Inzidenz und Prävalenz eines Posttransplantationsdiabetes und Prädiabetes nach Nierentransplantation - eine retrospektive Analyse

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URI: http://hdl.handle.net/10900/84651
http://nbn-resolving.de/urn:nbn:de:bsz:21-dspace-846514
http://dx.doi.org/10.15496/publikation-26041
Dokumentart: Dissertation
Date: 2018-11-02
Language: German
Faculty: 4 Medizinische Fakultät
Department: Medizin
Advisor: Heyne, Nils (Prof. Dr.)
Day of Oral Examination: 2018-09-11
DDC Classifikation: 610 - Medicine and health
Keywords: Nierentransplantation , Diabetes
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Inhaltszusammenfassung:

Der Posttransplantationsdiabetes mellitus (PTDM) stellt eine zunehmende Komplikation nach Nierentransplantation mit Einfluss auf Transplantat- und Patientenüberleben dar. Ein Prädiabetes vor und auch nach Transplantation ist ein bedeutender Risikofaktor für die Entstehung eines PTDM. In dieser Analyse sollte Inzidenz und Prävalenz eines PTDM und Prädiabetes und deren Dynamik bei Patienten im Langzeitverlauf nach Nierentransplantation erhoben werden. In der retrospektiven Analyse wurden alle Patienten, die im Zeitraum von 01/2007 - 05/2014 am Transplantationszentrum Tübingen nierentransplantiert wurden, eingeschlossen. Für die Erfassung des Glukosemetabolismus wurden der HbA1c sowie die Nüchternglukose erhoben. Zudem wurden anthropometrische Daten wie Größe und Gewicht sowie Nierenfunktion und bestehende Immunsuppression erfasst. Um eine transiente Hyperglykämie kurz nach Transplantation auszuschließen, wurde mit der Datenerhebung drei Monate nach Transplantation begonnen. Die Daten wurden zu den Zeitpunkten 3-6, 6-9 und 9-12 Monate sowie 1-2, 2-3, 3-5 und >5 Jahre erhoben. Insgesamt wurden 365 Patienten in die Erhebung mit aufgenommen. Von diesen wurden 114 aus der Analyse ausgeschlossen (Alter < 18, vorbestehender Diabetes mellitus oder kombinierte Pankreas-/Nieren- transplantation). 251 Patienten wurden somit in die Datenauswertung eingeschlossen. Es zeigte sich, dass die Inzidenz und Prävalenz von PTDM und Prädiabetes nach Nierentransplantation auch im Langzeit-follow-up sehr hoch waren. Die Inzidenz betrug für den PTDM im Median 7,2 [5,4-7,8]% und für den Prädiabetes 21,0 [19,6-22,3]%. Die Prävalenz für den PTDM lag im Median bei 15,4 [15,0-16,5]%. Für den Prädiabetes lag sie bei 53,3 [52,4- 55,7]%. Nur 30% der Patienten hatten eine normale Blutzuckerregulation. In der Langzeitbeobachtung der einzelnen Patienten zeigten sich anhaltende hohe Patientenflüsse zwischen normaler Glukosetoleranz, Prädiabetes und PTDM. Diese Dynamik im Glucosestoffwechsel nach Nierentransplantation konnte in der vorliegenden Arbeit erstmals aufgezeigt werden. 33 Prävalenz und Inzidenz eines gestörten Glukose-Metabolismus nach Nierentransplantation sind auch im Langzeitverlauf sehr hoch. Prädiabetes stellt eine Risikozone vor Erreichen des manifesten PTDM dar und eröffnet die Möglichkeit, frühzeitig Präventivmaßnahmen einzuleiten. Ein Screening auf Risikofaktoren ist schon vor Transplantation, aber auch nach Transplantation sinnvoll. Durch eine frühzeitige Intervention kann möglicherweise ein verbessertes Langzeitüberleben der Patienten und des Transplantats erreicht werden.

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