Aufmerksamkeitsabhängige neuronale Korrelate zur Schallsegregation bezüglich purer und komplexer Töne

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URI: http://hdl.handle.net/10900/83029
http://nbn-resolving.de/urn:nbn:de:bsz:21-dspace-830297
http://dx.doi.org/10.15496/publikation-24420
Dokumentart: Dissertation
Date: 2018-07-12
Language: German
Faculty: 4 Medizinische Fakultät
Department: Medizin
Advisor: Braun, Christoph (Prof. Dr.)
Day of Oral Examination: 2018-04-17
DDC Classifikation: 610 - Medicine and health
Keywords: Magnetoencephalographie
Other Keywords: Streamsegregation
Streaming
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Inhaltszusammenfassung:

Streamsegregation oder Streaming nennt man die Fähigkeit des Nervensystems, von verschiedenen Tonquellen ausgehende akustische Signale (Streams), die sich in mindestens einer ihrer Eigenschaften wie z.B. der Frequenz unterscheiden, voneinander trennen zu können. Die zu Grunde liegenden Mechanismen sind bislang in vielerlei Hinsichten unklar. In der vorliegenden Arbeit wurden fünfzehn gesunden Probanden jeweils in einer Sitzung sowohl reine als auch amplitudenmodulierte Töne präsentiert. In verschiedenen Blöcken sollten die Versuchspersonen ihre Aufmerksamkeit entweder gezielt auf die Töne richten oder diese ignorieren Die Töne wurden als Tripletts bestehend aus alternierenden niederfrequenten (A-) und verschieden hohen (B-) Töne dargeboten. Die Stimulationssequenzen wurden so gewählt, dass sie eine eindeutige Wahrnehmung von Streaming (sehr hoher B-Ton) bzw. Non–streaming (weniger hoher B-Ton) hervorriefen. Streaming- und Non-streaming-Sequenzen waren in ihrer Reihenfolge randomisiert. Als abhängige Variablen wurden die Amplituden und Latenzen der P1m-, N1m- und P2m- Komponenten des B-Tons des Tripletts ausgewertet. Die Ergebnisse unterstützen die Hypothese, dass sich die Wahrnehmung von Streaming im Vergleich zu Non-streaming in Veränderungen der verschiedenen Komponenten der neuronalen Korrelate widerspiegelt. Außerdem wird die Hypothese des Vorwärtsunterdrückungsmechanismus‘ unterstützt. Die Daten zeigen, dass die Encodierung der spektralen und temporalen Reizunterschiede, die die Wahrnehmung von Non-streaming bzw. Streaming hervorrufen, sich in den neuronalen Korrelaten abbildet. Dies unterstützt die Theorie, dass abgesehen von peripheren Mechanismen zentrale Mechanismen für die Wahrnehmung von Streaming eine Rolle spielen. Erstmals beschrieben wurde ein Doppelpeak der P1m-Komponente bei amplitudenmodulierten Tönen bei der Wahrnehmung von Streaming. Es konnte bestätigt werden, dass die Aufmerksamkeit der Probanden und der Kontext die neuromagnetischen Korrelate der Streamsegregation modulieren. Abschließend konnte eine Tendenz der Dominanz der rechten Hemisphäre in der Verarbeitung spektraler und der linken in der Verarbeitung temporaler Komponenten festgestellt werden. Die vorliegende Arbeit trägt zu einem besseren Verständnis des Phänomens der Streamsegregation und damit des auditorischen Systems bei.

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