Langzeit Follow Up nach Implantation eines interlaminären Stabilisierungssystems an der Wirbelsäule

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URI: http://hdl.handle.net/10900/83376
http://nbn-resolving.de/urn:nbn:de:bsz:21-dspace-833765
http://dx.doi.org/10.15496/publikation-24767
Dokumentart: Dissertation
Date: 2018-07-30
Language: German
Faculty: 4 Medizinische Fakultät
Department: Medizin
Advisor: Duffner, Frank (Prof. Dr.)
Day of Oral Examination: 2018-07-04
DDC Classifikation: 610 - Medicine and health
Keywords: Wirbelsäule , Spondylolisthesis , Wirbelsäulenchirurgie
Other Keywords: Pseudospondylolisthesis
Coflex
interlaminäres Stabilisierungssystem
License: Publishing license excluding print on demand
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Inhaltszusammenfassung:

Die lumbale Spinalkanalstenose ist ein mit dem demographischen Wandel stark zunehmendes Krankheitsbild. Bei Versagen der konservativen Therapie oder einem Fortschreiten neurologischer Defizite sollte eine operative Behandlung in Erwägung gezogen werden. Hier stellen Interlaminäre Stabilisierungssysteme (ISS), wie das in dieser Studie verwendete Coflex von Paradigm Spine, eine Alternative zu den bisher etablierten Verfahren, der alleinigen Dekompression und der Dekompression plus Fusion dar. Ziel der Studie war es, Langzeitergebnisse in punkto alltäglicher Funktionsbeeinträchtigung, Schmerzen, Schmerzmittelkonsum und Komplikations- und Reoperationsraten nach Implantation des Coflex zu gewinnen und so eine Qualitätssicherung des Eingriffes sicher zu stellen. Hierfür wurden in der retrospektiv katamnestische Studie 110 Patienten, die im Zeitraum vom Dezember 2005 bis Februar 2013 operativ versorgt wurden, in einem Follow Up (Telefoninterview) erneut befragt. Es konnte so auf Daten von drei Zeitpunkten zurückgegriffen werden: Präoperativ bei der Erstvorstellung im „Winghofer Medicum“, postoperativ im Rahmen des Drei-Monats-Kontrolltermins und im FU. Es konnte festgestellt werden, dass die Demographie (Alter und Geschlecht), der FU-Zeitraum und die Patientenzahlen kohärent mit den Angaben der Literatur zur Behandlung der lumbalen Spinalkanalstenose waren, was die Ergebnisse der Studie somit vergleichbar und aussagekräftig machten. Die Komplikations- und Explantationsraten waren im Vergleich zur Literatur in einem niedrigen guten Normbereich. Die Sicherheit und die Langlebigkeit des Coflex-Implantats sind somit wie auch bei der alleinigen Dekompression und der Fusion gegeben. Es konnte durch das Coflex eine deutliche Verbesserung der alltäglichen Funktionsbeeinträchtigung (Lebensqualität) und der Schmerzen nachgewiesen werden. Zusätzlich wurde eine deutliche Reduktion des Schmerzmittelkonsums erreicht. Dies resultierte in einer sehr guten Patientenzufriedenheit. Zieht man unter diesen Punkten den Vergleich zur alleinigen Dekompression und zur Dekompression plus Fusion unter Betrachtung der Literatur, so konnte mindestens gleichwertige positive Ergebnisse erzielt werden. Der sicherlich wichtigste Punkt, den es hierbei zu beachten gilt, ist die Indikationsstellung: Bei alleiniger lumbaler Spinalkanalstenose hat das Coflex vor allem bei dominanten Rückenschmerzen Vorteile gegenüber der Dekompression. Bei lumbaler Spinalkanalstenose in Kombination mit einer degenerativen Spondylolisthesis bis Meyerding Grad I bietet das Coflex Vorteile gegenüber der Fusion. Bei der richtigen Indikationsstellung findet das Coflex so seinen Platz zwischen der alleinigen Dekompression und der Fusion. Die Erarbeitung eines einheitlichen Konzeptes zur operativen Behandlung der lumbalen Spinalkanalstenose, in dem eine Unterscheidung zwischen dominanten Bein- oder Rückenschmerz sowie dem Bestehen oder Nichtbestehen einer Instabilität vorgenommen wird, ist sicherlich notwendig.

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