Patienten mit EAA sowie psorJIA, allerdings war es in beiden Gruppen wenig wirksam in Bezug auf die Einschränkung der Beweglichkeit. Die Enthesitis verbesserte sich ausschließlich bei den Patienten mit EAA signifikant (p=0,0005) um 48,2%. Die Enthesitis hat sich bei den psorJIA-Patienten nicht signifikant (p=0,1036) um 25% verschlechtert, so dass man daraus schließen kann, dass MTX in dieser Subgruppe für die Enthesitis nicht effektiv ist. Diese Ergebnisse stimmen mit den Ergebnissen bei Erwachsenen mit Psoriasisarthritis überein, in verschiedenen Studien konnte gezeigt werden, dass MTX einen sehr guten Effekt auf die geschwollenen und schmerzhaften Gelenke bei Psoriasisarthritis hat, auf die Enthesitis jedoch keine positive Wirkung. Verschiedene andere Medikamente, wie z.B. Etanercept und Sulfasalazin erzielen in den bisherigen Studien ebenfalls gute Ergebnisse und sind somit auch als effektiv anzusehen. In den „Protokollen zu Klassifikation, Überwachung und Therapie in der Kinder- und Jugendrheumatologie (PRO-KIND)“ aus Anfang 2018 von Hospach et al. (Hospach et al., 2018) wurde eine Anleitung für das erste Behandlungsjahr für EAA-Patienten erstellt, um die Diagnostik und Behandlung von EAA-Patienten zu optimieren. Dafür wurde ein Therapiealgorithmus festgelegt, der eine Reevaluation alle 4 - 12 Wochen mit Therapiemodifikation bei nicht ausreichendem Ansprechen vorschlägt. Da die EAA wie auch die psorJIA Erkrankungen sind, deren Therapieoptionen noch nicht hinlänglich untersucht wurden, besteht hier großer Bedarf an nachfolgenden Studien.

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