Verborgene Kräfte im Klassenzimmer wecken: Auswirkungen iterativen Feedbacks der Qualität der Zusammenarbeit zwischen Lehrkräften und ihren Klassen auf die Lehrergesundheit und die Qualität der Zusammenarbeit

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URI: http://hdl.handle.net/10900/83678
http://nbn-resolving.de/urn:nbn:de:bsz:21-dspace-836782
http://dx.doi.org/10.15496/publikation-25069
Dokumentart: Dissertation
Date: 2018-08-09
Language: German
English
Faculty: 6 Wirtschafts- und Sozialwissenschaftliche Fakultät
Department: Erziehungswissenschaft
Advisor: Trautwein, Ulrich (Prof. Dr.)
Day of Oral Examination: 2018-06-27
DDC Classifikation: 150 - Psychology
370 - Education
Keywords: Gesundheit , Unterricht , Kooperation , Rückmeldung
Other Keywords: iteratives Feedback
Qualität der Zusammenarbeit
teacher health
lesson-quality
feedback
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Inhaltszusammenfassung:

Lehrkräfte sind im Vergleich zu anderen Berufsgruppen psychisch stark beansprucht und die Sorge um die seelische Gesundheit von Lehrkräften ist eine Herausforderung für Schulverwaltung und Politik. Gegenstand von Forschungsarbeiten sind unter anderem die besonderen Belastungen, die der Lehrberuf mit sich bringt, die persönlichen und professionellen Merkmale und Kompetenzen, die es Lehrkräften ermöglichen, ihre Aufgaben gesund zu meistern sowie Programme zur Verbesserung der Lehrergesundheit. Eine besondere Herausforderung für Lehrkräfte besteht in der Gestaltung der komplexen, nicht direkt kontrollierbaren Interaktion mit den Schülerinnen und Schülern (Baumert & Kunter, 2006). Lehrergesundheit und guter Unterricht sind dabei zwei Seiten einer Medaille, was sich daran zeigt, dass gesunde Arbeits- und Erlebensmuster von Lehrkräften positiv mit den Einschätzungen von Schülerinnen und Schülern über die Qualität des Unterrichts bei der jeweiligen Lehrkraft korrelieren (Klusmann, Kunter, Trautwein, Lüdtke & Baumert, 2008). Die vorliegende Arbeit untersucht Auswirkungen eines Verfahrens zur Verbesserung der Zusammenarbeit zwischen Lehrkräften und ihren Klassen auf die Qualität der Zusammenarbeit und auf die Lehrergesundheit. Das Verfahren fördert die Überzeugung bei Lehrkräften, dass Schülerinnen und Schüler Merkmale guten Unterrichts beurteilen können, dass sie nützliche Ideen und konkrete Beiträge zur Verbesserung der Zusammenarbeit beitragen können und dass es sich für Lehrkräfte lohnt, dieses Wissen und diese Beiträge zu nutzen. Diese Überzeugung wird als Ressourcenorientierung bezeichnet (Hobfoll, 1989; Petermann & Schmidt, 2006; Willutzki, 2013). Schülerinnen und Schüler werden also als potentielle Ressource zur Verbesserung der Zusammenarbeit gesehen. Ferner nutzt das verwendete Verfahren iteratives, also wiederholtes Feedback über die wahrgenommene Qualität der Zusammenarbeit zwischen Lehrkraft und Klasse als Methode zur Initiierung und Aufrechterhaltung von Prozessen der Verbesserung der Zusammenarbeit. In Folge des eingesetzten Verfahrens stieg in der vorliegenden Untersuchung nach einem dreimonatigen Interventionszeitraum die Ressourcenorientierung der Lehrkräfte signifikant im Vergleich zu einer Kontrollgruppe. Die Lehrergesundheit stieg in der Interventionsgruppe nach einem Katamnesezeitraum von weiteren drei Monaten signifikant im Vergleich zur Kontrollgruppe. Veränderungen bei den Lehrkräften zeigen sich speziell in Form einer Reduktion des Strebens nach Perfektion und einer Reduktion der Bereitschaft, bis zur Erschöpfung zu arbeiten. Sowohl Lehrkräfte als auch Schülerinnen und Schüler beurteilen das Verfahren als gut durchführbar und als nützlich. Bei den Bearbeitungen der konkreten Ideen zur Verbesserung der Zusammenarbeit wurden in den Klassen Themen aus allen zentralen Bereichen der Unterrichtsqualität (Unterrichtsorganisation, kognitive Herausforderungen, persönliche Unterstützung) zur Sprache gebracht. Der Ansatz, Unterrichtsqualität und Lehrergesundheit gleichzeitig mit Hilfe von iterativem Feedback über die Zusammenarbeit zwischen Lehrkräften und Schülerinnen und Schülern zu fördern kann nach den vorgelegten Untersuchungen als vielversprechend beurteilt werden. Aus methodischer Sicht lassen sich in der vorliegenden Untersuchung Indizien für eine mögliche Unterschätzung der Effekte finden. Abschließend werden Vorschläge zur Weiterentwicklung des Verfahrens und zu verschiedenen Einsatzmöglichkeiten gemacht sowie der Bedarf an weitergehenden Untersuchungen skizziert.

Abstract:

Psychological demands for teachers are high compared to other professions and the care for teacher health is of great concern for school administrations and politicians. Topics of research are among others special demands teachers have to face and personal and professional characteristics and competences that help teachers to maintain good health. One of the special demands teachers have to face is the complex management of interaction with the students that is characterized by limited control (Baumert & Kunter, 2006). It has been shown that teacher health and lesson quality are two sides of a coin. Healthy teacher work styles for example are positively correlated with students’ assessment of lesson quality (Klusmann et al., 2008). The present dissertation examines effects of a technique to improve the cooperation between teachers and their classes on teacher health and on the perceived quality of cooperation between teachers and students. The technique comprises support of teachers’ perception that students can assess lesson quality, that they can develop reasonable ideas to improve cooperation and that it is useful for teachers to make use of these ideas and contributions. Students are thus seen as potential resource to improve cooperation and this view is called Resource Orientation (Hobfoll, 1989; Petermann & Schmidt, 2006; Willutzki, 2013). Furthermore the applied technique uses iterative feedback on the perceived quality of cooperation between teacher and class in order to initiate and keep going the improvement of cooperation. It is shown that through the applied procedure teachers Resource Orientation rises significantly compared to a control group immediately after an intervention period of three month. After further three month results show improvement in teachers’ health in the intervention group compared to the control group. The increase in teacher health scores is positively correlated with the reduction of two special dimensions of health-related work styles, the striving for perfection and the willingness to work until exhausted. Teacher and students respectively assess the applied procedure as well manageable and useful. During their processes of improvement of cooperation teacher and their classes addressed all different kinds of central dimensions of lesson quality (organizational support, cognitive support, emotional support). The approach to foster lesson quality and teacher health simultaneously with the help of iterative feedback on the perceived quality of cooperation between teacher and class is promising, according to the reported studies. The methodological discussion reveals hints for a possible underestimation of the effects. In the end of the discussion ideas for further development of the approach and the need for further studies are presented.

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