Effekte ausgewählter Konzentrationen von Povidon-Iod auf das Elektroretinogramm im Modell der isolierten und perfundierten Vertebratennetzhaut

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URI: http://hdl.handle.net/10900/85810
http://nbn-resolving.de/urn:nbn:de:bsz:21-dspace-858100
http://dx.doi.org/10.15496/publikation-27200
Dokumentart: Dissertation
Date: 2019-01-18
Language: German
Faculty: 4 Medizinische Fakultät
Department: Medizin
Advisor: Januschowski, Kai (Prof. Dr.)
Day of Oral Examination: 2018-08-13
DDC Classifikation: 610 - Medicine and health
Keywords: Netzhaut , Iod , Biokompatibilität , Endophthalmitis
License: Publishing license including print on demand
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Inhaltszusammenfassung:

Die postoperative Endophthalmitis ist eine seltene Komplikation, die allerdings aufgrund ihres schlechten Outcomes sehr gefürchtet wird. Ziel dieser Arbeit war daher, eine Konzentration des Povidon-Iods (PVP-I) zu bestimmen, die elektrophysiologisch keine schädliche Wirkung auf die Netzhaut zeigt und somit für den Einsatz als intravitreale Spüllösung im Rahmen einer therapeutischen pars plana Vitrektomie (ppV) bei Endophthalmitis empfohlen werden könnte. In dieser Arbeit wurde daher das PVP-I im Modell der isolierten und perfundierten Vertebratennetzhaut getestet. Das bestehende Modell wurde um ein geschlossenes Beförderunsgsystem erweitert. Dunkeladaptierte Elektroretinogramme (ERG) wurden vor und nach einer 45-minütigen Exposition mit PVP-I (0,0375 %; 0,025 %; 0,0125 %; 0,01 %; 0,0075 %) abgeleitet. Nach der Exposition mit 0,0375 % und 0,3%igem PVP-I wurden die Netzhäute anschließend licht- und elektronenmikroskopisch untersucht. Eine relevante Reduktion der b-Wellen im ERG wurden nach Einwirkung von 0,0375 %, 0,025 % und 0,0125%igem PVP-I aufgenommen. Die a-Welle zeigte erst bei 0,0375 % einen relevanten Rückgang. Die höchste Konzentration, die keine relevanten Veränderungen im ERG bewirkte, war die 0,01%ige PVP-I-Spüllösung. In den mikroskopischen Untersuchungen wurden strukturelle Veränderungen nach der Einwirkung von 0,3%igem PVP-I gezeigt. Der Effekt von 0,0375%igem PVP-I auf die Netzhaut war nicht eindeutig. Das Modell der isolierten und perfundierten Retina ist in der Untersuchung verschiedener pharmakologischer Substanzen bezüglich ihrer Biokompatibilität mit der Netzhaut bereits gut etabliert. Durch in dieser Arbeit gewonnene Daten zeigte sich nun, dass der Einsatz von 0,01%igem PVP-I zur Therapie in Form von intravitrealer Spüllösung keinen Hinweis auf schädliche Effekte lieferte. In mikrobiologischen Studien wurde die mikrobizide Wirksamkeit einer solchen Konzentration in vitro und in vivo bereits belegt. Die Anwendung dieser mikrobiziden PVP-I-Spüllösung wäre sinnvoll, da so sehr rasch alle Erreger inklusive multiresistente Bakterien, Pilze oder Viren abgedeckt werden könnten.

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