Potenzielle Auswirkungen des mitresezierten Nierenparenchymsaums auf den weiteren Krankheitsverlauf von Patienten nach Teilresektion der Niere beim Nierenzellkarzinom

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URI: http://hdl.handle.net/10900/81489
http://nbn-resolving.de/urn:nbn:de:bsz:21-dspace-814893
http://dx.doi.org/10.15496/publikation-22883
Dokumentart: Dissertation
Date: 2018
Language: German
Faculty: 4 Medizinische Fakultät
Department: Zahnmedizin
Advisor: Schwentner, Christian (Prof. Dr.)
Day of Oral Examination: 2018-01-30
DDC Classifikation: 610 - Medicine and health
Keywords: Nierentumor
License: Publishing license including print on demand
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Inhaltszusammenfassung:

Anstatt der Nephrektomie ist mittlerweile die Nierenteilresektion als therapeutische Option beim Nierenzellkarzinom in den Vordergrund getreten. Dabei wird die Breite des mitresezierten gesunden Nierenparenchymsaumes kontrovers diskutiert. Das angewandte Spektrum reicht von der Enukleation des Tumors entlang dessen Pseudokapsel bis zur Mitresektion eines schmalen Saumes entlang der tumorösen Masse. Aktuelle Daten aus der onkologischen Literatur weisen allerdings auf denkbare tumorbiologische Veränderungen des unmittelbar angrenzenden Nierenparenchyms des befallenen Organs hin, die möglicherwiese die histologische Grenze überragen. Ziel der vorliegenden Arbeit war es, zu evaluieren, inwieweit die Dimension dieses mitresezierten Saumes mit dem weiteren Krankheitsverlauf der betroffenen Patienten in Verbindung steht. Bei 126 Patienten mit Nierenzellkarzinom und erfolgter Nierenteilresektion im Zeitraum von 2002 bis 2009 wurde histologisch die minimale Breite des mitresezierten Nierenparenchymsaumes gemessen und diese dem onkologischen Verlauf nach der Operation gegenübergestellt. Einschlusskriterien waren bestätigte Diagnose Nierenzellkarzinom, eindeutige Evaluation der minimalen Schichtstärke gesunden Parenchyms, und eine histologisch bestätigte R0-Situation. Aus der Studie ausgeschlossen wurden Patienten, bei denen bereits im Vorfeld eine chirurgische Therapie eines Nierenzellkarzinoms durchgeführt wurde oder deren Tumorgröße über 10 cm Durchmesser lag. Es ergab sich ein medianer Sicherheitsabstand von 1 mm zum Tumor. Die mediane follow-up Zeit lag bei 65.5 Monaten. Neun der insgesamt 126 Patienten (7.1 %) entwickelten im Verlauf ein Rezidiv (fünf lokal, vier fern). Acht der Rezidivfälle konnten in der Gruppe der Patienten mit einem Sicherheitsabstand von bis zu einem Millimeter (Gruppe A) identifiziert werden (10.4 %), wohingegen dies nur bei einem Patienten (2.0 %) aus der Gruppe mit einem Sicherheitsabstand von über einem Millimeter (Gruppe B) der Fall war. Alle fünf Lokalrezidive der Studienkohorte traten ausschließlich bei Patienten Zusammenfassung 68 aus der Gruppe A auf (p = 0.0245). Ein Sicherheitsabstand von ≤ 1 mm wurde mit dem erhöhten Risiko eines Tumorrezidivs in univariaten und multivariaten Studien in Verbindung gebracht (p = 0.0531 bzw. 0.0539). Die vorliegenden Daten weisen auf eine onkologische Relevanz der tumorangrenzenden, bisher als histologisch wie molekular-physiologisch benigne betrachteten, Gewebeschichten hin. Diese Nierenparenchymschichten sind möglicherweise auf molekularer Ebene bereits maligne verändert. Die vorliegenden Daten können die Betrachtung der chirurgischen Vorgehensweise hinsichtlich onkologischer Sicherheit beim Nierenzellkarzinom beeinflussen. Ferner veranlassen die vorliegenden Daten zu einer näheren molekularen Untersuchung des tumorangrenzenden Gewebes beim Nierenzellkarzinom und möglicherweise auch bei anderen Malignomen.

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