Emotionale Musikwahrnehmung von Patienten mit somatoformer Schmerzstörung im Vergleich zu einer Kontrollgruppe

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URI: http://hdl.handle.net/10900/83821
http://nbn-resolving.de/urn:nbn:de:bsz:21-dspace-838212
http://dx.doi.org/10.15496/publikation-25211
Dokumentart: Dissertation
Date: 2018-03-30
Source: Firle C., Teufel M., Blumenstock G., Smolka R., Erschens R., Windthorst P., Zipfel S., Junne F. (2018). Perception of music induced-emotions in patients with somatoform disorders compared to healthy controls. Psychology of Music. doi:10.1177/0305735618759819
Language: German
Faculty: 4 Medizinische Fakultät
Department: Medizin
Advisor: Zipfel, Stephan (Prof. Dr.)
Day of Oral Examination: 2018-07-10
DDC Classifikation: 150 - Psychology
500 - Natural sciences and mathematics
610 - Medicine and health
780 - Music
Keywords: Angststörung , Depression , Gefühl , Wahrnehmung , Musik , Psychosomatik , Schmerz
Other Keywords: Angst
somatoforme Schmerzstörung
emotionale Musikwahrnehmung
somatoform disorders
anxiety
depression
emotion perception
music
psychosomatic medicine
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Inhaltszusammenfassung:

Musiktherapie ist im Rahmen multimodaler, psychosomatischer Komplexbehandlung weit verbreitet. Dabei gehen viele psychosomatische Erkrankungen mit einem veränderten emotionalen Empfinden einher; so zeigten Studien eine negative Verzerrung in der emotionalen Musikwahrnehmung bei Patienten mit Depression im Vergleich zu psychisch Gesunden. Studien zur emotionalen Musikwahrnehmungen bei Patienten mit chronischer Schmerzstörung scheinen bislang nicht vorzuliegen. n = 23 Patienten mit Schmerzstörung (Somatisierungsstörung, anhaltende somatoforme Schmerzstörung) (PG) wurden vor (T0) und nach (T1) stationärer psychosomatischer Therapie (≥ 4 Wo.) auf die emotionale Musikwahrnehmung hin untersucht. n = 25 gesunde Kontrollen aus der Normalbevölkerung wurden in gleichen Abständen untersucht. Ein Fragebogen mit Visuellen Analog Skalen zu den Grundemotionen und weiteren musikpsychologischen Parametern diente zur Erfassung der emotionalen Musikwahrnehmung. Während der Musikexposition wurden darüber hinaus psychovegetative Parameter erfasst (u.a. Puls, Fingertemperatur, EMG des M. trapezius, Hautleitwert). Die PG zeigte signifikant niedrigere Bewertungen als die KG für die Emotion Freude sowohl in den freudigen Musikstimuli (F(1,48) = 11,24 , p < 0,01), als auch über alle Musikstimuli hinweg (F(1,48) = 8,70 , p < 0,01). Der Verlust im Freude-Empfinden ging mit einer signifikant niedrigeren Annehmlichkeitsbewertung (Valenz) einher (F(1,47) = 12,27  , p < 0,01). Eine signifikant höhere Bewertung für Angst zeigte sich besonders in den Trauer-Musikstimuli (F(1,48) = 4,86, F(1,48) = 4,14, beide p < 0,05). EMG-Parameter-Anstiege waren in der PG im Ärger-Musikstimulus häufiger (p < 0,01, exakter Fisher-Test). Im Follow-Up zeigten sich in der PG höhere Bewertungen für Freude: bei den freudigen Musikstimuli signifikant t(22) = 2,35  , p < 0,05, über alle Musikstimuli als Trend t(22) = 1,91 , p = 0,07. Die erhöhte Angst-Bewertung zwischen PG und KG blieb in den Angst-Musikstimuli bestehen t(46)= −2,48  , p < 0,05. Die Ergebnisse zeigen in der emotionalen Musikwahrnehmung ein vermindertes Freude- und ein erhöhtes Angst-Empfinden bei Patienten mit somatoformer Störung. Die innerhalb der PG häufig vorhandene Komorbidität Depression kann mit ursächlich für die gefundenen Unterschiede in der emotionalen Musikwahrnehmung sein. Eine multimodale psychosomatische Komplexbehandlung und oder ein Zeitverlauf von ≥ 4 Wochen scheinen Effekte auf das Freude-Empfinden emotionaler Musikwahrnehmung, jedoch nicht auf die Angst-Musikwahrnehmung zu haben. Der Einsatz eines digitalen Fragebogens zum dimensionalen und diskreten Modell der emotionalen Musikwahrnehmung erwies sich als reliabel und praktikabel. Der therapeutische Einsatz von Musik bei psychischen Störungsbildern bedarf weiterer Forschung vor dem Hintergrund einer bislang unzureichenden Datenlage.

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