Der Effekt von Natalizumab auf terminal differenzierte B-Lymphozyten bei Patienten mit multipler Sklerose

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URI: http://hdl.handle.net/10900/79797
http://nbn-resolving.de/urn:nbn:de:bsz:21-dspace-797978
http://dx.doi.org/10.15496/publikation-21194
Dokumentart: Dissertation
Date: 2018
Language: German
Faculty: 4 Medizinische Fakultät
Department: Medizin
Advisor: Bischof, Felix (PD Dr.)
Day of Oral Examination: 2017-12-01
DDC Classifikation: 610 - Medicine and health
Keywords: Multiple Sklerose
License: Publishing license excluding print on demand
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Inhaltszusammenfassung:

Dem allgemeinen Verständnis der multiplen Sklerose als T-Zell-vermittelte Krankheit zum Trotz sind in den vergangen Jahren vermehrt B-Lymphozyten als pathogenetischer Faktor der autoimmunen Erkrankung in den Mittelpunkt des wissenschaftlichen Interesses gerückt. Wenig erforscht ist dabei die Rolle der B-Zellen bei der immunmodulatorischen Therapie der multiplen Sklerose. Entsprechend wurden in der vorliegenden Arbeit MS Patienten ohne krankheitsspezifische Therapie, mit immunmodulatorischer Therapie mit dem humanen Antikörper Natalizumab sowie gesunde Individuen hinsichtlich ihrer Frequenzen von CD3-CD19+ B-Lymphozyten an den PBMC und der CD3-CD19+CD20+CD27-naiven B-Lymphozyten, CD3-CD19+CD20+CD27+ memory B-Lymphozyten und CD3-CD19+CD20-CD27++ terminal differenzierten B-Lymphozyten an den CD3-CD19+ gesamten B-Lymphozyten per FACS-Analyse verglichen. Darüber hinaus wurden für die drei Versuchskollektive die Serumkonzentrationen der Antikörperklassen IgG, IgA und IgM sowie der Zytokine BAFF, Il1ß, Il21, Il35 und TNFß per ELISA-Messung ermittelt. Wir konnten nachweisen, dass der Anteil der CD3-CD19+CD20+CD27-naiven B-Lymphozyten an den CD3-CD19+ B-Lymphozyten bei Patienten mit Natalizumabtherapie gegenüber gesunden Kontrollen im Durchschnitt statistsich signifikant verringert war. Der Anteil der CD3-CD19+CD20+CD27+ memory B-Lymhozyten an den CD3-CD19+ B-Lymphozyten zeigte sich bei Natalizumabpatienten gegenüber gesunden Individuen als signifikant erhöht. Kaum verändert blieben hingegen die Frequenzen der CD3-CD19+ B-Zellen an den PBMC sowie die Frequenz der CD3-CD19+CD20-CD27++ terminal differenzierten B-Lymphozyten an den CD3-CD19+ gesamten B-Lymphozyten. In unseren ELISA Messungen konnten wir zeigen, dass die Konzentration der gesamten IgG Antikörper im Serum unter Natalizumabtherapie ge-genüber der gesunden Kontrollgruppe signifikant verringert ist. Zusätzlich ist die IgM Serumkonzentration der therapiefreien MS Patienten gegenüber den gesunden Kontrollen statistisch signifikant erhöht. Zudem zeigte sich die Serumkonzentration von IgM bei den Patienten unter Natalizumabtherapie gegenüber den MS Patienten ohne krankheitsspezifische Therapie signifikant verringert. Es ließ sich eine verminderte Il21 Konzentration bei MS Patienten mit Natalizumab gegenüber der gesunden Kontrollgruppe nachweisen. Außerdem konnten wir eine signifikante Verringerung der Il35 Serumkonzentration bei der Natalizumabgruppe gegenüber unbehandelten MS Patienten messen. Bei den Patienten mit Natalizumabtherapie wurde gegenüber der gesunden Kontrollgruppe eine verminderte TNFß Konzentration festgestellt. Wir erhoffen uns ein besseres Verständnis des Einflusses der B-Lymphozyten und ihrer Subpopulationen auf die Krankheitsentstehung und –aktivität der MS sowie ihrer Rolle bei klinischer Remission unter immunmodulatorischer Therapie. Langfristiges Ziel dabei ist die Erforschung möglicher neuer therapeutischer Angriffs-punkte bei multipler Sklerose und die Vorhersage individueller Therapieresponse.

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