Prädiktiver Wert der Dezelerationskapazität auf die Krankenhausverweildauer und auf die Intensivpflichtigkeit bei internistischen Notaufnahmepatienten

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URI: http://hdl.handle.net/10900/77067
http://nbn-resolving.de/urn:nbn:de:bsz:21-dspace-770671
http://dx.doi.org/10.15496/publikation-18468
Dokumentart: Dissertation
Date: 2017-07-14
Language: German
Faculty: 4 Medizinische Fakultät
Department: Medizin
Advisor: Meyer-Zürn, Christine (Prof. Dr.)
Day of Oral Examination: 2017-02-07
DDC Classifikation: 610 - Medicine and health
Keywords: Ambulanz , Prognose
Other Keywords: Dezelerationskapazität
Krankenhausverweildauer
Intensivpflichtigkeit
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Inhaltszusammenfassung:

Die Bevölkerung in Deutschland wird immer älter und benötigt daher zunehmend Ressourcen der Gesundheitsversorgung. Die immer stärker frequentierten Notaufnahmen der Krankenhäuser sind häufig mit der großen Anzahl an Patienten überlastet. Um eine schnelle und effiziente Versorgung der Patienten zu gewährleisten, bedarf es einem ausgeklügelten Triagesystem, welches die Patienten in Risikogruppen einteilt und so eine priorisierte Behandlung ermöglicht. Die vorliegende Studie untersucht, ob sich die Dezelerationskapazität des Herzens (DC) als Maß für die Funktionalität des autonomen Nervensystems als Prädiktor für die Länge der Krankenhausverweildauer sowie für die Wahrscheinlichkeit einer Intensivbehandlung der stationär aufgenommenen Notfallpatienten eignet. 3776 Patienten wurden im Zeitraum von März 2011 bis Dezember 2012 in der Notaufnahme der Medizinischen Universitätsklinik Tübingen in die Studie eingeschlossen. Alle Patienten wurden routinemäßig an einen Monitor angeschlossen. Die DC wurde anhand der aufgezeichneten EKG-Rohdaten für jeden Patienten mittels einem phasengleichrichtenden Signalmittelungsverfahren errechnet. Weitere physiologische Parameter, welche als Prädiktoren für die Intensivpflichtigkeit getestet und bei Aufnahme erfasst wurden, waren das Patientenalter, die Herzfrequenz, der arterielle Blutdruck, die Atemfrequenz, die Sauerstoffsättigung und die Körpertemperatur. Die mittlere Verweildauer betrug 6,71±8,85 Tage. Es konnte eine signifikante Korrelation (r = -0,214, p<0,001) zwischen der DC und der Krankenhausverweildauer gezeigt werden. So waren Patienten mit einer DC ≤ 3,3 ms im Schnitt 9,0 Tage im Krankenhaus während Patienten mit einer DC > 7,7 ms durchschnittlich nur 3,7 Tage im Krankenhaus verbrachten (p< 0,001). In einer multivariablen binär logistischen Regressionsanalyse konnte gezeigt werden, dass die DC neben dem mittleren Blutdruck und der Sauerstoffsättigung ein unabhängiger Prädiktor für die Wahrscheinlichkeit einer Intensivtherapie bei internistischen Notaufnahmepatienten darstellt (Odds ratio 0,84, 95% Konfidenzintervall 0,80-0,87, p < 0,001). Zusammenfassend korreliert die DC des Herzens bei stationär aufgenommenen internistischen Notaufnahmepatienten signifikant mit der Krankenhausverweildauer und ist ein starker unabhängiger Prädiktor für eine Intensivpflichtigkeit. Perspektivisch könnte die DC etablierte Triagesysteme in der Notaufnahme sinnvoll ergänzen.

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