Langzeitergebnisse dorsal instrumentierter Frakturen (Th1 - Th7)

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URI: http://hdl.handle.net/10900/80169
http://nbn-resolving.de/urn:nbn:de:bsz:21-dspace-801696
http://dx.doi.org/10.15496/publikation-21563
Dokumentart: Dissertation
Date: 2018-02-07
Language: German
Faculty: 4 Medizinische Fakultät
Department: Medizin
Advisor: Badke, Andreas (PD Dr.)
Day of Oral Examination: 2017-07-04
DDC Classifikation: 610 - Medicine and health
Keywords: Brustwirbelsäule , Operationstechnik
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Inhaltszusammenfassung:

Zusammenfassung der Arbeit: „Langzeitergebnisse dorsal instrumentierter Frakturen (Th1-Th7)“ Fragestellung: Bei instabilen Frakturen der oberen Brustwirbelsäule besteht die Indikation zur dorsalen Stabilisierung. Diese ist jedoch mit dem Risiko eines Korrekturverlustes belastet, ohne dass geklärt wäre, ob dieser langfristig klinisch relevant ist. Daher ist die Indikation zur primären dorsalen oder sekundären ventralen Spondylodese nach wie vor umstritten. In der Literatur finden sich zu Langzeitverläufen bei Frakturen der Brustwirbelsäule oberhalb Th7 nur spärlich aussagekräftige Daten. Es handelt sich meist um kleine Fallserien oder Kasuistiken mit nur kurzer Nachuntersuchungsdauer. Ziel der vorliegenden Studie war es, die Langzeitergebnisse nach dorsal instrumentierten Th1 bis 7-Frakturen hinsichtlich funktionellen Outcome und Korrekturverlust zu evaluieren. Methodik: Aus einer internen Datenbank aller durchgeführten Instrumentierungen bei Wirbelfrakturen konnten 71 Patienten selektiert werden. Im Zeitraum von September 2014 bis Januar 2015 konnten 38 dieser 71 Patienten nachuntersucht werden. Die archivierten Röntgenbilder mit dem zeitlich größten Abstand zum OP-Zeitpunkt wurden von zwei Untersuchern separat bezüglich des monosegmentale Grund Deckplatten Winkels (monoGDW), bisegementale GDW (biGDW) sowie des Skoliosewinkels (SKW) ausgewertet. Bei unterschiedlichen Ergebnissen erfolgte eine Konsensbildung. Bei allen nachuntersuchten Patienten wurde der ODI-Score (Oswestry Disability Score), VAS (Visuelle Analog Scala) und der SF-36-Score erhoben. Bei allen querschnittsgelähmten Patienten wurde zudem noch der SCIM-Fragebogen erhoben. Alle Ergebnisse wurden statistisch mit JMP Version 11.1 ausgewertet. Ergebnisse: Von den 38 nachuntersuchten Patienten hatten 20 eine Verletzung des Rückenmarks mit Paraplegie erlitten. Im Schnitt betrug die Dauer von der operativen Versorgung bis zur letzten Röntgenkontrolle 27,5 Monate. Bei 17 Patienten war zu diesem Zeitpunkt eine Metallentfernung erfolgt. Alle Verletzungen waren knöchern konsilidiert. Zum Zeitpunkt der radiologischen Nachuntersuchung betrug der durchschnittliche monoGDW 14,84°, der biGDW 21,21° und der biSKW von 2,10°. Das mittlere Follow-Up für die klinische Nachuntersuchung und die Erhebung der einzelnen Fragebögen betrug 6,97 Jahre (min. 4, max. 13). Das Durchschnittsalter bei der Nachuntersuchung der 6 Frauen und 32 Männer betrug um Mittel 51 Jahre. Die klinische Untersuchung zeigte sich ein signifikanter Unterschied hinsichtlich der verbliebenen Funktionalität des Patientenkollektivs aufgeteilt nach RM- und Nicht-RM-verletzten Patienten. Ebenso bei der Auswertung des ODI-Scores konnte ein signifikanter Unterschied zwischen den beiden Subgruppen (RM-verletzt im Mittel 18,15 Punkte, Nicht-RM-verletzt im Mittel 9 Punkte) beobachtet werden. Bezogen auf die Lebensqualität ergab sich im Gesamtkollektiv ergab die Auswertung des SF 36 keine wesentliche Beeinträchtigung gegenüber der Normalpopulation. Ein erwarteter signifikanter Unterschied zeigte sich zwischen Patienten mit und ohne Paraplegie in den Kategorien Körperfunktion und Körperrolle zugunsten des nicht paraplegisch verletzten Kollektivs. Schlussfolgerung: Die radiologische Auswertung zeigte nach dorsaler Instrumentierung im Mittel 27,5 Monate nach der Versorgung einen Korrekturverlust des biGDW in der Sagittalebene von 5°. Im Mittel 6,97 Jahre nach dem Unfall fand sich weder klinisch noch in den erhobenen Scores eine hierzu assoziierte Beeinträchtigung der Wirbelsäulenfunktion oder der Lebensqualität. Die isoliert dorsale Operationstechnik gewährt eine suffiziente Wiederherstellung des Wirbelsäulenprofils und besticht mit einer geringeren Komplikationsrate im Vergleich zu der rein ventralen oder kombinierten Vorgehensweisen. Aufgrund unserer Ergebnisse ist daher die Indikation zu einer additiven ventralen Vorgehensweise bei Frakturen der oberen BWS kritisch zu hinterfragen.

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