fNIRS-Neurofeedback-Training bei adulten ADHS-Patienten: Eine Untersuchung der Auswirkungen auf Aufmerksamkeit und Impulsinhibition

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URI: http://hdl.handle.net/10900/77605
http://nbn-resolving.de/urn:nbn:de:bsz:21-dspace-776057
http://dx.doi.org/10.15496/publikation-19006
Dokumentart: Dissertation
Date: 2017
Language: German
Faculty: 4 Medizinische Fakultät
Department: Medizin
Advisor: Fallgatter, Andreas J. (Prof. Dr.)
Day of Oral Examination: 2017-07-26
DDC Classifikation: 610 - Medicine and health
Keywords: Aufmerksamkeitsdefizit-Syndrom , Neurofeedback , NIR
Other Keywords: adulte ADHS
fNIRS
adult ADHD
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Inhaltszusammenfassung:

Die Aufmerksamkeitsdefizit-/Hyperaktivitätsstörung, kurz ADHS, ist eine Erkrankung, die sich vor allem mit verminderter Aufmerksamkeit, gesteigerter Impulsivität und Hyperaktivität präsentiert. Aufmerksamkeitsleistungen und auch die Fähigkeit zur Impulsinhibition gehören zu den sogenannten Exekutivfunktionen. Es gibt bereits einige Studien, die zeigen, dass Patienten mit ADHS Auffälligkeiten in diesen Exekutivfunktionen aufweisen. Ebenso gibt es Studien, die zeigen, dass ADHS-Patienten von Neurofeedback-Training profitieren – bisher allerdings vor allem zu Kindern mit ADHS, Studien zu erwachsenen ADHS-Patienten sind rar. Ebenso untersuchen diese Studien bisher fast ausschließlich Neurofeedback mittels Elektroenzephalografie (EEG), Studien zu Neurofeedback mittels funktioneller Nah-Infrarot Spektroskopie (fNIRS) sind selten. So war das Ziel dieser Arbeit, die Wirkung von fNIRS-Neurofeedback bei erwachsenen ADHS-Patienten zu untersuchen. Als zentrale Frage wurde die Wirkung von fNIRS-Neurofeedback auf Exekutivfunktionen wie Impulsinhibition und Aufmerksamkeitsleistung untersucht. Das in dieser Arbeit durchgeführte fNIRS-Neurofeedback-Training zielte auf Areale des dorsolateralen präfrontalen Kortex (DLPFC) beider Hemisphären, welchen die Exekutivfunktionen zugeschrieben werden. Zum Neurofeedback wurde die Kortexaktivität im DLPFC anhand von Konzentrationsveränderungen der Oxygenierung des Hämoglobins mittels fNIRS gemessen und dem Patienten als visuelles Feedback wiedergegeben. Zehn erwachsene Patienten mit ADHS führten jeweils 30 solcher Trainingssitzungen durch. Die vor Trainingsbeginn (t0), nach 15 (t1) sowie nach 30 Trainingssitzungen (t1) erhobenen Daten zur ADHS-Symptomatik und der Kortexaktivierung im DLPFC wurden über die Zeit verglichen: Die ADHS-Symptomatik wurde einerseits anhand eines Selbstbeurteilungsfragebogens (ADHS-SB), andererseits anhand von Verhaltensdaten (Fehlern und Reaktionszeiten) während der Durchführung eines Tests zur Messung der exekutiven Aufmerksamkeit (Go/NoGo-Paradigma) untersucht. Unter Durchführung dieses Tests wurde zugleich die Kortexaktivierung im dorsolateralen präfrontalen Kortex analysiert. Im Ergebnis zeigte sich insbesondere nach den ersten 15 Trainingssitzungen eine signifikante Verbesserung der Gesamtsymptomatik sowie der Symptombereiche Impulsivität und Unaufmerksamkeit, die mit dem Selbstbeurteilungsfragebogen ADHS-SB gemessen wurde. Weder für die Verhaltensdaten (Fehler, Reaktionszeiten im Go/NoGo-Paradigma), noch für die funktionellen Daten (Kortexaktivierung) ergaben sich durch das Training signifikante Veränderungen. Bei den Verhaltensdaten zeigte sich keine Verbesserung von Impulsinhibition und Aufmerksamkeitsleistung, bei den funktionellen Daten waren die Ergebnisse inkonsistent und widersprachen größtenteils sogar den Erwartungen. Trotz dieser uneinheitlichen, teilweise unerwarteten Ergebnisse lässt sich zusammenfassend sagen, dass die fNIRS ein vergleichsweise kostengünstiges, nicht-invasives Verfahren ist, das sich zur Anwendung mit Neurofeedback eignet. Unsere Arbeit zeigt zumindest hinsichtlich der Symptomselbstbeurteilung, besonders bei den ADHS-Hauptsymptomen Impulsivität und Unaufmerksamkeit, eine Verbesserung durch das Training. Im Vergleich zu EEG-Neurofeedback zeigte das fNIRS-Neurofeedback hier sogar eine besonders rasche Symptomreduktion nach nur 15 Trainingssitzungen. Hinsichtlich der Verhaltensdaten sowie der funktionellen Daten zeigte unsere Arbeit zwar keine signifikanten Veränderungen, möglicherweise wird jedoch die fortgeführte Studie mit größeren Patientenzahlen sowie Kontrollgruppen eindeutigere Ergebnisse bringen.

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