Lokalrezidive im Kopfbereich bei Patienten mit superfiziell spreitenden oder nodulären Melanomen der Universitäts-Hautklinik Tübingen Korrelation zwischen Sicherheitsabstand und Lokalrezidivverhalten

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URI: http://hdl.handle.net/10900/84623
http://nbn-resolving.de/urn:nbn:de:bsz:21-dspace-846239
http://dx.doi.org/10.15496/publikation-26013
Dokumentart: Dissertation
Date: 2018-10-26
Language: German
Faculty: 4 Medizinische Fakultät
Department: Medizin
Advisor: Häfner, Hans-Martin (Prof. Dr.)
Day of Oral Examination: 2018-10-05
DDC Classifikation: 610 - Medicine and health
Keywords: Sicherheitsabstand
License: Publishing license excluding print on demand
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Inhaltszusammenfassung:

Das maligne Melanom ist ein hoch invasiver Tumor mit einer frühen Metastasierungsneigung. Die lokale Exzision des Tumors mit histologischer Kontrolle ist zur Verhinderung einer weiteren Ausbreitung unabdingbar. Die Auswirkung der Größe des hierbei verwendeten Sicherheitsabstandes auf das Lokalrezidivverhalten und den weiteren Verlauf der Erkrankung wurde in dieser Arbeit untersucht. Material und Methoden Zur Erstellung dieser wissenschaftlichen Arbeit wurden die Patientenakten von 180 Patienten ausgewertet, die zwischen dem 1.1.1985 und dem 31.12.2010 in der Universitäts- Hautklinik Tübingen an einem superfiziell spreitenden oder nodulären Melanom Primärtumor im Kopf- und Halsbereich operiert wurden. Die Nachsorge erfolgte teilweise im Rahmen der Tumornachsorge der Universitäts- Hautklinik Tübingen, teils außer Haus. Der Beobachtungszeitraum betrug maximal 10 Jahre nach Erstellen der Erstdiagnose. In diese Arbeit gingen die Krankheitsverläufe bis Ende 2013 ein. Der Nachsorgezeitraum wurde definiert als Zeitraum vom Datum der Erstdiagnose des malignen Melanoms bis zum Datum des letzten Nachsorgetermins oder dem Todeszeitpunkt. Als maximaler Nachsorgezeitraum wurden 10 Jahre festgelegt. Nach diesem Zeitpunkt wurde der Patient als kuriert angesehen. Das Patientenkollektiv ist heterogen und besteht aus Frauen und Männern zwischen 17 und 94 Jahren. Der Altersdurchschnitt bei Erstdiagnose lag bei 61,5 Jahren. Ergebnisse Bei der Auswertung der Nachsorgeverläufe nach dem Auftreten von Lokalrezidiven, ergab sich ein Prozentsatz von 9,4% für das Auftreten eines Lokalrezidivs. Bei den Patienten mit Lokalrezidiven waren die Metastasierungsrate mit 73,3% zu 27,6% und der melanombedingte Tod mit 46,7% zu 14,2% gegenüber Patienten ohne Lokalrezidiv deutlich erhöht. Bei der Auswertung nach verwendetem SHA, zeigte sich bei der Gruppe mit SHA ≤1cm, gegenüber der Gruppe mit SHA >1cm keine erhöhte Lokalrezidivrate, Metastasierungsrate oder Sterberate. Bei der Auswertung nach Einhaltung der SHA- Empfehlungen der DDG zeigte sich in der Gruppe in der die SHA- Empfehlung der DDG unterschritten wurden gegenüber der Gruppe mit der Einhaltung der SHA- Empfehlung, neben einer Erhöhung der Lokalrezidivrate von 4,9% auf 10,9%, nur eine leichte Erhöhung der Metastasierungsrate von 25,5% auf 32,6% und der Sterblichkeit von 13,2% auf 15,5%. Schlussfolgerung Die Ergebnisse dieser Untersuchung ergaben zum einen, dass der weitere Verlauf der Tumorerkrankung nach Auftreten eines Lokalrezidives prognostisch deutlich schlechter zu bewerten ist, als wenn nach der Tumorexzision kein Lokalrezidiv auftritt. Zum anderen ergaben sie, dass die Größe des bei der Exzision gewählten Sicherheitsabstandes nicht mit der Wahrscheinlichkeit ein Lokalrezidiv zu entwickeln korreliert. Bei der Untersuchung des Lokalrezidivverhaltens und des weiteren Verlaufs der Tumorerkrankung in Abhängigkeit der heute gültigen Empfehlungen zum Sicherheitsabstand zeigte sich, dass eine Reduktion des selbst nach heutigem Stand von der DDG empfohlenen Sicherheitsabstandes in bestimmten anatomisch anspruchsvollen Körperregionen durchgeführt werden kann, ohne ein erhöhtes Metastasierungsrisiko oder eine erhöhte melanombedingte Sterblichkeit zu riskieren.

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